21:40
Der Februar stand ganz im Zeichen der Olympischen Spiele. «Die Sendung des Monats» pickt noch einmal das eine oder andere Ereignis heraus. Aber nach Olympia ist vor Olympia. Soll die Schweiz die Olympischen Spiele 2038 veranstalten? Und ist das bröckelnde Alpamare das richtige Trainingszentrum dafür? Korrespondent Moritz Schädler ist vor Ort. Am 8. März stimmt die Schweiz über vier Vorlagen ab. Gabriel Vetter erklärt die möglichen Szenarien. Egal, was herauskommt, laut der Doomsday-Uhr in Chicago steht die Welt 85 Sekunden vor dem Untergang. Reporterin Nora Binkert macht sicherheitshalber schon mal ein Survival-Training. Und falls die Welt doch nicht untergeht, wird sie doch teurer. Ein Sketch erklärt, wie sich der Preis eines Apfels zusammensetzt. Am Schluss gibt es eine kleine Überraschung: Fabienne Hadorn hat Miss Piggy von der Muppet-Show eingeladen, die für Chaos sorgt.
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Spätausgabe
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Spätausgabe
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Frauen bleiben die Leidtragenden einer systematischen Benachteiligung, die sie in ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit einschränkt - auch im 21. Jahrhundert und auch in den Industriestaaten. Schon als Kinder bekommen Mädchen oft weniger Taschengeld als Jungen, und obwohl sie im Jugendalter meist besser in der Schule sind, streben sie weniger gut bezahlte Berufe an. Und dann kommen die Kinder. Die Babypause ist ein starker Einschnitt in der Karriere - und damit auch in die Finanzen. Während in einigen Ländern wie zum Beispiel Frankreich die meisten Mütter die Doppelbelastung Beruf und Haushalt stemmen können, ist in Deutschland und der Schweiz das Bild der Rabenmutter noch weit verbreitet. Zudem verrichten gerade viele Mütter unbezahlte Haushalts- und Kinderbetreuungsarbeiten - sogenannte Care-Arbeit. In den Vereinigten Staaten entspricht die unvergütete Hausarbeit von Frauen 43 Prozent des BIP, in Frankreich 33 Prozent. Damit wird deutlich: Muttersein geht einher mit der beruflichen Glasdecke; Führungsposten oder echte finanzielle Unabhängigkeit bleiben für die meisten Frauen unerreichbar. Selbst in Island, das seit des Frauenstreiks 1975 als Pionierstaat für Emanzipation gilt, bestehen Ungerechtigkeiten weiter fort. Die Isländerinnen sind das beste Beispiel dafür, wie lang und steinig der Weg zur echten Gleichberechtigung sein kann. Erstausstrahlung: 01.03.2026
23:40
Seit Jahrzehnten dokumentiert der Tieraktivist und Filmemacher Karl Ammann den illegalen Wildtierhandel. In Begleitung des Regisseurs Laurin Merz führt die investigative Reise nach Namibia, von wo 22 Elefanten eingefangen und per Frachtflugzeug in Zoos der Vereinigten Arabischen Emirate verschleppt werden. Ebenfalls filmen Ammann und Merz den illegalen Elefantenhandel von Laos nach China: Über die grüne Grenze marschieren die gigantischen Tiere ins Verderben. In den chinesischen Zoos werden Elefanten gezwungen, Fussball, Dart und Xylophon zu spielen; ein illegales Geschäft, ohne moralische Grenzen. «Stealing Giants» zeigt diese grausame Halbwelt, in der Korruption vorherrscht und mit Geld alles möglich ist. Gleichzeitig bekommen die grauen Riesen eine Stimme und dem Publikum bleibt eine Spur Hoffnung.
