17:55
Der Zigarrenmacher Juan Marco Varon, ein Exil-Kubaner, ist brutal gefoltert und ermordet worden. Bei der Tatwaffe handelt es sich um eine "Chaveta", ein spezielles Werkzeug, das zur Herstellung von Zigarren benutzt wird. Die Spur führt zu Marisela Coto und ihrer Organisation "Freies Kuba", die Kubanern bei der Flucht hilft. Unterdessen ist Matt Bolton erschossen vor einem Geldautomaten aufgefunden worden. Auch hier liefert die Tatwaffe den möglicherweise entscheidenden Hinweis auf den Täter. Bolton wurde mit einer Winfield niedergestreckt. Die Waffe gilt wegen ihres handlichen Formats als typische Frauenwaffe. Auf den Überwachungsbändern der Bank entdecken die Ermittler einen BMW, der zur Tatzeit langsam ins Bild fährt. Die Fahrerin wird als Melanie Hines identifiziert, die sofort zugibt, einen Disput mit dem jungen Mann gehabt zu haben. Sicherheitshalber habe sie ihre Pistole in die Hand genommen, und diese sei schließlich einfach losgegangen, weil sie so einen empfindlichen Abzug habe. Wird Melanie mit dieser Geschichte durchkommen?
18:40
Christine Lazzaro wird während eines Spring-Break-Urlaubs in Daytona Beach, Florida, tot aufgefunden, nachdem sie zuletzt mit einem unbekannten Mann gesehen wurde. Die Polizei hat nur wenige Hinweise, darunter eine Patronenhülse und Reifenspuren, und steht vor der Herausforderung, den Täter in einer Stadt voller Touristen zu finden.
19:25
Unter dem Motto "Zufällige Freizeitgewalt" trafen sich die beiden Brüder Dale und Jeff Hausner sowie Sam Dietman, um wahllos Menschen oder Tiere zu erschießen. In ihrem Geständnis behaupteten sie, gelangweilt von ihrem Beruf als Industriearbeiter gewesen zu sein und sich durch ihre Taten ähnlichen Ruhm wie die Manson-Family erhofft zu haben. War es also das Bedürfnis nach Anerkennung, das sie zu ihren Taten verleitete oder angeborene Mordlust?
20:15
Santé und ihr Sohn Kenneth Kimes leben in einer Fantasiewelt, betrügen andere Menschen um ihr Geld und ihren Besitz. Dabei gehen sie über Leichen, um ihr Treiben zu vertuschen. Sie töten einen Bankangestellten, einen Freund der Familie und 1998 schließlich eine 82-jährige Frau, deren Identität Santé Kimes annehmen wollte, um deren Appartementhaus in Manhattan zu verkaufen.
21:05
In Mobile wird Kay Atkins vermisst. Die 68-jährige Krankenschwester ist nach dem Besuch eines Kasinos verschwunden. Zuvor hatte sie dort einen sehr hohen Geldbetrag verloren. Unter Verdacht gerät ein Familienmitglied der Vermissten.
21:50
In Atalanta wird ein schauriger Fund in einer Mülltonne gemacht. Inmitten des Abfalls liegt nämlich eine tote Frau. Außerdem wird ein junger Mann überfallen. Er fällt Schlägern aus der Nachbarschaft zum Opfer.
22:35
Berlin, acht Monate später. Kurz vor Prozessbeginn gegen seinen Mandanten besucht Azra Schlesinger in seiner Kanzlei, um die Verteidigungsstrategie zu besprechen. Insbesondere der Gutachter, der die Kinderaussagen vor Gericht bewertet, macht Schlesinger Sorgen. Der Sachverständige hat keinerlei Erfahrung mit der psychologischen Begutachtung von Kindern, Ungereimtheiten und widersprüchliche Aussagen hat er in seinem Gutachten einfach ignoriert. Als Schlesinger wenige Tage später in Ottern eintrifft, ist die Stimmung im Ort gespannt. In den sozialen Medien herrscht Empörung über den mutmaßlichen Missbrauchsfall, User fordern "Todesstrafe für Kinderschänder". Nachts zerstören Unbekannte Azras Porsche, der vor dem Hotel zum Goldenen Hirschen parkt, und beschmieren das Auto mit dem Schriftzug "Ich verteidig Kinderschänder" - der Angriff galt offenbar Schlesinger. Bevor das Verfahren gegen Perez eröffnet wird, besucht Schlesinger einen der Missbrauchsprozesse gegen die weiteren Angeklagten in Ottern und hört dort den psychologischen Gutachter. Der bekräftigt vor Gericht die Glaubwürdigkeit der Kinderaussagen. Als eine Journalistin Schlesinger nach seiner Verteidigungsstrategie für Perez fragt, erzählt er ihr von einem Fehlurteil in einem historischen Gerichtsverfahren. Wegen des Rechenfehlers eines Gutachters wurde damals eine Frau fälschlicherweise wegen Mordes verurteilt. In Bezug auf Ottern heißt das für Schlesinger, dass Mehrheit nicht gleich Wahrheit ist. In der schieren Masse der Kinderaussagen sieht er noch keinen Beweis für deren Glaubwürdigkeit. So wird er argumentieren. Azra und Schlesinger treffen sich an Perez' Kneipe. Die beiden stehen vor dem Wandbild, das die Kinder in ihren Aussagen beschrieben haben. Tatsächlich ist es von der Straße aus nicht einsehbar, die Kinder können es nicht im Vorbeifahren gesehen haben. Doch Azra hat wieder einen entscheidenden Tipp für Schlesinger. Obwohl er in einem kritischen Verhältnis zur Kirche steht, richtet Schlesinger sich zum Arbeiten im Skriptorium eines Jesuitenklosters ein und kommt dort mit Pater Kappler ins Gespräch. Schlesinger glaubt nicht an die Sünde, die im Christentum eine so große Rolle spielt. Er glaubt an den Menschen.
