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Hauptausgabe
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Abendausgabe
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Bauern-Power: Wie Pestizid-Grenzwerte verhindert wurden Vergangenen Herbst entdecken die Behörden, dass die Wyna, ein Bach im Kanton Luzern, stark mit einem Pestizid belastet ist. Doch im Bundesamt für Umwelt verschwindet genau dieses Pestizid von einer neuen Liste mit gefährlichen Stoffen für spezifische Grenzwerte. Interne Dokumente zeigen jetzt: Hier wurde Landwirtschaftspolitik gemacht, wo im Gesetz Wissenschaft vorgeschrieben wäre. Dazu stellt sich Bundesrat Albert Rösti den Fragen von Gion-Duri Vincenz. Gefährliche Turbo-Trottinette: Auf Kontrolle mit der Polizei Auf Schweizer Strassen verkehren immer mehr zu schnelle E-Trottinette, sogenannte E-Scooter. Eigentlich gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Doch viele Shops verkaufen schnellere Fahrzeuge - und die Lenker können sie selbst tunen. Das wird zur Gefahr für Lenkerinnen und Fussgänger. Ukraine-Krieg: Die schwierige Suche nach den vermissten Soldaten Zehntausende Soldaten gelten im Krieg in der Ukraine als vermisst. Die Reportage zeigt die schwierige Suche nach den getöteten Soldaten: an der Front im Donbass, aber auch in den Sammel- und Identifizierungszentren. Eine Seite des Zermürbungskriegs, die viele Familien ohne Antworten zurücklässt.
21:05
Sara Aduse hat alles aufgegeben für ihre Vision: «Ich werde das machen, bis ich sterbe.» Die 34-Jährige will im Osten Äthiopiens die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung beenden. Dort werden rund 80 Prozent der Mädchen beschnitten. Weltweit haben 230 Millionen Frauen eine Form von genitaler Verstümmelung erlebt. Die Genitalverstümmelung ist grausam. Trotzdem ist die Tradition tief verankert. «Das Gute überwiegt», sagt eine Befürworterin. «Die Mädchen würden ruhiger», so eine weitere Befürworterin. Sara setzt auf Aufklärung und Dialog. «Meine direkte Art kommt nicht immer gut an», sagt sie. Aber aufgeben kommt nicht in Frage: Kein Mädchen solle erleben, was sie habe durchmachen müssen. «rec.»-Reporter Livio Chistell begleitet Sara Aduse in Äthiopien.
21:40
21:50
Anhand von Hintergrundberichten und Interviews informiert die seit 1990 bestehende Sendung über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland. Gespräche werden teils auf Schweizerdeutsch aufgezeichnet.
22:15
Spätausgabe
22:25
Digitale Diagnosen Jeder zehnte Mensch in der Schweiz ist wegen psychischer Probleme in Behandlung. Und auch in den sozialen Medien findet man immer mehr psychiatrische Diagnosen. Ist das alles ein Hype? Wem dient die Diagnostizierung: den Betroffenen oder der Gesellschaft? Die Soziologin Laura Wiesböck erörtert, warum psychologische Bezeichnungen in den sozialen Medien inflationär verwendet werden. Und Comedian Lisa Christ erklärt, warum sie sich bewusst dafür entschieden hat, auf Instagram über ihre ADHS-Diagnose zu sprechen. Gesundheit im Wandel Der Diagnosekatalog der Weltgesundheitsorganisation, die ICD-11, enthält Tausende Krankheitsbezeichnungen, sogenannte Codes. Immer wieder kommen neue hinzu. Andere fallen weg. Was als krank gilt, ist nicht nur Abbild des jeweiligen Forschungsstandes, sondern auch des Zeitgeists. Wer aber bestimmt, was wir krank nennen? Und wie therapieren wir? «Kulturplatz» hat in die Vergangenheit und in die Zukunft geblickt: mit einem Medizinhistoriker und einem Arzt. Kunst und ADHS ADHS und Kunst, das kann passen und ist doch oft schwierig. Wie lebt und arbeitet es sich auf Ritalin? Die Kinderbuch-Illustratorin Tanja Stephani lässt die Zuschauenden an ihrem Alltag teilhaben. Sie geht positiv mit ihrer Neurodiversität um. Wie sie erfahren immer mehr Betroffene erst als Erwachsene, warum ihnen manche Dinge so schwerfallen. «Hauptsache gesund» Wir leben in einer Zeit, in der «Mental Health»-Inhalte boomen. Leben wir bereits in einer Zeit des «Healthism», eines übersteigerten Gesundheitsstrebens? Aber wer sagt, was die Schweizerinnen und Schweizer unter «Gesundsein» verstehen? Das Stapferhaus in Lenzburg setzt sich auf vielfältige Weise mit dem Themenkomplex Gesundheit auseinander. In Zusammenarbeit mit Philosophen, Medizinerinnen, Historikern und Ökonominnen entsteht eine Ausstellung, die zum Nachdenken anregt.
