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TV Programm für rbb Berlin am 22.07.2026

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Tagesschau 20:00

Tagesschau

Nachrichten

Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.

Danach

Volksparteien ohne Volk 20:15

Volksparteien ohne Volk: Im Osten gescheitert?

Gesellschaft und Politik

"Mit der Partei, in die ich 1990 eingetreten bin, hat die heutige CDU nichts mehr zu tun", sagt der langjährige Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz. "Wir waren nicht mutig genug, die Interessen der Ostdeutschen zu vertreten", so formuliert es Stefan Hilsberg für die ostdeutsche SPD. Die Autorin und Journalistin Jana Hensel fasst zusammen: Auch nach der Vereinigung mit den ehemaligen DDR-Blockparteien und den neugegründeten ostdeutschen Parteien im Jahr 1990 sind die Volksparteien des Westens, die CDU und die SPD, immer "vom Westen dominierte Parteien" geblieben, in denen genuin ostdeutsche Interessen nur selten artikuliert wurden. Nur so war es möglich, dass die ehemalige DDR-Staatspartei SED überleben konnte und sich - umbenannt zur PDS - als "Kümmererpartei" der Ostdeutschen etablieren konnte. Seit mehr als 10 Jahren nun ist die AfD in die Lücke gesprungen, die die Volksparteien gelassen haben. Die Dokumentation "Volksparteien ohne Volk" sucht anhand wichtiger Wendepunkte nach den Gründen, warum CDU und SPD das Vertrauen der Wähler in Ostdeutschland in großen Teilen verspielt haben. Dabei zeigt der Blick in die Geschichte erstaunliche Kontinuitäten bis in die Gegenwart: Denn Angst vor Arbeitsplatzverlust und Deindustrialisierung, Angst vor ausufernder Kriminalität und Überfremdung waren bereits in den 90er Jahren Themen, die viele Ostdeutsche bewegten. Damals waren die Parteien nicht präsent genug und es entstanden Zweifel an der Funktionsweise der Parteiendemokratie. Die Herausforderungen der Gegenwart rufen Traumata wach - und die Lösung der Probleme wird von vielen den fernen "Westparteien" nicht zugetraut.

