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Für ein paar Dollar mehr 23:50

Für ein paar Dollar mehr

Italowestern

Ein Zug hält in Tucumari, ganz und gar nicht fahrplanmässig: Colonel Douglas Mortimer (Lee van Cleef) hat die Notbremse gezogen. Der stattliche Herr mit dem unnachgiebigen Blick, den die Mitfahrer für einen Pfarrer hielten, will hier Station machen. Auf dem Weg ins Städtchen liest Mortimer den Steckbrief eines Banditen, auf den 1500 Dollar ausgesetzt sind. Er findet den Gesuchten im örtlichen Saloon und offenbart seinen wahren Beruf: Ungerührt und zielsicher verdient sich der gestandene Kopfgeldjäger sein Weggeld. Erheblich jünger, aber nicht weniger schnell im Ziehen ist sein Berufskollege Monco (Clint Eastwood), ein unerschrockener Draufgänger mit Bart und Poncho. In El Paso treffen die beiden zusammen. Es erweist sich, dass sie denselben Mann im Visier haben: Indio (Gian Maria Volonté), einen skrupellosen Räuber und Mörder, der vor Jahren die Schwester des Colonels umgebracht hat. Die zwei Scharfschützen im keineswegs gewaltfreien Dienst für die Gerechtigkeit beschliessen, gemeinsame Sache zu machen. Monco schleicht sich in Indios Bande ein, die einen Beutezug auf die Bank von El Paso plant. Tatsächlich gelingt der Überfall auf das bestbewachte Geldinstitut der Gegend. Doch das war Indios letzter Streich. Mit Köpfchen, List und sehr schnellen Waffen sorgen Monco und der Colonel in der Folge für bleihaltige Luft und eine saubere Gegend. Erfolg verpflichtet - und lässt auch Dollar leichter rollen. Nach dem Westernhit «Für eine Handvoll Dollar» standen Sergio Leone für seine nächste Produktion massiv mehr Mittel zur Verfügung. Wieder war der Regisseur am Drehbuch massgeblich beteiligt. Und erneut wurde in Roms Cinecittà sowie im spanischen Almería gedreht. Aber diesmal konnte man sich drei Monate Zeit nehmen, und die Spezialeffekte durften Geld kosten. Vor allem jedoch wurde als Partner von Clint Eastwood ein zweiter Hollywooddarsteller engagiert: Lee van Cleef, schon damals der Böse vom Dienst. Der Darsteller mit dem markanten Profil startete seine Kinokarriere 1952 als Banditengehilfe in «High Noon». Von da an blieben Schiesseisen sein häufigstes Requisit. In beinahe hundert Filmen spielte er mit, in ebenso vielen Serien gab er Gastauftritte. Erst die italienischen Ballerballaden aber machten ihn vollends zum Schurkenstar. Ähnlich erging es im übrigen Klaus Kinski. Nach vielen Kurzauftritten in Edgar-Wallace-Filmen verkörperte er in «Für ein paar Dollar mehr» zum ersten Mal einen Westernfiesling. Der Abstecher in die Pferdeoper fand ebenso rege wie positive Beachtung und brachte ihm bald auch Hauptrollen ein. Der eigenwillige Schauspieler, der seine ersten Bühnenerfahrungen als Kriegsgefangener in einem britischen Lager sammelte, wurde schnell zu einer Ikone dieses besonderen Filmgenres.