23:00
Oktober 2021, die Syrer Bashir (Jalal Altawil) und Amina (Dalia Naous) haben mit ihren drei Kindern und dem Grossvater (Muhammad Al Rashi) die Flucht aus ihrem vom Krieg zerrütteten Heimatland gewagt und sind, angelockt von den Versprechungen des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko, in Minsk gelandet. Gemeinsam mit der afghanischen Lehrerin Leïla (Behi Djanati Atai) wollen sie die grüne Grenze nach Polen überqueren und dann weiter nach Schweden. Doch an der Grenze wird die Flüchtlingsgruppe vom polnischen Grenzkorps gewaltsam gestoppt und durch Sumpfland und Wald nach Belarus zurückgetrieben. Die Grenzwächter haben den Befehl, die potenziellen Terroristen an der Einreise zu hindern, weshalb auch Kinder und Schwangere nicht vor der äussert brutalen Zurückweisung sicher sind. Einzig Jan (Tomasz Wlosok), einer der Wächter, dessen schwangere Frau zuhause auf ihn wartet, beginnt immer mehr an seiner unmenschlichen Arbeit zu zweifeln. Und Julia (Maja Ostaszewska), die in der Nähe der Grenze wohnt, mag die täglichen Übergriffe nicht länger mitansehen und schliesst sich einer Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten an, welche die in den Wäldern festsitzenden Flüchtlinge gegen den Willen der Regierung mit dem Nötigsten versorgen. Dort trifft sie auch Bashir und Amina. Gedreht in intensiven Schwarzweiss-Bildern, zeigt «Green Border», wie Geflüchtete zum Spielball geopolitischer Interessen werden und dabei die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt. Ihre eindringliche Kritik an der Flüchtlingspolitik der Regierung hat der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland nach der Premiere des Films den Vorwurf der regierungsfeindlichen Propaganda eingebracht und sie hat den Hass der Anhänger der rechtsgerichteten PiS zu spüren bekommen. Holland, die danach Personenschutz brauchte, will den Film aber eigentlich als allgemeingültige Anklage gegen die Unmenschlichkeit im Umgang mit Flüchtenden weltweit sehen. «Green Border» erhielt am Filmfestival von Venedig 2023 den Spezialpreis der Jury, sechs weitere Auszeichnungen sowie diverse andere Preise an Festivals weltweit. «Delikatessen» zeigt den Film in Zweikanalton deutsch/polnisch, die englischen und arabischen Passagen sind deutsch untertitelt.
01:35
Ein Haus am Waldrand nahe der polnisch-belarussischen Grenze. Im Morgengrauen geht Oliwia (Barbara Wysocka) in ihren Garten und holt Thermoskannen und Tupperware ab, die von Flüchtenden zurückgestellt wurden. Ihr Mann beobachtet ihre Hilfe mit Besorgnis, lässt sie jedoch gewähren, denn für Oliwia ist es keine Option, nicht zu helfen. Als eines Tages der verletzte Hamid (Arash Marandi) vor der Tür steht, lässt sie ihn kurz herein, damit er seine Familie anrufen kann. Doch als er wieder draussen ist, bricht er zusammen. Oliwia handelt, ohne lange zu überlegen. «Grenze» erzählt auf eindringliche Weise von Flucht, Ausgrenzung, aber auch von Solidarität. Der Regisseur Joshua Neubert hat seinen Kurzfilm als Übungsarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg realisiert.