Mythos KaDeWe 21:15

Mythos KaDeWe: Das Kaufhaus des Westens

Dokumentation

Es heißt, Marlene Dietrich kaufte nur hier ihre Handschuhe und Hautcremes, der sowjetrussische Revolutionsdichter Majakowski wählte bei seinem Berlinbesuch Seidenstrümpfe und Dessous für seine Moskauer Geliebte aus und Hollywoodregisseur Billy Wilder soll Stammkunde beim Zigarrenmacher gewesen sein. Das Kaufhaus des Westens - schon früh wurde es zum Mythos. Dieses Haus, mit seinen lächelnden Verkäuferinnen und den überhöflichen Verkäufern, der Feinschmecker-Abteilung, die selbst in schlechten Zeiten noch recht gut aussieht und den Schaufenstern, in denen Dekorationen zu modernen Kunstinstallationen werden, ist ein einziges Glücksversprechen. Ein Bummel, um den schönen Dingen ganz nah zu sein, das Gefühl "dazuzugehören" oder sich wirklich etwas leisten zu können. Glücksgefühle gibt es hier gegen Bezahlung, fast zu jedem Preis, meist zu höheren. Die Sehnsucht nach Vergnügen und Vergessen steigert sich in fragilen Zeiten und das KaDeWe ist mittendrin im Strudel der schnelllebigen Zeit, in der ungeahnte Aufbrüche, aber ebenso auch jähe Abstürze jeden Tag aufs Neue möglich sind. Rund um das Kaufhaus des Westens öffnen unzählige Kneipen, Cafés, Tanzlokale, Kabaretts und Bordelle - vom Travestie-Etablissement "Eldorado" über die exklusive "Kakadu Bar" bis hin zum "Himmel & Hölle" am Kurfürstendamm, das wegen seiner Nacktdarbietungen ein Geheimtipp ist. Nur einen Katzensprung vom KaDeWe entfernt hat die Künstlerin Jeanne Mammen ihr kleines Atelier. In ihren Skizzen und Zeichnungen hält sie das Leben im Viertel fest und wird zur Chronistin der Szene. Die "Neue Frau" ist das Schlagwort der Zeit: Schön, schlank, tüchtig und rasch soll sie sein. Die neuen Ideale bringen neue Kundschaft und verändern das Leben der Angestellten, und der endlich errungene Achtstundentag kann aus dem Feierabend nun einen echten Feier-Abend machen. Scheinbar goldene Zeiten für das KaDeWe und seinen Eigentümer Adolf Jandorf. Doch schon früh erfährt der jüdische Kaufmann antisemitische Anfeindungen, zunehmend spürt er den zunehmenden Druck der Konkurrenz. Als er fast "über Nacht" sein KaDeWe verkauft, ist das für den Kauftempel nicht das Ende, sondern der Sprung in eine moderne, jedoch auch ambivalente Zukunft. Jetzt wird gebaut: mit neuester Technik, im angesagtesten Look. Es soll das erste Haus der Republik bleiben! Zu den großen Plänen braucht man große Kredite; die Geschäfte laufen gut für die neuen Inhaber Tietz und Optimisten denken nicht an Krise. Doch die Krise kommt und zum wachsenden Heer der Arbeitslosen gehören von Tag zu Tag mehr Verkäuferinnen und Verkäufer. Kurzfristig kündigen die Banken Kredite und als die Nationalsozialisten 1933 mit der Regierung betraut werden, ist das Unternehmen Tietz mit dem Flaggschiff KaDeWe eines der ersten, das arisiert wird. Der Film erzählt die wechselvolle Geschichte der Kaufhauslegende KaDeWe, die das Kaiserreich überstand, die Weimarer Republik, Hitler und den Kalten Krieg als Ort, in dem sich Träume und Sehnsüchte verschiedenster Schichten widerspiegeln. Mythos KaDeWe - da schwingt die Erinnerung an die "goldene" Ära der krisengeschüttelten, bewegten 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts bis heute mit. Nach dem Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude ist das KaDeWe der meistbesuchte Ort Berlins. Das KaDeWe; das berühmteste deutsche Kaufhaus, ein Leuchtturm unter den namhaftesten Luxuskaufhäusern der Welt.

rbb24 BERLIN 21:45

rbb24 BERLIN

Regionalmagazin

rbb24 Reportage 22:15

rbb24 Reportage: Tschüss, Deutschland - Polens Rückkehrer

Reportage

Philip Panek hat sich seinen Studienort bewusst ausgesucht: die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), an der deutsch-polnischen Grenze. Noch zu Beginn seines Studiums war für ihn klar: Er will in Deutschland bleiben, Karriere machen. Heute sieht er das anders. Er möchte sein Referendariat in Polen absolvieren. Denn dort, sagt er, wartet nicht nur seine Familie, dort wartet auch eine Wirtschaft im Aufbruch. Dass Deutschland für viele Polinnen und Polen keine Option mehr ist, merkt auch Michael Sünkler: Er kennt die Entwicklung aus einer anderen Perspektive. Der Geschäftsführer eines Transportunternehmens hat die Hälfte seiner Belegschaft aus Polen aufgebaut. Doch in den letzten Jahren hat er mehrere Mitarbeiter verloren. Für ihn ist die Abwanderung polnischer Arbeitskräfte kein abstraktes politisches Problem: Es ist ein konkretes wirtschaftliches Risiko. Einer seiner LKW-Fahrer, Tomasz, sitzt schon auf gepackten Koffern. Seit über 10 Jahren arbeitet der Pole in Berlin. Doch die Stadt und Deutschland haben sich verändert, sagt er. Vor allem teure Lebensmittel und gestiegene Miete machen ihm zu schaffen. Sparen ist für ihn längst nicht mehr in dem Maße möglich, wie früher einmal. Sobald seine Tochter die Schule abgeschlossen hat, will er mit seiner Familie zurückgehen. Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna haben diesen Schritt bereits getan. Vor sechs Monaten haben sie ihr Leben in Berlin-Charlottenburg hinter sich gelassen und sind ins polnische Stettin gezogen. Berlin war für sie lange eine Möglichkeit, um ihren Traum der erfolgreichen Selbstständigkeit zu leben. Doch aus dem Traum wurde Erschöpfung. Bürokratie, fehlende Digitalisierung, hohe Steuern, aber auch ein Gefühl der Unsicherheit in der Hauptstadt, begleitete sie. In Stettin erleben sie das Gegenteil: moderne digitale Verwaltung, niedrigere Steuerlast und Sauberkeit. Deutschland, sagen sie, habe aufgehört, sich weiterzuentwickeln. Die rbb24-Reportage folgt Menschen, deren Entscheidungen mehr verraten als eine Statistik. Sie zeigt einen Jurastudenten, der Karriere und Familie jetzt in Polen vereinen will, einen Unternehmer, der um jeden polnischen Mitarbeiter kämpft, einen LKW-Fahrer, der die Kosten-Nutzen-Rechnung seines Lebens neu aufmacht und ein Paar, das den Schritt schon gewagt hat.

