14:20
Einen Sommer lang fahren der blaue Robur-Bus und Besitzer Reinhard Rogge entlang der Havel bis zur Mündung. Die zweite Hälfte des Weges führt vom Wannsee über Potsdam, nach Brandenburg an der Havel, Rathenow und Havelberg. Am Potsdamer Luftschiffhafen trainiert die junge Triathletin Selina Klamt an und in der Havel für eine Olympiateilnahme. Die Reise führt weiter westlich durch den Obstgarten der Region, das Havelland bei Werder. In der Mosterei der Familie Thierschmann werden die Saftvorräte des Robur aufgefüllt, und in Pritzerbe ist Surfer Frank Sorge auf der Havel zum Wellenreiten unterwegs. Damit das funktioniert, erzeugt sein Spezial-Boot extra pralle Wellen - an der Havel ist fast alles möglich. Hinter Havelberg, kurz bevor die Havel in die Elbe mündet, trainiert das Panzerpionierbataillon 803 der Bundeswehr. Der Auftrag: Eine Panzerfähre über den Fluss - alles unter dem Kommando von Hauptfeldwebel Daniel Obst. Wird sogar der Robur übersetzen? Die Reise an der Havel führt durch einmalige Naturlandschaften, zeigt Spuren der Geschichte und erzählt von Menschen, die an der Havel ihr Glück finden.
15:50
Die Oder ist kein spektakulärer Fluss. Der Dichter Paul Keller bezeichnete sie vor über hundert Jahren wenig schmeichelhaft als ein "edles Bauernweib", das mit "stillen, sicheren Schritten durch ihre Lande geht." Aber was wissen wir eigentlich über diesen Fluss, der nach dem Zweiten Weltkrieg zur Oder-Neiße-Friedensgrenze und damit zu einem Symbol der Nachkriegsordnung wurde - der sich aber auch, vor allem in Schlesien, stets als eine Brücke zwischen Deutschen und Polen versteht? Ein Erkundungsteam des rbb - angeführt vom himmelblauen Robur-Bus mit Reinhard Rogge am Steuer - geht auf "Expedition Oder", erzählt Geschichten von den alten und neuen Veränderungen einer einzigartigen historischen Kulturlandschaft und von ihren Menschen. Die Quelle entspringt an einem ungewöhnlichen Ort, auf einem NATO-Truppenübungsplatz in Tschechien, mitten im mährischen Odergebirge. Aus dem anfänglichen Bergbach wird schon bald ein Flüsschen, das bei langen Regenfällen zum reißenden Fluss werden kann. Nach der verheerenden Oderflut von 1997, wurde deshalb kurz vor Ratibor ein gigantischer Polder errichtet. Dieses große, moderne Hochwasserschutzsystem soll in Zukunft Schlimmstes verhindern. Folgt man dem Flusslauf durch Schlesien, lassen sich immer wieder deutsche Spuren entdecken aber auch, dass die Oder einst wichtiger Schifffahrtsweg war. Riesige Hafenanlagen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Kedzierzyn-Kozle (Kosel) gebaut wurden, erzählen davon. Die Königin an der Oder ist allerdings Wroclaw, das ehemalige Breslau. Das rbb-Team erkundet hier gemeinsam mit einer Architektin moderne Wohnsiedlungen in historischen Industrieanlagen. Nur ein paar Kilometer weiter bei Glogów (Glogau), trifft die "Expedition Oder" dann auf Vater und Tochter Szocik vom polnischen Autoclub "Wrak Race Grebocice team". Was folgt, ist legendär und lässt nicht nur Reinhard Rogges Robur-Herz höherschlagen Am Ratzdorfer Pegelhäuschen endet schließlich die erste Etappe. Die "Expedition Oder" verlässt den polnischen Teil des Flusslaufs und macht sich bereit für das nächste Abenteuer, immer entlang des deutsch-polnischen Grenzstroms, bis zur Mündung im Stettiner Haff. Erster Stopp auf deutscher Seite: Eisenhüttenstadt. Hier trifft die rbb-Expedition auf Schifferfamilie Kulle, die seit fünf Generationen auf der Oder unterwegs ist. Während Enkel Friedrich in der Kombüse die Töpfe schwenkt, entpuppt sich Großvater Werner als echter Robur-Kenner. Was für eine Überraschung! Weiter