01:55
02:00
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die angehende Auktionatorin Lisa Edison (Jasmina Al Zihairi). In Richard (Christoph Grunert) und Emma Edison (Saskia Fischer) fand sie als Baby zwar tolle Adoptiveltern, aber als all ihre verzweifelten Versuche scheiterten, mit ihrer leiblichen Mutter Kontakt aufzunehmen, geriet Lisa in eine schwere Seelenkrise. Die Teenagerin kompensierte ihre Verlustangst mit Ladendiebstählen. Inzwischen hält sie sich für stabil genug. Ein Irrglaube, wie sich herausstellt, als sie erneut mit einem schmerzlichen Verlust konfrontiert wird: Traummann Dave Solvit (Daniel Fritz) will als Kapitän auf einem Containerschiff zur See fahren und wäre die Hälfte des Jahres auf den Weltmeeren unterwegs. Als unerwartet Lisas leibliche Mutter Donna Bent (Dagny Dewath) - aus rein eigennützigen Gründen - auftaucht, gerät Lisas Gefühlsleben völlig aus den Fugen.
03:30
Bauern-Power: Wie Pestizid-Grenzwerte verhindert wurden Vergangenen Herbst entdecken die Behörden, dass die Wyna, ein Bach im Kanton Luzern, stark mit einem Pestizid belastet ist. Doch im Bundesamt für Umwelt verschwindet genau dieses Pestizid von einer neuen Liste mit gefährlichen Stoffen für spezifische Grenzwerte. Interne Dokumente zeigen jetzt: Hier wurde Landwirtschaftspolitik gemacht, wo im Gesetz Wissenschaft vorgeschrieben wäre. Dazu stellt sich Bundesrat Albert Rösti den Fragen von Gion-Duri Vincenz. Gefährliche Turbo-Trottinette: Auf Kontrolle mit der Polizei Auf Schweizer Strassen verkehren immer mehr zu schnelle E-Trottinette, sogenannte E-Scooter. Eigentlich gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Doch viele Shops verkaufen schnellere Fahrzeuge - und die Lenker können sie selbst tunen. Das wird zur Gefahr für Lenkerinnen und Fussgänger. Ukraine-Krieg: Die schwierige Suche nach den vermissten Soldaten Zehntausende Soldaten gelten im Krieg in der Ukraine als vermisst. Die Reportage zeigt die schwierige Suche nach den getöteten Soldaten: an der Front im Donbass, aber auch in den Sammel- und Identifizierungszentren. Eine Seite des Zermürbungskriegs, die viele Familien ohne Antworten zurücklässt.
04:15
Sara Aduse hat alles aufgegeben für ihre Vision: «Ich werde das machen, bis ich sterbe.» Die 34-Jährige will im Osten Äthiopiens die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung beenden. Dort werden rund 80 Prozent der Mädchen beschnitten. Weltweit haben 230 Millionen Frauen eine Form von genitaler Verstümmelung erlebt. Die Genitalverstümmelung ist grausam. Trotzdem ist die Tradition tief verankert. «Das Gute überwiegt», sagt eine Befürworterin. «Die Mädchen würden ruhiger», so eine weitere Befürworterin. Sara setzt auf Aufklärung und Dialog. «Meine direkte Art kommt nicht immer gut an», sagt sie. Aber aufgeben kommt nicht in Frage: Kein Mädchen solle erleben, was sie habe durchmachen müssen. «rec.»-Reporter Livio Chistell begleitet Sara Aduse in Äthiopien.
04:50
Am dritten Tag von «Mini Chuchi, dini Chuchi» mit dem Motto «Safran» wagt sich Raphi, 42, aus Winterthur ZH ans Kochen. Der Chemielehrer hat neben seinem Interesse für die Wissenschaft eine grosse Liebe zur Musik und zum Klavierspielen. Seinen Gästen serviert er eine «safranige» Gemüse-Tajine.