21:05
Vom Gefühl zur Tatsache: Gemeinsam Foodwaste messen Obwohl das Bewusstsein für Foodwaste gross ist, unterschätzen die meisten Menschen die Menge an Lebensmitteln, die sie selbst wegwerfen. Um präzise Daten zu erheben, wurde das Citizen-Science-Projekt «Aufgabeln» ins Leben gerufen. Ziel ist es, nicht nur zu messen, wie viele, sondern auch welche Lebensmittel warum im Abfall landen. Die Sendung «Einstein» begleitet die Moderatorin Kathrin Hönegger und eine weitere Teilnehmerin, die während 14 Tagen ihren persönlichen Foodwaste exakt dokumentieren und dabei überraschende Erkenntnisse gewinnen. Kreative Lösungen für Handel und Gastronomie Lebensmittelverluste sind nicht nur ein Problem der Privathaushalte. Je später ein Produkt in der Kette weggeworfen wird, desto grösser ist die Umweltbelastung. Aus diesem Grund entwickeln der Detailhandel und die Gastronomie innovative Konzepte, die sich auch finanziell auszahlen. Die Lösungsansätze reichen von «Wundertüten» mit Produkten kurz vor dem Ablaufdatum über gezielte Nachhaltigkeitsschulungen für das Personal bis hin zum Verkauf von tiefgefrorenem Fleisch zu reduzierten Preisen. Auf der Suche nach versteckten Qualitätsverlusten Foodwaste entsteht oft schon, bevor Früchte im Laden ankommen. Die Empa-Forscherin Elisabeth Tobler untersucht bei Coop, wo auf dem Transportweg Qualität verloren geht. Anhand eines digitalen Zwillings kann sie simulieren, wo im Lastwagen Temperaturunterschiede entstehen und wie sich so Verluste vermeiden lassen. Einfache Tricks mit grosser Wirkung Lebensmittel zu retten, beginnt mit kleinen Veränderungen im Alltag. Schon einfache Gewohnheiten können einen grossen Unterschied machen: Vor dem Einkaufen den Kühlschrank prüfen und eine detaillierte Liste schreiben, die Lebensmittel im Kühlschrank optimal lagern und die Bedeutung von Verbrauchs- und Mindesthaltbarkeitsdaten kennen. Ein simpler Trick der Foodwaste-Expertin zeigt das Potenzial: Schrumpelige Karotten werden wieder knackig und frisch, indem man sie einfach für eine Weile in ein Glas Wasser stellt.
21:50
Anhand von Hintergrundberichten und Interviews informiert die seit 1990 bestehende Sendung über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland. Gespräche werden teils auf Schweizerdeutsch aufgezeichnet.
22:15
Rund um die Jahreszeiten werden die Zuschauer in der Sendung mit den relevantesten Informationen über Wetterwarnungen und Trends versorgt.
22:30
Taiwan erscheint Besucherinnen und Besuchern als freies, friedliches und modernes Land. Doch politisch steht die Insel so stark unter Druck wie schon lange nicht mehr. Denn für die Volksrepublik China ist Taiwan Teil des eigenen Territoriums. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass die Insel früher oder später einverleibt werden soll, wenn nötig mit Gewalt. Würde sich Taiwan für unabhängig erklären, wäre dies ein Kriegsgrund. Die USA sind seit Jahrzehnten ein enger Partner Taiwans, doch ob sie dem Land im Ernstfall militärisch beistehen würden, ist ungewiss. Amerikanische Präsidenten haben sich dazu unterschiedlich geäussert. Die Unklarheit sorgt in Taiwan für Unsicherheit. Vor Ort spricht Moderator Sebastian Ramspeck mit hochrangigen Entscheidungsträgern wie dem stellvertretenden Aussenminister Wu Chih-chung und Lin Fei-fan vom Nationalen Sicherheitsrat. Sie erklären, wie Taiwan versucht, sich gegen eine militärisch überlegene Macht zu behaupten. Dank ziviler Widerstandskraft und asymmetrischer Kriegsführung soll ein Angriff für China möglichst teuer werden. Ein Krieg um Taiwan würde weltwirtschaftliche Verwerfungen mit sich bringen. Schliesslich produziert das Land die Mehrheit der Chips, die in praktisch allen elektronischen Geräten zum Einsatz kommen - vom Mobiltelefon bis zum Kampfflugzeug. Die Dominanz in der Chip-Industrie ist für Taiwan Schutz und Risiko zugleich. Moderator Sebastian Ramspeck ist für «SRFglobal» vor Ort in Taiwan. Zusätzlich beleuchtet SRF-China-Korrespondent Lukas Messmer die chinesische Sicht und spricht mit Zhou Bo, einem ehemaligen Oberst der chinesischen Armee. Die zentrale Frage bleibt: Kann Taiwan den Druck aushalten - und für wen spielt die Zeit?