01:10
Der englische Offizier Thomas Edward Lawrence (Peter O'Toole) ist im Ersten Weltkrieg in Kairo stationiert, wo er einen Bürojob bekleidet, der ihn nicht interessiert. Vielmehr möchte der studierte Archäologe an «wilden Abenteuern in der Wüste» teilnehmen. Um aus dem eigenwilligen, undisziplinierten 29-jährigen einen Mann mit Führungsqualitäten zu machen, wird er als Vermittler zwischen britischen Interessen und dem arabischen Prinz Feisal (Alec Guinness) eingesetzt. Lawrence gewinnt den Respekt der Araber und schafft es, die zerstrittenen Beduinenstämme - etwa jene von Sherif (Omar Sharif) und von Auda (Anthony Quinn) - zu versöhnen. Als geeinte Streitmacht kämpfen die Araber schliesslich gegen die verfeindeten Türken, die mit modernem Kriegsgerät ausgerüstet sind. Nach einer ersten erfolgreichen Schlacht um die Garnison Akaba rücken die Araber gegen Damaskus vor. Lawrences clevere Kriegsführung und noble menschliche Haltung werden allerdings durch dessen Wandlung vom klugen Feldherrn zum arroganten, egoistischen und grössenwahnsinnigen Führer langsam untergraben. David Leans monumentales Epos wurde 1963 mit insgesamt sieben Oscars ausgezeichnet (darunter Bester Film und Beste Regie). Der Film verpackt die historische Figur des T. E. Lawrence (1888 bis 1935), der als Berater des späteren irakischen Königs Feisal I. den Araberaufstand gegen die Türken (1916 bis 1918) organisierte, in eine pittoreske Abenteuergeschichte mit Wüstenbildern von atemberaubender Wucht. Für die Titelrolle waren ursprünglich Albert Finney und Marlon Brando vorgesehen; Katharine Hepburn überzeugte dann aber Produzent Sam Spiegel, den damals noch weitgehend unbekannten Peter O'Toole dafür zu engagieren. Der ursprünglich 222 Minuten lange Film wurde kurz nach der Premiere um 20 Minuten gekürzt, für die Wiederaufführung Anfang der 1970er-Jahre nochmals um 15 Minuten. In der vorliegenden Fassung wurden die Bilder einer umfassenden Restauration unterzogen, sodass sie nun in ihrer ganzen Pracht noch besser zur Geltung kommen. Dazu wurden aber auch ursprünglich herausgekürzte Szenen erstmals wieder eingefügt. Da diese Szenen nie deutsch synchronisiert wurden, sind sie mit Untertiteln versehen - und dadurch leicht als Ergänzungen erkennbar, was den Vergleich mit früheren Versionen vereinfacht.
04:40
Ob auf den Barrikaden, in geheimen Netzwerken oder mit leiser Beharrlichkeit - Frauen prägen weltweit Revolutionen. Und aktuell kämpfen sie vielerorts im Umfeld autoritärer, antifeministischer Gesellschaften: gegen Abtreibungsverbote in Teilen der USA und in Polen, gegen Bildungsverbote und massive Einschränkungen für Frauen in Afghanistan oder brutales Vorgehen gegen Demonstrierende im Iran. Zum Internationalen Frauentag rückt ihr oft übersehener Einfluss ins Zentrum. Die Frauen sind laut, vernetzt und unaufhaltsam. Die Autorin und Journalistin Shila Behjat («Frauen und Revolution») vermutet trotzdem einen Übergang in ein neues, ein weibliches Zeitalter. Überall dort, wo heute um Demokratie gerungen wird, sind Frauen an der Front. Und Autokraten scheinen die Freiheit der Frauen ebenso zu fürchten wie die Freiheit selbst. Die Historikerin, Journalistin und Autorin Leonie Schöler («Beklaute Frauen - Denkerinnen, Forscherinnen, Pionierinnen: Die unsichtbaren Heldinnen der Geschichte») zeigt zugleich, wie systematisch weibliche Geschichte verdrängt wurde. Wäre überliefert, was Frauen in Revolutionen, Wissenschaft, Kunst und Alltag tatsächlich geleistet haben, wäre das alte Bild vom überlegenen Mann und natürlichem Hausherrn so mächtig geblieben? Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März spricht Olivia Röllin mit den beiden darüber, was dieses weibliche Zeitalter sein soll, wie die Welt aussehen kann, wenn diese Freiheitsbewegungen erfolgreich wären, wo die solidarischen Männer sind und wie sich die Zukunft verändern würde, wenn Frauen sichtbarer wären.