23:10
Der Prozess gegen Perez beginnt. Gleich zu Beginn überrascht Schlesinger das Gericht und legt offen, dass der Kinderarzt Dr. Liessen farbenblind ist. Dessen Befunde über sexuellen Missbrauch an Kindern, die sich auch auf gerötete Hautstellen stützen, sind fragwürdig, da Liessen Hautrötungen gar nicht als solche erkennen kann. Darüber hinaus kommt ans Licht, dass das wichtigste Beweisstück im Prozess - der Abstrich des einzigen Kindes, an dem Liessen Spermaspuren erkannt haben will - niemals forensisch untersucht wurde. Die Probe war in der Praxis von Dr. Liessen versehentlich entsorgt worden. Damit ist auch dieser angebliche Beweis vor Gericht wertlos. Als Schlesinger anschließend KHK Laubach vor Gericht befragt, kommt heraus, dass das Kamera-Objektiv, das bisher als objektiver Beweis für die Existenz eines Kinderpornografie-Rings galt, zur Fotokamera eines Polizeifotografen gehört. Der Polizei ist bei der Sicherung des Beweismittels schlichtweg ein Fehler unterlaufen. Schließlich wird Ina Reuth in den Zeugenstand gerufen. Schlesinger überrascht das Gericht erneut: Die Kinder können das Wandbild am Kellereingang der Kneipe zwar nicht von der Straße aus gesehen haben - wohl aber von Ina Reuths Balkon. Ina Reuths Wohnung liegt dem Hintereingang von Perez' Kneipe direkt gegenüber. Schlesinger kann noch weitere Unstimmigkeiten in den Aussagen der Kinder offenlegen, die weder von Reuth noch in dem Gutachten des Sachverständigen bemerkt wurden. Doch er hat den Prozess damit noch nicht gewonnen. Auch wenn es in den Kinderaussagen Unstimmigkeiten gibt, kann nach Ansicht von Richterin Landsberg nicht ausgeschlossen werden, dass der Kern der Aussagen - der Missbrauch selbst - dennoch wahr ist. Nach Ende des Prozesstags nimmt Azra Schlesinger mit auf einen Hügel am Rande der Stadt, die beiden blicken auf das pittoreske Ottern. Azra fragt Schlesinger, ob er sich sicher sei, dass alle Angeklagten im Otterner Missbrauchsprozess unschuldig seien. Das ist er nicht. Aber: In einer rechtsstaatlichen Demokratie haben sie ein Recht auf Verteidigung.
23:45
Schlesinger bekommt eine anonyme SMS, deren Inhalt lediglich aus der Zahlenfolge "28, 42" besteht. Er vermutet KHK Laubach hinter der Nachricht. Mitten in der Nacht klopft er im Kloster den Pater aus dem Bett, um an seine Akten zu kommen. Gemeinsam entschlüsseln sie den Hinweis. "28,42" bezieht sich auf die Befragung eines Kindes in den Prozessakten. Schlesinger kann nachweisen, dass Staatsanwalt Cordelis absichtlich das Transkript einer der Kinderaussagen aus den Akten entfernt hat. In der Befragung hatte das befragte Mädchen - verwirrt nach einer Reihe von suggestiven Fragen - den Staatsanwalt selbst des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. So kann Schlesinger schließlich durchsetzen, dass die Kinderaussagen der erneuten Prüfung durch ein zweites Gutachten unterzogen werden. Die neue Gutachterin, Prof. Brandenburg, bewertet die Aussagen der Kinder aufgrund der Befragungsmethoden als ungeeignet, um sie als Beweismittel im Prozess heranzuziehen. Die Argumentation der Staatsanwaltschaft bricht dadurch endgültig zusammen. Das Gericht urteilt, dass es keine Beweise für einen Kinderpornografie-Ring in Ottern gibt, Perez wird freigesprochen. Cordelis ist am Boden zerstört. In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass einige der Kinder, deren Eltern in Untersuchungshaft waren, von dem Leiter eines Kinderheims tatsächlich missbraucht wurden. Diesmal gibt es Beweise und sogar ein Geständnis. Zurück in Berlin entsorgt Schlesinger seinen toten Goldfisch und bekommt Besuch von Azra, die ihm mitteilt, ihre anonyme Klientin sei sehr zufrieden mit seiner Arbeit, Schlesingers Honorar ist überwiesen. Da erreicht den Anwalt ein Anruf aus Ottern: KHK Laubach berichtet ihm, dass Perez tot aufgefunden wurde. Erschlagen mit einem Hammer.