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Wohnungsnot, Leerkündigungen, hohe Mieten: Mit einer landesweiten Leerwohnungsziffer von rund einem Prozent und steigenden Mieten ist der Wohnungsmarkt in der Schweiz massiv unter Druck. Laut dem neusten Monitoring des Bundesamts für Wohnungswesen war das Angebot an Mietwohnungen im vergangenen Jahr so knapp wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das Problem betrifft nicht mehr nur Städte wie Zürich, Basel oder Genf. Auch in ländlicheren Kantonen wie Obwalden oder Schwyz standen 2025 zeitweise nur rund 0,5 Prozent der Wohnungen leer. Die Parteien machen unterschiedliche Ursachen für die Wohnungsnot in der Schweiz verantwortlich. Während die SVP das Problem vor allem in der hohen Zuwanderung sieht, kritisieren linke Parteien unter anderem die aus ihrer Sicht teilweise missbräuchlichen Renditen. Wie steht es um den Wohnungsmarkt? Wer profitiert, wer verliert? Verdichtet bauen, Mietzinsen kontrollieren oder weniger regulieren? Die Parteien beurteilen nicht nur die Probleme auf dem Schweizer Wohnungsmarkt sehr unterschiedlich, auch ihre Lösungsansätze gehen weit auseinander. Eine Volksinitiative des Mieterinnen- und Mieterverbands, unterstützt von der SP und den Grünen, fordert eine regelmässige Überprüfung der Mietzinse, um missbräuchliche Mieten zu verhindern. Bürgerliche Parteien hingegen plädieren unter anderem dafür, Bauverfahren zu verkürzen und Regulierungen abzubauen. Muss die Bautätigkeit angekurbelt werden? Oder führen mehr Kontrollen zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt? Zu diesen Fragen begrüsst Sandro Brotz am 10. April 2026 in der «Arena»: - Manfred Bühler, Nationalrat SVP/BE und Vorstand HEV Kanton Bern; - Jacqueline Badran, Vizepräsidentin SP und Vorstand Mieterinnen- und Mieterverband; - Tina Deplazes, Präsidentin Die Mitte Zürich; und - Michael Töngi, Vizepräsident Grüne und Vizepräsident Mieterinnen- und Mieterverband.
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Die 27-jährige Haushälterin Katharina Blum (Angela Winkler) lernt während dem Kölner Karneval 1974 den jungen Ludwig Götten (Jürgen Prochnow) kennen und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Da Götten verdächtigt wird, einen Bankraub und Mord verübt zu haben, beschattet ihn die Polizei, um seine Kontaktpersonen zu ermitteln. Am Morgen stürmt die Polizei Katharina Blums Wohnung. Von Götten fehlt jede Spur. Weil Katharina verdächtigt wird, ihm zur Flucht verholfen zu haben, wird sie vorläufig festgenommen und vom rüppelhaften Kommissar Beizmenne (Mario Adorf) verhört. Das Revolverblatt «Die Zeitung» hat Götten bereits schuldig gesprochen, obwohl dieser - wie sich im Verlauf des Filmes herausstellt - lediglich einen Safe der Bundeswehr ausgeplündert, Bilanzen gefälscht und Waffen gestohlen, aber keinen Mord oder Bankraub begangen hat. Die Zeitung stellt Katharina als Göttens Komplizin und Sexgespielin hin. Sie behauptet, Katharina habe Götten schon seit Jahren gekannt, da andere Hausbewohner gegenüber der Polizei angeben, sie habe «Herrenbesuche» empfangen. «Die Zeitung» verfälscht Aussagen von Personen, die Katharina kennen. Wenn jemand aussagt, «Katharina ist eine sehr kluge und kühle Person» macht der schmierige Reporter Werner Tötges (Dieter Laser) daraus: «Sie ist eiskalt und berechnend». Oder aus der Charakterisierung «Wenn Katharina radikal ist, dann ist sie radikal hilfsbereit, planvoll und intelligent», wird «Sie ist eine in jeder Beziehung radikale Person, die uns geschickt getäuscht hat». Infolge der Berichterstattung der Zeitung wird Katharina mit hasserfüllten und obszönen Anrufen und Zuschriften bombardiert. Die zu Beginn unscheinbare, aber voll integrierte junge Frau wird so zu einer verachteten Aussenseiterin. Als er schliesslich der Reporter ihre todkranke Mutter im Spital bedrängt und sie daraufhin stirbt, fasst Katharina einen radikalen Entschluss. Als Vorlage für ihren Spielfilm diente dem Duo Volker Schlöndorff und Margaretha von Trotta der gleichnamige Roman von Heinrich Böll. Böll sah sich seit einer kritischen Stellungnahme im Magazin «Der Spiegel» selbst als Opfer einer Hetzkampagne, die in ihm einen Terrorismus-Sympathisanten erkennen wollte. Mit «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» reagierte der Literatur-Nobelpreisträger auf die Berichterstattung der «Bild»-Zeitung und auf die Gewaltdebatte der 1970er-Jahre.