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TV Programm für rbb Berlin am 24.05.2026

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Früher war der Urlaub sonniger 22:00

Früher war der Urlaub sonniger: Eine Reise durch die Jahrzehnte

Dokumentation

Wenn jemand eine Reise tut, kann er was erzählen. Daher ist das Fernseharchiv voller Reiseerinnerungen. In den 1950er Jahren entdecken die Deutschen ihre Liebe fürs Camping. Egal, ob mit dem Autoanhänger in Bungalowformat oder im einfachen Zelt. Hauptsache irgendwo im Grünen übernachten. Bundeskanzler Konrad Adenauer verweilt derweil am liebsten am Comer See und halb Deutschland träumt vom Sehnsuchtsreiseland Italien. In West-Berlin können sich viele Menschen keinen Urlaub leisten. Die Kinderluftbrücke ermöglicht zumindest tausenden Jungen und Mädchen aus ärmeren Familien ein paar Wochen Urlaub. Im Osten der Stadt versprechen Pionierlager sozialistische Ferienfreuden. Bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR kümmert sich die Mitropa um die Verpflegung der Fahrgäste - mal mehr, mal weniger zufriedenstellend. In Ost wie West werden fleißig Souvenirs einkauft - als Erinnerung. Damit einem entspannten Urlaub nichts im Wege steht, eröffnen sogenannte Baby-Hotels, in denen Eltern ihren Nachwuchs für Wochen unterbringen können. In den 1960er Jahren wird das Fliegen immer selbstverständlicher. So gibt es in der DDR einen Linienflug von Berlin nach Usedom und von West-Berlin aus düst man nonstop nach Westerland. Stewardess wird zum neuen Traumberuf für junge, unverheiratete Frauen. Während DDR-Bürger Ende der 1960er Jahre von einer Reise an den ungarischen Balaton träumen, planen westliche Reiseunternehmen Trips zum Mond. Erst einmal machen sogenannte Halbschuhtouristen aus den Städten jeden Sommer die Alpen unsicher. Rentner fliegen nach Mallorca zum Überwintern oder nehmen an den sogenannten Kaffeefahrten teil, bei denen überteuerte Produkte verkauft werden. An Nord- und Ostsee entstehen in den 1970er Jahren große Betonbettenburgen, besonders berühmt: das Hotel "Neptun" in Warnemünde. In den All-Inclusive-Ferienanlagen rund ums Mittelmeer treiben Animateure die Touristen an. Wer diesen gut gelaunten Damen und Herren in die Hände fällt, ist unter Garantie schon bald wieder urlaubsreif. Der Film blickt zurück auf Urlaubstrends und Erlebnisse von den 1950ern bis in die 1990er Jahre. Dafür werden so manche vergessenen Aufnahmen aus den Archiven geholt: Gepäckträger, die von den stählernen Kofferkulis verdrängt werden, Menschen, die freiwillig einen Survival-Urlaub buchen und DDR-Bürger, die auf dem Kreuzfahrtschiff "Arkona" nach Kuba fahren. Es geht auch um die in der DDR lang ersehnte Reisefreiheit - 1989 das Wort des Jahres. Mitte der 1990er Jahren fliegen die Menschen aus Ost und West gemeinsam nach Mallorca und feiern am Ballermann ein ganz neues Urlaubsgefühl.

Danach

Der radio3 Atelier Talk 23:30

Der radio3 Atelier Talk

Kunst und Kultur

Digitale Bilder sind längst Teil unseres Alltags geworden - sie strukturieren, wie wir kommunizieren, uns selbst darstellen und die Welt wahrnehmen. In der siebten Ausgabe des radio3-Ateliertalks spricht Moderatorin Siham El-Maimouni über das Leben zwischen Bildschirm und Realität. Emojis, Memes, Selfies und algorithmisch gesteuerte Bildwelten beeinflussen, wie wir uns zeigen, Beziehungen gestalten und gesellschaftliche Debatten erleben. Gleichzeitig wächst die Frage nach digitalem Wohlbefinden: Wie wirken sich permanente Erreichbarkeit, Selbstdarstellung und digitale Informationsflüsse auf unser psychisches und soziales Leben aus? Der radio3-Ateliertalk bringt künstlerische und wissenschaftliche Perspektiven zusammen. Siham El-Maimouni spricht mit der Künstlerin Viktoria Binschtok, die sich in Fotoserien wie "Digital Semitiocs" mit der symbolischen Bildsprache digitaler Kommunikation beschäftigt - von Emojis bis zu visuellen Codes sozialer Netzwerke. Ihre Fotografien zeigen, wie Bilder heute Bedeutungen verschlüsseln, Zugehörigkeiten markieren und digitale Wirklichkeiten formen. Außerdem zu Gast ist der Künstler Andy Kassier, der in seinen Arbeiten Selbstinszenierung, Erfolg und Identität in sozialen Medien untersucht. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Langzeitperformance "success is just a smile away", die er seit 2013 auf Instagram entwickelt. Darin inszeniert Kassier ein überzeichnetes digitales Alter Ego, das permanent Erfolg, Glück und Selbstoptimierung performt - und damit die Mechanismen sozialer Medien, Influencer-Kultur und spätkapitalistischer Erfolgsversprechen ironisch hinterfragt. Der Kommunikationswissenschaftler Jakob Ohme erforscht am Weizenbaum-Institut die Dynamiken digitaler Nachrichtenvermittlung und die Auswirkungen sozialer Plattformen auf Nachrichtenkonsum, politische Kommunikation und gesellschaftliche Teilhabe. Dabei beschäftigt er sich auch mit digitalem Wohlbefinden und der Frage, wie soziale Medien Aufmerksamkeit, Informationsverhalten und psychisches Erleben beeinflussen. Gemeinsam diskutieren sie: Wie verändern soziale Medien unser Verhältnis zu Wirklichkeit und Identität? Welche Auswirkungen haben digitale Bilder auf unser Wohlbefinden und unsere Aufmerksamkeit? Und wie beeinflussen Plattformen die Art, wie wir miteinander kommunizieren, wahrgenommen werden und uns selbst darstellen?