23:10
20 Millionen Mal wurde ein Video mit Stephanie Fuchs in ihrem tansanischen Massai-Dorf angesehen. Die Deutsche lebt hier seit fünfzehn Jahren mit ihrem Massai-Ehemann Sokoine Papaa. In den sozialen Netzwerken erzählt sie vom Alltag und von der Kultur seiner Familie. Ihre Reichweite ermöglicht es ihr, die Grossfamilie zu finanzieren. Gleichzeitig werden deren Mitglieder zu Protagonisten einer Geschichte, die vor allem Stephanie erzählt. Im benachbarten Kenya kämpft der Massai-Aktivist Ole Kaunga gegen diese Deutungshoheit von aussen. Für ihn verdecken die wirkmächtigen Bilder die drängenden Probleme seiner Gemeinschaft: den Verlust von Land und Identität, Armut und fehlende Perspektiven. Wie schwer es ist, sich von den Klischees zu lösen, zeigt sich auf Sansibar. Dort verkaufen junge Massai Schmuck an Touristinnen und mitunter auch die Phantasie vom exotischen Liebhaber. Sie leben von genau jenem Mythos, in dem sie gefangen sind. Zwischen Stephanies viralen Bildern, Ole Kaungas politischem Kampf und den Ferienflirts auf Sansibar zeigt «NZZ Format», wie ein fremdbestimmtes Image zur Lebensgrundlage werden kann und was es kostet, die Kontrolle darüber zurückzugewinnen. Ein Film von Cristina Karrer
23:40
23:50
Abschied ist immer und überall. Gabriele von Arnim, bald 80-jährig, hat ein Jahr lang über Abschiede nachgedacht, darüber, was sie nicht mehr kann, was sie nicht mehr muss und darüber, was in dieser Welt verlustig geht, wenn Empathie fehlt. Sie hat persönliche und politische Abschiede in einem Tagebuch festgehalten und erzählt von unerfüllten Wünschen genauso wie vom Älterwerden und von einer Welt, deren Veränderungen sie bis in ihre Träume verfolgen. Dabei wurde sie zwar nicht weniger besorgt, aber gleichzeitig heiterer - denn Abschiede sind für sie auch der Weg zur Freiheit. Dazu gehört, sich von der Vorstellung zu verabschieden, wie das eigene Leben sein sollte, um sich auf das einzulassen, was tatsächlich ist. Zugleich bleiben mit jedem eingeschlagenen Weg andere ungegangen. Auch unerfüllte Wünsche gehören zum eigenen Leben. Gabriele von Arnim kennt die Spannung zwischen Verlust und neuen Möglichkeiten aus eigener Erfahrung. Zehn Jahre begleitete sie ihren schwerkranken Mann bis zu seinem Tod. Danach musste sie lernen, die wiedergewonnene Freiheit zu leben. Davon erzählte sie in ihrem Buch «Das Leben ist ein vorübergehender Zustand». Mit Olivia Röllin spricht sie darüber, wie man nach dem Tod eines Menschen in ein eigenes Leben zurückfindet, wie man angesichts von Krieg und politischer Verrohung empfindsam bleibt, ohne zu verzweifeln, ob man sich auf das eigene Sterben vorbereiten kann und woher sie die Zuversicht nimmt, dass selbst im Abschied noch ein Anfang möglich ist.