19:30
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Badewanne der Berliner, Sehnsuchtsort, Ostsee des kleinen Mannes - was ist der Wannsee nicht alles! Kein Wunder, dass die Havelbucht im Südwesten Berlins so viele Menschen anzieht. Angel-Youtuber drehen hier schräge Videos, Hollywood-Stuntleute springen von Hausdächern, und im altehrwürdigen Strandbad Wannsee muss Schwimmmeister Frank Archie stets die Augen offenhalten. Tausende Badegäste strömen an Sommertagen in das größte Binnenseebad Europas. Die Ufer des Wannsees waren bereits im 19. Jahrhundert Ort der Sommerfrische für die gut betuchten Städter. Auch heute noch reiht sich eine mondäne Villa an die nächste. Wer hier einziehen will, muss entweder das nötige Kleingeld haben oder kreative Ideen haben, wie die bekannte Jazz-Sängerin Lisa Bassenge. Die Autorin Anja Widell porträtiert in ihrer Dokumentation außergewöhnliche Menschen auf und am Wasser.
21:00
Die Gegend um den Lehnitzsee bei Oranienburg ist noch ein Geheimtipp: Bei Sonnenschein bleibt der See im nördlichen Berliner Umland ein gemütliches Fleckchen, wo sich der Sommer gut aushalten lässt. Schon in den 1920er Jahren entdecken die Berlinerinnen und Berliner die "Badewanne Oranienburgs" als Ausflugsziel. Lange davor war Kurfürstin Luise Henriette von der Landschaft begeistert, die sie an ihre holländische Heimat erinnerte. Deshalb wurde dort ein Schloss für sie errichtet und sie gab Oranienburg auch seinen Namen. Heute erforschen Kinder im Schlosspark die Natur im Grünen Klassenzimmer. Abenteuerlustige zieht es zur ehemaligen Lungenheilanstalt am nahegelegenen Grabowsee, einem Lost Place... Auch die Gebäude des ehemaligen VEB Kaltwalzwerk Oranienburg, die nicht abgerissen wurden, stehen lange leer, bis das Oranienwerk einzieht. Ein Kultur- und Kreativort. Wer würde hier in einer der kleinen Werkstätten Designklassiker vermuten, die aus Oranienburg in alle Welt verkauft werden? Der Film "Unterwegs um den Lehnitzsee" nimmt mit auf eine Entdeckungstour zur Morgenstille auf dem Lehnitzsee. Es gibt eine Fahrt in einer vor langer Zeit geraubten Nobelkarosse des Schah von Persien und es geht auch zur Gedenkstätte Sachsenhausen, dem ehemaligen Konzentrationslager bei Oranienburg.
21:45
22:15
Der Film erzählt aus einer Perspektive, aus der das epochale Drama noch nie gesehen wurde: Ein Chor von Stimmen aus Moskau, offizielle wie private Äußerungen festgehalten in Briefen, Verlautbarungen, vor allem aber Tagebuchaufzeichnungen. In ihnen spiegelt sich das Moskauer Alltagsleben in den letzten Monaten des Friedens und in den ersten Monaten des Krieges. Erlebnisse, Gefühle, Stimmungen, Hoffnungen und Erwartungen, Sorgen, Ängste und Befürchtungen. Private Notizen und Briefe wurden in der Sowjetunion oft von ihren Verfassern oder von Familienangehörigen vernichtet. Aus Angst vor Durchsuchungen, Verhaftungen, Beschlagnahme oder Diebstahl. Wer schrieb, machte sich verdächtig. Umso wertvoller sind die wenigen Tagebücher, die bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben sind. Erstaunliche historische und psychologische Zeugnisse. Eine Fülle an Beobachtungen, Gedanken und Reflexionen, oft von hoher erzählerischer Qualität. Wie sah es in Moskau aus, als in Berlin die Vorbereitungen für das Unternehmen Barbarossa auf Hochtouren liefen? Wie nahm die Stadt die Nachricht vom deutschen Überfall am 22. Juni 1941 auf? Und die Tage danach - mit den feindlichen Bombenangriffen und diffusen Berichten von der Front? Und wie ging es zu in der sowjetischen Metropole an jenem 16. Oktober 1941, als die Lage an der Front aussichtslos schien und es hieß: "Rette sich, wer kann"? Bis endlich am 7. November 1941 Stalin mit einer Durchhalterede vor das Volk trat. Die sowjetische Gegenoffensive begann einen Monat später.
23:45
Der völkerrechtswidrige Überfall Russlands auf die Ukraine liegt inzwischen mehr als vier Jahre zurück. Lenins Politik, in seiner Heimat fast vergessen, dient im Februar 2022 dem russischen Präsidenten plötzlich als Begründung seines Angriffskrieges. Er behauptet, erst Lenin und die Bolschewiki haben den ukrainischen Staat geschaffen. Die unabhängige Ukraine - für Putin ein Verrat Lenins. Wer war dieser Mann, der die Weltgeschichte so maßgeblich beeinflusste und offenbar eine Zündschnur bis in die Gegenwart gelegt hat? Die Dokumentation zeichnet den Weg Lenins vom Visionär bis zum Diktator nach und auch seine Haltung zu den Völkern des russischen Reiches. Um die Anhängerschaft für seine bolschewistische Revolution zu vergrößern, versprach Lenin den Nationalitäten des Zarenreiches die Aussicht auf Eigenständigkeit. Schon kurz nach der Oktoberrevolution wird das Selbstbestimmungsrecht der Völker in eines der ersten Dekrete Lenins gegossen. Aber als die Ukraine davon Gebrauch macht, erklären die Bolschewiki der jungen Republik den Krieg. Denn nationale Eigenständigkeit akzeptiert Lenin nur unter Führung der bolschewistischen Partei. Seit er mit den Bolschewiki im Oktober 1917 die Macht in einem Handstreich erobert hat, steht für ihn eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann man diese Macht sichern? Hier zeigt sich Lenin als geschickter Taktiker. Aber auch als autoritärer Parteiführer, der keine andere Meinung und keine politische Strömung neben der eigenen duldet. Ein Diktator, der nicht nur den roten Terror toleriert, sondern ihn einfordert, entgegen den viele Mythen, die bis heute um Lenin ranken. Für viele ist er noch immer der väterliche Staatslenker und immer galt auch: Der gute Lenin und der verbrecherische Stalin. Auch mit diesem Mythos setzt sich die Dokumentation auseinander. Lenin verherrlichte den Terror nicht wie sein Nachfolger, aber er war für ihn Mittel zum Zweck. Er legte die Grundlage für den späteren großen Terror unter Stalin. Eine Dokumentation über einen widersprüchlichen Denker, Berufsrevolutionär und Politiker, der den Fortgang des 20. Jahrhunderts geprägt hat wie kaum ein anderer.