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Ausgerechnet jene Orte, die Berlin seit Jahrzehnten prägen, geraten zunehmend unter Druck: die Clubs. Inflation, Gentrifizierung und ein geändertes Ausgehverhalten haben zu vielen Schließungen geführt. Wie zum Beispiel dem "Schwuz", der nach fast 50 Jahren Geschichte Insolvenz anmelden musste. Der legendäre queere Club war Schutzraum, Experimentierfeld und Bühne zugleich, er verband Nachtleben, Kultur, Politik und Community-Arbeit. Hier fanden die Dragqueens Betty Büchse und Kaey ein zweites Zuhause. Nun sind sie auf der Suche nach Ersatz. Auf dem R.A.W.-Gelände, wo einst Eisenbahnen repariert wurden, ist in den vergangenen Jahren ein alternatives Kulturareal mit Clubs und Bars entstanden. Hier beginnt Emiko Gejic von der Clubcommission, dem Netzwerk der Berliner Clubbetreiber, ihre Stadtführung. Sie führt am Ende zur "Renate", einem Club mit angrenzenden Räumen für Künstler. Dort kämpfen Zoe Eulental und ihr Team um eine Verlängerung des Mietvertrags. Aber es gibt auch Lichtblicke. So hat Ukai Ndame mit ihrem Partner Aziz Sarr auf dem R.A.W.-Gelände den Club "Maaya" ins Leben gerufen, mit Fokus auf moderner afrikanischer Musik und einem Mix der Communities. Und auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel entsteht in der alten Frachtkantine ein Modellprojekt mit einem neuen Kulturzentrum und Club. Die Reportage zeigt die Clubszene der Stadt im Umbruch. Was bleibt vom legendären Berliner Nachtleben, wenn einige der Orte verschwinden, die zu ihrem Ruf beitragen? Welche Wege und Ideen gibt es, um die einzigartige Szene neu zu beleben und für Jüngere attraktiv zu halten?
22:30
Auch deutsche Polizeibehörden arbeiten mit der Palantir-Software Gotham: Das erfolgreiche und gleichzeitig umstrittene Datenanalyse-Programm ist darauf spezialisiert, große Mengen an Daten zu bündeln und zu visualisieren, mit dem Ziel der Informationsgewinnung und Überwachung. Gotham kann über digitale Datenanalysen weltweit Profile einzelner Menschen erstellen. Die Software unterstützt Geheimdienste, Militär und Polizeibehörden, letztere auch in Hessen und Bayern, mit Informationen, die z.B. im Bereich der Terrorismus-Bekämpfung eingesetzt - oder zum gezielten Töten genutzt werden können. Derzeit ist Palantir ein wichtiger Partner der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland. Die Firma wurde groß mit ihrer Arbeit für die CIA und NSA. Mit ihrer Hilfe soll Osama Bin Laden zur Strecke gebracht worden sein. An der Börse war Palantir 2024 zeitweise über 220 Mrd. US-Dollar wert. Der eine Gründer, Peter Thiel, ist eine rechter Libertärer und Trump-Unterstützer. Der andere, Alex Karp, bezeichnet sich selbst als "Neomarxisten und Linken", hat in Frankfurt in Philosophie promoviert, erwähnt gern, dass seine Eltern "Hippies" waren. Für seine Mitarbeitenden bietet er auch schon mal Thai Chi-Kurse an - und unterrichtet selbst. Heute führt er als CEO die größte kommerzielle Überwachungsfirma der Welt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 9,7 Milliarden US-Dollar. Der Film wirft einen Blick auf einen der geheimnisvollsten und mächtigsten Männer unserer Zeit. Regisseur Klaus Stern über sein Projekt: "Karp gibt so gut wie nie Interviews, die Firma Palantir ist wie eine verschlossene Auster. Unzugänglich für jegliche Art von Berichterstattung über sie. Schlecht für einen beobachtenden Dokumentarfilm! Aber eine schöne Herausforderung für mich, gerade wenn Alex Karp schon 2017 behauptete, Palantir werde bald "das wichtigste Softwareunternehmen in der Welt" sein."
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Wie lebt eine Familie weiter, wenn von drei neugeborenen Kindern nur zwei aus der Geburtsklinik nach Hause kommen? Die Dokumentation der Redaktion Gesundheit des rbb begleitet ein Jahr lang die Berlinerin Teresa und ihren Partner Ernest "Nana" aus Ghana, die im Dezember 2024 Drillings-Eltern werden. Ihre drei Mädchen - Zola, Zoey und Zhara - müssen in der 27. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Mit der viel zu frühen Geburt der Drillinge, die nur zwischen 680 und 800 Gramm wiegen, beginnt für die Familie ein Gefühlschaos zwischen Hoffnung, Verlust und Zuversicht. Während sich Zola und Zoey trotz des Frühstarts gut entwickeln, verlieren die Eltern nach zwei Monaten ihre kleine Tochter Zhara, die kleinen Mädchen und der große Sohn Mateo ihre Schwester. Der Film erzählt von einer Mutter, die kaum Zeit zum Trauern findet, zeigt den hektischen Alltag der Familie in einer beengten Zwei-Zimmer-Wohnung, eine Beerdigung im kleinsten Kreis, die psychotherapeutische Aufarbeitung - und einen ersten Geburtstag, der für drei Kinder gedacht ist, auch wenn nur zwei ihn erleben. Ein Kind fehlt, trotzdem hat es für immer seinen Platz in der Familie.
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Geschichten aus dem Zoo Berlin und dem Tierpark Berlin
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