18:09
In Jonas' Wohnung hat sich die Anzahl der Bewohner aktuell vervierfacht, denn Patricia ist mit ihrem Sohn und der gemeinsamen Tochter Hailey in Mannheim zu Besuch. Ihren Alltag bestreitet die junge Mutter sonst allein im über 300 Kilometer entfernten Northeim und ist froh, während ihres Besuchs die Verantwortung auch mal abgeben zu können. Jonas ist zum ersten Mal Vater, aber gibt sich alle Mühe mit seinem Töchterchen. Die Kleine kam zwar ungeplant, für den 25-Jährigen macht sie sein Leben allerdings erst komplett. Derweil gehen die Sanierungsarbeiten an den gelben Reihenhäusern bald in die nächste Runde. Dieses Mal sind die Gärten und Fassaden dran. Für Carmen kein Grund zur Freude, schließlich wird sie deshalb ihren geliebten Rückzugsort an der frischen Luft eine Weile den Arbeitern überlassen müssen. Da sie schon immer viel Arbeit in den Außenbereich investiert hat, hofft sie, ihn schnell wieder mit neuen Zäunen nutzen zu können. Denn die Zeit ohne Begrenzung sieht sie äußerst kritisch. Pascal wiederum beschäftigt sich gerade intensiv mit dem Thema Ernährung: Weil er gesünder leben will, hat er immer neue Ideen. Dieses Mal will sich der junge Barackler an grünen Smoothies probieren. Mutter Beate googelt Rezepte und dem Duo fallen gleich mehrere Probleme auf. Es fehlen nicht nur die passenden Zutaten, sondern auch ein Mixer. Den kann Nachbarin Sandra vorbeibringen, während Pascal die Lebensmittel besorgt. Weil sie ohnehin vor Ort ist, hilft Sandra auch beim Zubereiten und probiert den fertigen Smoothie. Begeisterung sieht allerdings anders aus.
19:08
Mike ist nach dem Rauswurf aus der WG am absoluten Tiefpunkt und überzeugt, Sara und seine Tochter ein für alle Mal verloren zu haben. Doch ausgerechnet durch Milla erkennt er, dass er so leicht nicht aufgeben darf, sondern um seine Tochter kämpfen muss. Von diesem Gedanken angetrieben, fasst Mike neuen Mut und bittet Sara eindringlich darum, ihm wenigstens die Chance zu geben, sich als Vater zu beweisen. Dabei macht er ihr klar, dass er alles daransetzen will, Verantwortung zu übernehmen und für seine Tochter da zu sein.
20:14
München ist ein Drogen-Hotspot. Vor allem gilt der Nußbaumpark als Treffpunkt für Drogengeschäfte. Hier sind täglich Menschen mit einer Suchterkrankung, wie Phillipp und Laura, unterwegs. Beide konsumieren Kokain - spritzen sich regelmäßig. Dass solche Substanzen sämtliche Gefahren mit sich bringen, ignoriert das Paar. Auch George und Maria stecken tief in der Sucht. Ihr gesamter Alltag dreht sich um die Einnahme und Beschaffung von Drogen. Trotz Schuld- und Schamgefühlen schaffen sie es nicht aus dem Teufelskreislauf auszubrechen. Zusätzlich ist George obdachlos und befürchtet, dass seine Bewährungsstrafe aufgrund neuer Delikte widerrufen wird.
22:14
Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist circa 54 Hektar groß. Im Schatten der Skyline, wo die europäische Finanzwelt zu Hause ist, befindet sich einer der härtesten Drogenhotspots des Landes. Circa 40 dauerhaft obdachlose Drogenabhängige zählt die Stadt - offiziell. Ein Blick auf den Alltag im berüchtigten Frankfurter Bahnhofsviertel lässt daran zweifeln. Seit 2003 erhalten Schwerstabhängige in Frankfurt unter kontrollierter Abgabe und ärztlicher Aufsicht synthetisches Heroin. Eine, die an diesem Programm teilnimmt, ist Nadja. Die 40-Jährige hält einen längeren Entzug von der Droge kaum aus. Die gelernte Friseurin und ehemalige Barchefin ist seit 14 Jahren abhängig von Heroin, in die Sucht geriet sie durch Partydrogen. Mittlerweile hat sie zwanzig Entgiftungen zumindest angefangen, die Hälfte davon allerdings abgebrochen. Um Diamorphin, das synthetische Heroin, zu erhalten, gibt es neben dem Mindestalter von 23 Jahren strenge Voraussetzungen: Man muss mindestens fünf Jahre lang abhängig sein, unter schwerwiegenden somatischen und psychischen Störungen leiden und mindestens zwei Entgiftungen und eine sechsmonatige Therapie absolviert haben. Für die Abhängigen soll so ein würdevolles Leben ermöglicht werden, in dem sich nicht alles auf den Suchtdruck zentriert. Die Realität sieht anders aus, denn vielen reicht das Diamorphin nicht - sie nehmen auch weitere Drogen und setzen sich den Risiken eines gefährlichen Mischkonsums aus.