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Dass Hans Rosenthal, der beliebte Fernseh-Moderator, mal Bauer werden wollte, um Nazi-Deutschland zu entkommen, wissen wohl die wenigsten. Auch sein Sohn, Gert Rosenthal, weiß von diesem dramatischen Lebensabschnitt seines Vaters wenig. Für ihn umso mehr ein Grund auf den Spuren des Vaters nach fast Vergessenem zu forschen. Seine erste Station: eine Ausstellung in Neuendorf, ehemalige Hachschara-Einrichtung, in der jüdische Jugendliche in Landwirtschaft und Handwerk ausgebildet wurden, um nach Palästina zu gehen. Hier war auch sein Vater gewesen! Nie hatte er davon erzählt, höchstens auf Familienfesten hörte der Sohn Erinnerungsfetzen, die mehr Rätsel aufgaben als aufklärten. Gert, der jüngere Bruder des Vaters, dessen Namen er trägt, war deportiert worden, während der Vater untertauchen konnte. Nun beginnt eine spannende, aber auch mühsame Spurensuche, entlang der Lebensstationen des Vaters in der Nazi-Zeit. Sie führt zu Zeitzeugen, Archiven, verfallenen Häusern und Ruinen. Gert Rosenthal erinnert sich, "immer wenn meine Schwester oder ich unseren Vater etwas zur Nazi-Zeit fragten, wechselte er nach zwei Sätzen das Thema, es schien mir, als wollte er uns vor diesen schrecklichen Geschichten verschonen." Jetzt hofft der Sohn, dass durch die filmische Spurensuche ein wenig Licht in das Dunkel seiner Familiengeschichte gebracht werden kann.
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Erich Fried war einer der meistgelesenen deutschsprachigen Lyriker - bekannt für seine Liebesgedichte, aber auch für sein politisches Engagement und seinen unermüdlichen Drang zur Verständigung. 1938 floh er als junger Mann vor den Nationalsozialisten aus Wien. Später suchte er immer wieder das Gespräch mit Menschen an den entgegengesetzten Rändern des politischen Spektrums. Er setzte sich mit den Protagonisten der RAF auseinander und pflegte eine Freundschaft mit dem Neonazi Michael Kühnen. Auch seine Haltung zu Israel war von Widersprüchen geprägt. Der Film nähert sich diesem widersprüchlichen Menschen aus der Perspektive seines Sohnes Klaus Fried. Er blickt zurück auf eine Kindheit in einem Londoner Haus, das einer "German Embassy of the left" glich. Idealisten, politische Aktivisten, Terroristen und Hippies gingen dort ein und aus. Für viele Besucher war Erich Fried eine Art Guru; für seine eigenen Kinder blieb er dagegen oft schwer erreichbar. Dabei war er nicht nur der gefeierte Dichter und politische Unruhestifter. Er war auch Spielzeugmacher und Insektenretter, ein begabter Reparateur und leidenschaftlicher Sammler, der Gegenstände aus Müllcontainern rettete, weil ihr Leben in seinen Augen noch nicht zu Ende war. Sein bewegtes Privatleben mit drei Ehen und mindestens sechs Kindern bildet ein weiteres Spannungsfeld zwischen öffentlicher Wirkung und familiärer Nähe. Klaus Fried macht sich auf den Weg, seinen Vater neu zu entdecken. In Gesprächen mit Geschwistern, Freunden und Zeitgenossen nähert er sich einem Mann, der scheinbar allen gehörte und sich dennoch seiner eigenen Familie entzog. "Friendly Fire" wird so nicht nur zum Porträt eines politischen Dichters, sondern auch zur persönlichen Auseinandersetzung eines Sohnes mit seinem Vater. Ein Film über Empathie und Widerspruch, über die Kraft und die Grenzen von Verständigung - und über den Versuch, sich einen Menschen zurückzuholen, den man mit der ganzen Welt teilen musste.