22:45
Im Freibad entspinnen sich Gespräche voller Fragen: Wann bekommt «man» Kinder, mit 40 oder mit 20? Warum fragt die Kassierin im Supermarkt einfach nach den Pickeln auf der Stirn? Werde ich gross genug, dass die Grossen mich nicht mehr aus Spass stressen? Welche Berufe werden durch KI ersetzt? Streiten Mädchen auch? Dürfen non-binäre Menschen die Haare von Muslim*innen sehen? Gibt es Stau am Himmel, wenn alle Autos fliegen können? Mit dem Abriss der orangefarbenen Rutsche endet ein Stück Kindheit. Zwei Jahre später kehren die Jugendlichen zurück. Das Freibad zeigt sich nach dem Umbau in verändertem Gewand. Auch die Jugendlichen sind verwandelt, äusserlich wie innerlich. «Zwei Sommer in der Badi» begegnet ihnen auf Augenhöhe und schafft Raum für ihre Stimmen, Gedanken und Perspektiven.
23:45
Punk ist ein Aufbruch: roh, direkt und radikal selbstbestimmt. Ende der 1970er-Jahre entsteht im deutschsprachigen Raum eine Szene, in der Frauen laut, sichtbar und kompromisslos auftreten. Ohne Perfektion, dafür mit Haltung erobern sie Bühnen von Düsseldorf über West-Berlin bis Zürich und hinterfragen Rollenbilder, Sexismus und gesellschaftliche Enge. In Düsseldorf gründen sich Östro 430, in West-Berlin Mania D (später Malaria!) und in Zürich Kleenex (später Liliput). Der Film von Reto Caduff begleitet prägende Künstlerinnen der Punk-Szene, die auch 40 Jahre später wieder oder noch immer gemeinsam auftreten. Sie erzählen von Mut, Widerstand, weiblichem Begehren und der Suche nach Freiräumen in einer männlich dominierten Musikkultur. Ihr Einfluss wirkt weit über ihre Generation hinaus und prägt bis heute Künstlerinnen, für die Punk mehr ist als Musik: ein Versprechen von Freiheit.