nördlich, bei Aurith, einem kleinen Ort direkt am Oderufer. Eine freundliche Alpaka-Herde begrüßt die Reisenden. Nur dreihundert Meter gegenüber, auf der polnischen Seite, liegt das Nachbardorf Urad. Um sich zu besuchen, müssen die Einwohner vierzig Kilometer weit fahren. Stört sie das? Ein Umweg über die Doppelstadt Frankfurt (Oder)/Slubice. Hier macht es vor allem für viele junge Leute kaum einen Unterschied, auf welcher Seite des Flusses sie gerade sind. Eigentlich - denn seit einer aktuellen Verschärfung der Grenzkontrollen ist für Viele der Gang ins andere Land schwerer geworden. Schließlich erreicht der Robur in Szczecin (Stettin), das Tor der riesigen Stettiner Hafenanlagen, wo gerade Offshore-Arbeiter den Ernstfall "brennender Helikopter" und "Notlandung im Meer" trainieren. Aus ganz Osteuropa sind die Teilnehmer angereist. Ein beeindruckendes Spektakel - so, wie der Hafen selbst. Riesenschiffe passieren den Unterlauf der Oder und queren das Stettiner Haff, um nördlich in Swinoujscie (Swinemünde) auf die Ostsee zu fahren. Und hier endet das Abenteuer "Expedition Oder" - von der Quelle bis zum Haff. Reinhard Rogge und sein himmelblauer Robur-Bus haben es mal wieder geschafft. Sogar bis zum Baikal-See sind sie bereits gemeinsam gekommen. Nun also die "Expedition Oder" - eine ganz besondere Entdeckungsreise mit traumhaften Landschaften und bemerkenswerten Begegnungen entlang des unbekannten Flusses.
17:20
Gespräch mit Reinhard Rogge und Johannes Unger Er hat sämtliche Brandenburger Flüsse erkundet und ist sogar bis zum Baikalsee in Sibirien gerumpelt: der himmelblaue Robur-Bus des rbb mit Reinhard Rogge am Steuer. Das rbb Fernsehen zeigt noch einmal eine Auswahl der schönsten Robur-Abenteuer. Einen ganzen Tag lang. Steigen Sie einfach ein und fahren Sie mit...
17:25
Die Reportage begleitet die junge Tramfahrerin Nikola Gawronska auf ihrer täglichen Tour durch Szczecin und trifft Menschen entlang der traditionsreichen Linie 3 - darunter eine Köchin, eine Künstlerin und eine Seglerin. Ihre Geschichten erzählen vom Sommer und vom Wandel der Stadt. Die Tram-Strecke führt entlang der Oder und mitten durchs Zentrum, vorbei am Roten Rathaus, dem Hauptbahnhof, durch die Kolumba-Straße und über die "deutschen Hügel". Nikola Gawronska fotografiert gern und ist eine der größten Tram-Enthusiastinnen der Hafenstadt. Schon seit ihrer Kindheit will sie Fahrzeuge steuern. Nach Feierabend erholt sich Nikola am liebsten in der Natur. Ihr größter Traum: einmal den "Toaster" zu steuern - eine Berliner S-Bahn aus den 80-er Jahren. Die Kunstwerke der Studentin Julia Zmuda tragen buchstäblich ein Stück Heimat in sich, denn die natürlichen Farben für ihre Arbeiten stellt sie aus Pflanzen, Samen und Blättern her - gesammelt in Szczecin und Umgebung. Die Köchin Malgorzata Janowska zog der Liebe wegen von Warschau an die Odermündung. Heute lebt sie ihren Traumberuf in der kultigsten Bar der Uni-Stadt, der "Mleczny Turysta". Einem Ort, der sich seit seiner Eröffnung in den 60-er Jahren kaum verändert hat. Hitze, Lärm und Trubel gehören hier zum Küchenalltag. Wenn Malgorzata nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, kocht sie weiter - zur Entspannung. "Szczecin war nicht die Liebe auf den ersten Blick", sagt die Seglerin Kamila Skowron. Aber sie lernte die Stadt schnell schätzen: das Wasser, die Natur und ihr Beruf als Segellehrerin haben es ihr leicht gemacht. Der Film von Oliwia Nowakowska und Elias Franke lädt ein, die geschichtsträchtige polnische Uni-Stadt unweit der Brandenburger Grenze zu entdecken, die geografisch Berlin näher ist als Leipzig.
