21:15
Zur Initialzündung von "Lasst's ma's schee griaßn!" besuchten Pascal Kitzmüller und Karl Weixelbaumer als Moderations-Duo "2:tages:bart" niemand geringeren als Sepp Forcher, der Ideengeber der Sendung ist. Der gebürtige Südtiroler stand wie kein Zweiter in der österreichischen Medienlandschaft für Brauchtum und Tradition: Werte, die auch die beiden Oberösterreicher hochhalten wollen. In "Lasst's ma's schee griaßn" richten sie von einer Persönlichkeit zur anderen "Schöne Grüße" aus und erleben am Weg die charmantesten Seiten ihres Heimatlandes: von Handwerk über sportliche Action bis hin zu Kultur und Musik - so schön ist Österreich.
22:15
Erfolgsautor Ulf Poschardt rechnet bei KLARTEXT Deutschland mit dem "Bückbürgertum" ab. In seinem gleichnamigen Buch beschreibt er, wie sich Konservative und Liberale über Jahrzehnte hinweg bücken und so links-grüne Ideologien erst richtig stark gemacht haben. Seine These: Nur ein gerades Bürgertum bringt Deutschland weiter.
23:00
In den 1970er-Jahren beginnen die Menschen langsam. ihre eigenen Träume zu verwirklichen: Ein eigenes Haus, ein eigener Garten oder mit dem eigenen Auto schöne Orte erkunden. Häuslbauer und Heimwerker werden zum Wirtschaftsfaktor. Karlheinz Essl gründet mit Baumaxx den ersten Baugroßmarkt. Auch der Fremdenverkehr nimmt den Schwung des Wohlstands mit, gewinnt zusehends an Bedeutung. Ganze Regionen blühen touristisch auf. An der Adria-Küste, aber auch an Österreichs Seen werden Wiesen und Ufer zu Campingplätzen. Bei den Nationalratswahlen 1971 erringt Bruno Kreisky erstmals eine absolute Mehrheit. In Deutschland, in Schweden, in Österreich beginnt ein sozialdemokratisches Jahrzehnt. Die künstlerische Avantgarde der 1968er-Generation kommt mit Zeitverzögerung nach Österreich. Sie definiert das Jahrzehnt. "In den 70er kam wieder besonders für uns Künstler ein großes Hochgefühl. Da war der erste Aufschwung in Österreich, der ganz große", schwärmt Schauspiel-Ikone Erni Mangold. Auf den Hochschulen werden Autoritäten in Frage gestellt. Auf den Aufbruch folgt Ernüchterung. Österreichs erstes - und einziges Atomkraftwerk - wird fertiggestellt. Spät, aber laut formiert sich der Protest aus ganz unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Eine Generation von schnellen Männern aus Österreich dominiert die Formel 1: Jochen Rindt, Niki Lauda und Helmut Marko. Letztgenannter kann sich noch sehr genau an die Grundstimmung erinnern: "Atmosphärisch war die damalige Zeit schon ganz was anderes, viel freundschaftlicher - meistens hat es irgendwo eine Party gegeben. Man konnte leben, wie man wollte." Die 1970er-Jahre, die wunderbaren. Vieles schien so einfach. Vieles war erlaubt. Vieles weist schon in eine neue Zeit.
23:55
Die 1980er-Jahre haben es in sich - vieles bewegt sich in und rund um Österreich. Manches davon soll noch Generationen später in ihrem Sein und Denken prägen. Im Sommer 1989 wird das Burgenland Schauplatz dramatischer Szenen: Tausende DDR- Bürger fliehen über Ungarn in den Westen. Drei Monate später fällt in Berlin die Mauer. Der burgenländische Wirt Heinz Luisser erinnert sich: "Für mich war es ein wunderbares Jahr, weil ich zum einen noch unbekümmert war, weil es ein Erlebnis war - und weil es eine Veränderung dargestellt hat in der Geschichte." 1986 kämpft sich Jörg Haider als FPÖ-Obmann ins politische Rampenlicht - ein Mann, der polarisiert wie kein anderer. Kurt Waldheim wird Bundespräsident und Österreich diskutiert über seine Vergangenheit in der Nazi-Zeit. Viktor Frankl hält 1988 eine viel beachtete Rede am Heldenplatz: "Ich kenne nur zwei Rassen: Die der Anständigen und die der Unanständigen." Skispringer Toni Innauer triumphiert bei Olympia 1980: "Die Goldmedaille, natürlich, herzlich willkommen und wunderbar." Köchin Lisl Wagner-Bacher wird als eine der ersten Österreicherinnen vom Gault Milleau ausgezeichnet: "Das war eine spannende Zeit, in der wir auch viel gelernt haben." Die Österreicher beginnen, der Umwelt mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Die Besetzung der Hainburg Au 1984 ist einer der Grundsteine der Gründung der "Grünen". Beatrix Neundlinger, Sängerin der Polit-Band "Schmetterlinge" erinnert sich an das Konzert in der Au. "In der Au haben wir auch gespielt. Es war eines der kältesten Konzerte, uns ist die Flöte an den Lippen angefroren gewesen." Die Österreicher sind voller Hoffnung. Wirtschaftliche Krisen sind bewältigbar. Es bieten sich neue Chancen, auch wenn erstmals wieder eine tiefe Spaltung der Gesellschaft spür- und sichtbar wird.