22:25
Der 81-jährige Extrembergsteiger aus dem Südtirol blickt zurück auf dramatische Verluste, familiäre Konflikte und den Preis seines kompromisslosen Lebensstils. Wie lebt es sich als «Legende», wenn Kinder, Partnerinnen und Kritiker den Menschen hinter dem Mythos einfordern? Und was passiert, wenn der Mann, der stets neue Herausforderungen braucht, heute die Grenzen des Alterns spürt? Ein persönliches Gespräch bei «Gredig direkt».
23:05
Als Russland im Februar 2022 in der Ukraine einmarschiert, besetzen die Truppen direkt das Areal von Tschernobyl. Fast einen Monat lang muss die ukrainische Belegschaft unter russischer Besetzung arbeiten - rund um die Uhr. Schliesslich ziehen die Russen ab, der Krieg geht aber weiter. Drohnen und Raketen fliegen regelmässig über die Sperrzone von Tschernobyl und sind eine ständige Bedrohung für die instabile Atomanlage: Im Februar 2025 trifft eine russische Drohne die Schutzhülle des verunglückten Reaktors Nummer 4. Das 1,5 Milliarden Euro teure Containment wird beschädigt, die nukleare Sicherheit ist seitdem nicht mehr gewährleistet. Vier Kraftwerksmitarbeiter zeigen, was das bedeutet: Ljudmila, eine Sicherheitsingenieurin, Olena, eine Wissenschaftlerin im Sperrgebiet, Serhi Tarakanow, der Direktor der Anlage, und Watslaw, ein Flugabwehrsoldat, der Tschernobyl mit seiner Einheit gegen Drohnen und Raketen verteidigt. Ein Film von Marcus Heep.
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Jetzt, wo weltweit Kriege eskalieren und soziale Spannungen zunehmen, wird die menschliche Verletzlichkeit sichtbarer denn je. Was als ferne geopolitische Krise beginnt, reicht längst in unseren Alltag hinein: Unsicherheit, Kontrollverlust, das Gefühl, dass Stabilität keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Zugleich wächst das Bedürfnis nach Solidarität, nach verlässlichen Beziehungen und nach einem neuen Verständnis von Stärke, das nicht auf Unangreifbarkeit, sondern auf Berührbarkeit gründet. Die Moderne erzählt gerne die Geschichte der radikal autonomen Person, die niemanden braucht und ihre Abhängigkeiten hinter sich lässt. Verletzlichkeit erscheint dabei als Makel, als Bedrohung der eigenen Souveränität. Die Philosophin und Autorin Barbara Schmitz und der Philosoph und Mediziner Giovanni Maio widersprechen dieser Erzählung entschieden. Für sie gehört Verletzlichkeit zu den grundlegenden Bedingungen des Menschseins: Sie mache Beziehung überhaupt erst möglich, sei Voraussetzung von Empathie und könne eine Quelle von Sinn und Solidarität sein. Olivia Röllin fragt nach, wie wir Verletzlichkeit neu denken können, wie sich der Blick auf uns selbst, auf andere und auf die demokratische Gemeinschaft verändert, wenn wir Abhängigkeit nicht länger stigmatisieren, sondern als ureigene menschliche Kraft begreifen, und worin diese Kraft eigentlich besteht.