Polens Superreiche 22:45

Polens Superreiche

Land und Leute

Polen ist wirtschaftlich auf Erfolgskurs - in unserem Nachbarland entsteht eine neue Elite, die sich selbstbewusst ins Rampenlicht stellt. Die 45-minütige Reportage taucht ein in eine Welt der Yachten, Luxusimmobilien und Hightech-Hubs - und zeigt ein Polen, dass viele so noch nie gesehen haben. In einem Land, das einst als Armenhaus Europas galt und lange unterschätzt worden ist, boomt heute die Wirtschaft. Seit dem EU-Beitritt 2004 hat sich das Bruttoinlandsprodukt mehr als verdoppelt, die Arbeitslosenquote gehört zu den niedrigsten in der Union. Die Polen arbeiten länger als die Deutschen, investieren klug - und feiern ihren Erfolg. Der Film begleitet Unternehmer, Influencerinnen und Selfmade-Millionäre auf ihrem Weg nach oben. Sie gewährt exklusive Einblicke in ihren Alltag zwischen Jetset und Business-Meetings, zwischen Schönheitsidealen und Statussymbolen. Dabei geht es nicht nur um Wohlstand, sondern auch um gesellschaftlichen Wandel, Anerkennung und die Frage: Was macht Polen gerade anders - oder sogar besser - als Deutschland?

Frauen in Landschaften 23:30

Frauen in Landschaften

Dokumentarfilm

Vier Frauen in der Politik, in Führungspositionen. Vier Frauen mit ostdeutscher Vergangenheit. Für Anke Domscheit-Berg, Yvonne Magwas, Frauke Petry und Manuela Schwesig war es normal, berufstätige Mütter zu haben - in einer Zeit, in der sich viele Frauen in Westdeutschland "nur" um die Kinder kümmerten. Der Mauerfall und die Zeit danach gingen nicht spurlos an ihren Familien vorbei: Zusammenbruch, Entwurzelung, Neuorientierung. Die widersprüchlichen Erfahrungen beeinflussen das Handeln der vier Frauen bis heute. Wie ihre Mütter sind sie berufstätig und haben Kinder. Ihre politischen Haltungen sind unterschiedlich, die Herausforderungen ihres Alltags aber ähneln sich: Frauenquote, #MeToo, Kinderbetreuung, Macht und Ohnmacht. FRAUEN IN LANDSCHAFTEN ist eine filmische Reise mit vier sehr unterschiedlichen Politikerinnen und gleichsam eine innere Reise zu Herkunft und Prägung. Man kommt Anke Domscheit-Berg, Yvonne Magwas, Frauke Petry und Manuela Schwesig nah wie selten - und kann trotzdem kritischen Abstand wahren. Persönliches, bisher Unberührtes tritt zutage. der Film von Sabine Michel macht spürbar, was es bedeutet, heutzutage eine Frau und eine Ostdeutsche in der Politik zu sein.