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In dem mit dem Swiss Comedy Award 2025 Kategorie Solo ausgezeichneten Programm kramt Jane Mumford tief in ihrer Vergangenheit: Wären wir nicht alle gerne wieder 16 Jahre alt? Nein, nicht alle. Jane Mumford wär's lieber nicht. Als Kind schien ihr die Welt noch magisch, aber kaum verliess sie die Grundschule bestand ihre Welt nur noch aus mühsamen Dingen wie: cool-sein-wollen, dazugehören-müssen, mithalten-zu-versuchen, die grosse Liebe finden - und irgendwann muss ja auch noch was erreicht werden, bevor man stirbt. So viel zu tun. Vor lauter Überforderung verbrachte sie ihre Teenie-Jahre zurückgezogen als stepptanzende Gothic-Rockerin und fragt sich nun, ob sie je ganz aus diesem Teenie-Zustand herausgewachsen ist? Denn all die Selbstzweifel, der Weltschmerz und das «Overthinking» verfolgen sie noch heute - in den ganz, ganz dunklen Schatten der Nacht.
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Spätausgabe
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Spätausgabe
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Wie lassen sich die Herausforderungen, vor denen die Welt steht, bewältigen? Wie müsste die Weltwirtschaft funktionieren, um tatsächlich nachhaltig zu sein? Und wie gelingt es einem Unternehmen, sowohl mit den Menschen wie mit der Umwelt respektvoll umzugehen und dennoch profitabel zu bleiben? Diese grossen Fragen haben die Filmemacher Tristan Lochon und Julien Demond dazu bewogen, diesen Dokumentarfilm zu drehen - und darin Menschen zu porträtieren, die ihre ganz eigenen Antworten auf diese Fragen gefunden haben. Da ist etwa Madusha Ranaweera aus Sri Lanka, die die biologische Tee-Produktion ihres Vaters übernommen hat und Frauen aus kleinen Dörfern ein faires Einkommen ermöglicht. Yvon Chouinard, der Gründer der Outdoor-Marke Patagonia, der den Zweck seines Unternehmens darin sieht, den Planeten zu retten. Oder Paul Polman, ehemaliger CEO von Unilever, der versucht hat, die Kultur innerhalb eines internationalen Konzerns von Grund auf zu verändern. Allesamt Pionierinnen und Pioniere, die ihren Teil dazu beitragen, die Umwelt zu schützen und die Menschenrechte hochzuhalten. «Kein Planet, kein Profit» ist ein Film, der Hoffnung macht und inspiriert, ohne die Hindernisse und Stolpersteine auszublenden: «Um diese Aufgaben zu stemmen, brauchen wir Leute, die bereit sind, zu scheitern», sagt etwa Andy Fyfe, der für eine Non-Profit-Organisation arbeitet, die Nachhaltigkeits-Zertifikate verleiht. «Zu scheitern - aber dabei voranzukommen.» Erstausstrahlung: 25.01.2026
23:45
In «A Sisters' Tale» erzählt die iranisch-schweizerische Regisseurin Leila Amini die intime und kraftvolle Geschichte ihrer Schwester Nasreen. Über sieben Jahre hinweg begleitet sie Nasreen mit der Kamera - eine Frau, die in einer arrangierten Ehe lebt, mit zwei Kindern und einem oft abwesenden Ehemann. Trotz der strengen gesellschaftlichen Regeln im Iran, insbesondere dem Verbot für Frauen, öffentlich zu singen, beginnt Nasreen, ihre Stimme zurückzuerobern - musikalisch und persönlich. Der Dokumentarfilm zeigt eindrucksvoll, wie Nasreen sich von einer verletzlichen Ehefrau zu einer selbstbestimmten Künstlerin entwickelt. Ihr Weg zur Freiheit verändert nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familie. Leila Amini gelingt ein tief berührender Einblick in das Innenleben iranischer Frauen und deren Kampf um Selbstbestimmung. Der Film wurde bereits auf internationalen Festivals wie Locarno, Toronto und Amsterdam gefeiert und gilt als bewegendes Zeugnis weiblicher Stärke und künstlerischer Befreiung.
