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Virginie ist eine der ersten französischen Stuntfrauen und begann vor über 25 Jahren ihre Karriere in diesem anspruchsvollen Metier. Nach einer beeindruckenden Laufbahn, in der sie unter anderem an Filmen wie «Fast & Furious 6» und «Lucy» mitwirkte, strebt sie nun danach, sich als erste weibliche Stuntkoordinatorin zu etablieren. Petra ist Schweizerin und lebt seit über 20 Jahren in Hollywood. Ihr Körper trägt die Spuren ihrer ungewöhnlichen Karriere, weswegen sie nach schonenderen Alternativen sucht - zum Beispiel als Stuntfahrerin oder Schauspielerin. Estelle hat ihre Karriere als Agraringenieurin an den Nagel gehängt, um sich zur Stuntfrau ausbilden zu lassen. Auf dem Campus träumt sie gemeinsam mit anderen motivierten und enthusiastischen Stuntfrauen von ihrer Zukunft als Heldin und Kämpferin. Doch die Realität der Filmdrehs sieht meist anders aus. «Stuntfrauen» blickt hinter die Kulissen einer Industrie, die mit der vorgetäuschten Gewalt an Frauen viel Geld verdient. In der männlich dominierten Filmindustrie sind stereotype Darstellungen von verletzlichen Frauen auf der Leinwand nach wie vor verbreitet, und selbst Stuntfrauen finden sich oft in Rollen weiblicher Opfer wieder, während männliche Kollegen Täter oder Helden verkörpern. Die Filmemacherin Elena Avdija beleuchtet in ihrem Erstlingswerk ein spannendes und knallhartes Business, in dem die Akteurinnen zu oft im Schatten bleiben. Erstausstrahlung: 12.01.2025
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«La Mif» ist französischer Slang und bedeutet «Familie». Die Mädchen, die im Jugendheim leben, haben hier zum ersten Mal so etwas wie eine Familie gefunden. Dabei muss die Heimleiterin immer wieder zwischen menschlicher Nähe und notwendiger beruflicher Distanz abwägen. Die Gründe, weshalb die Mädchen hier zusammenkommen, sind vielseitig. Alle haben sie aber ein Trauma, das sie zu überwinden versuchen. Ohne Krisen und Konflikte geht nichts. Dafür sind die Temperamente der jungen Frauen zu verschieden. Ihr Lebenshunger zu gross und ihr Platz in der Gesellschaft zu prekär. Dann bringt ein Zwischenfall das Pulverfass zum Explodieren und zeigt gravierende Mängel im Jugendschutzsystem auf. Im Sozialdrama von Fred Baillif verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentarfilm. Der Genfer Filmemacher setzte bewusst auf Laiendarstellende. Fast alle Darstellende stehen für «La Mif» zum ersten Mal vor der Kamera. So auch die Heimleiterin Claudia Grob, die Lora spielt und für ihre Rolle mit dem Schweizerfilm Preis 2022 in der Kategorie «Beste Hauptdarstellerin» geehrt wurde. Der Regisseur Fred Baillif hatte sie, vor vielen Jahren im Rahmen eines Praktikums zum Sozialarbeiter, kennen und schätzen gelernt.