01:20
In seinem Citroën besucht der Handelsreisende namens Krieger (Willy Ziegler) als Vertreter des US-Kosmetikkonzerns «Blue Eye» tagsüber Coiffeur- und Schönheitssalons in der ganzen Schweiz. Nach getaner Arbeit schlägt er sich dann die Nächte um die Ohren. Krieger ist ein kettenrauchender Feierabendtrinker mit weissen Socken und dunklen Augenringen. Seine Reise führt ihn durch eine nebelverhangene Schweizer Schattenlandschaft: Salons, Hotelzimmer, Kirchgemeindesäle, Spelunken und schäbige Nachtlokale. Sei es an der Herbstmesse in Basel oder auch als Gast einer einfachen Bauernfamilie: Nie wird Krieger klar, was für ein sinnentleertes Leben er führt. Erst eine Friseuse hält ihm gnadenlos den Spiegel vor. Doch die Einsicht hält nicht lang und bald schon lässt er wieder eine Zürcher Nacht trinkend, tanzend und prügelnd zum Tag werden. Filmemacher Christian Schocher verknüpfte 1981 auf unnachahmliche Weise Alltägliches mit Mythen, die bis in prähistorische Zeiten hineinreichen. Die deutsche «Zeit» schrieb seinerzeit von einer «schleichenden Faszination. Anfangs fragt man sich, wohin die Reise führen soll. Bald schon ist man verführt und kann sich am Reichtum dieser Bilder nicht sattsehen.» Und Wolfram Knorr urteilte 2015 in der «Weltwoche»: «Schochers Film ist ein Gebilde aus Kunst und Leben, voller Irritation und Absurditäten. Ein Meisterstück an Form und Fantasie über die Schweiz; der mit Abstand beste Schweizer Film.»
03:40
Aufrüstung kostet nicht nur. Jemand muss all die Waffen auch bedienen können. Wer stellt sich also an die Grenze, wenn Russland angreift? «Ich sicher nicht», sagt Ole Nymoen. Sein Buch «Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit» sorgte unlängst für rote Köpfe und hitzige Debatten. So wie er argumentieren viele junge Menschen. Auch in der Schweiz ist die Bereitschaft, Wehrdienst zu leisten, gesunken. Ausgerechnet jetzt, da auf dem europäischen Kontinent seit fast vier Jahren Krieg geführt wird. Deshalb soll der Zivildienst nun unattraktiver und eventuell die Gewissensprüfung wieder eingeführt werden. Wer also ist bereit zu kämpfen? Und ist es moralisch vertretbar, Menschen zum Töten zu zwingen? Darüber spricht Yves Bossart mit der Philosophin Katja Gentinetta, dem Militärexperten Georg Häsler und mit dem deutschen Autor und Podcaster Ole Nymoen.
04:40
Das Slow-TV-Format «Schweiz von oben» zeigt auf einzigartige Weise die Schönheit der Schweiz aus einer neuen Perspektive. In dieser Episode fliegen die Zuschauenden über das pulsierende Zürich - Musik von Steven Parry und Christian Zehnder begleitet die atemberaubenden Aufnahmen. «Schweiz von oben» - eine einzigartige Reise durch die Schweiz.
04:55
Der viele Regen bringt die Bauarbeiten für den neuen Kindergarten in einem ärmlichen Quartier von Mombasa ins Stocken. Die Regenzeit hat in dieser Region Kenias dieses Jahr ungewöhnlich spät eingesetzt. Joshua Schmidli und seine Partnerin Vera Leibundgut haben mit ihrem Hilfsverein «Harrisons Primary School» die Mittel für den Bau gesammelt - eigentlich soll die Eröffnung im Herbst gefeiert werden. Das junge Berner Paar engagiert sich in seiner Freizeit für die Schule: Joshua arbeitet als Assistenzarzt in der Orthopädie am Spital Emmental in Burgdorf, seine Partnerin Vera ist Sozialpädagogin. Ihr Einsatz für eine Schule in Mombasa zeigt, wie viel möglich wird, wenn Menschen mit Herz und Ausdauer für eine bessere Zukunft kämpfen. Früh am Morgen im Ausbildungszentrum Verpflegung der Schweizer Armee in Thun BE: Zeitsoldat Pascal Arnold steht vor einem Stresstest. Unter Wettkampfbedingungen muss er zwei Gerichte zubereiten: sein selbst kreiertes Poulet im Pilzmantel - und die ungeliebten Éclairs. Genau so, wie es später bei den EuroSkills gefordert wird. Der 20-jährige Urner hat ein klares Ziel: Gold für die Schweiz bei den europäischen Berufsmeisterschaften. Sein Coach Martin Amstutz überwacht das Eins-zu-eins-Training akribisch. Jede Bewegung zählt, jeder Handgriff wird analysiert. In wenigen Wochen folgt der Ernstfall in Dänemark. Wie gut ist Pascal vorbereitet? Wo liegt noch Potenzial? Die achtjährige Clara Burgener kommt derzeit oft erschöpft aus der Schule nach Hause. Das neue Schuljahr hat begonnen - und ihre neuen Mitschüler müssen erst lernen, wie sie besser auf Clara Rücksicht nehmen können. Sie kam gehörlos zur Welt und trägt heute Cochlea-Implantate, die ihr das Hören ermöglichen. Für Clara bedeutet das: Jeder Tag ist ein kleiner Kraftakt. Aber Clara hat auch Grund zur Freude. Bei der Stiftung Wunderlampe hat sie sich gewünscht, einmal mit den «Schwiizergoofen» auftreten zu dürfen - und dieser Wunsch geht in Erfüllung. Vor Kurzem kam die Zusage, und jetzt übt Clara voller Begeisterung mit Videos für ihren grossen Auftritt.