17:53
Pittiplatsch: Als Moppi den Sommer beweinte
18:00
Bellevue und der Bundespräsident - das gehört eigentlich zusammen. Doch das Schloss in Berlin-Tiergarten muss grundsaniert werden. Für acht Jahre zieht das Staatsoberhaupt deshalb in einen Modulbau - und mit ihm alles, was zu seinem Amt gehört und damit auch Deutschland repräsentiert: die Küche für Staatsbankette, Staatsgeschirr und Standarte, Akten und Bibliothek. Nicht zuletzt müssen rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kisten packen. Viele Kunstgegenstände aus Bellevue können hingegen nicht mitkommen, weil sie so gar nicht zum nüchternen Bürobau passen oder schlicht zu groß sind. Auch die Frösche im Schlossteich finden keinen Lebensraum am zukünftigen Standort, der mitten in Berlins City liegt und kaum Grün bietet. Am neuen Amtssitz wird es deutlich weniger Platz geben für anrollende Staatsgäste oder Sommerfeste. Manche fragen: Kann das Übergangsquartier überhaupt Amtswürde, Symbolkraft und etwas Glanz ausstrahlen? Die Reportage von Tina Handel und Moritz Rödle blickt hinter die Kulissen dieses besonderen Umzugs: Warum ist das Schloss so marode, dass es jahrelang für Hunderte Millionen Euro saniert werden muss? Wer sind die Menschen, die dieses wichtige Amt arbeitsfähig halten? Und vor welchen Herausforderungen stehen sie, wenn das Staatsoberhaupt den Dienstsitz wechselt? Zudem bietet der Film erste Einblicke in den Büroturm mit der bunten Keramikfassade, der künftig oft in den Nachrichten zu sehen sein wird. Schon in wenigen Monaten soll hier nach der Wahl ein neuer Bundespräsident oder eine Bundespräsidentin einziehen, doch zuvor muss erst einmal das ganze Amt ankommen.
18:28
Wie ist die Wetterlage in Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen? Das Magazin informiert mit professionell gestalteten Wetterkarten über alle Trends.
18:30
19:00
Das Magazin berichtet über Ereignisse und Menschen in Berlin und Brandenburg. Erzählt werden Geschichten über Land und Leute, aber auch die Einheimischen selbst kommen hier zu Wort.
19:27
Wie ist die Wetterlage in Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen? Das Magazin informiert mit professionell gestalteten Wetterkarten über alle Trends.
19:30
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
9. November 1989: Günther Schabowski verkündet, dass alle DDR-Bürger ab sofort die Reisefreiheit erhalten. Harald Schäfer, Leiter des Grenzübergangs Bornholmer Straße, erfährt dies durch eine Fernsehübertragung in der Kantine. Schäfer ist befremdet, denn er ist überzeugt von seinem Staat, der DDR. Und er fragt sich, was aus Schabowskis Mitteilung folgt. Als diensthabender Oberleutnant braucht Schäfer Anweisungen für die weiteren Grenzkontrollen. Doch während sich immer mehr Ausreisewillige vor dem Schlagbaum sammeln, tauchen sämtliche Vorgesetzte Schäfers und sogar die zuständigen Ministerien ab. Schäfer erhält keine Antworten. Die immer kafkaeskeren Situationen bringen seine Überzeugungen ins Wanken. Als die Stimmung am Schlagbaum in einen Gewaltausbruch zu eskalieren droht, fällt Schäfer auf eigene Faust die mutige Entscheidung, den Grenzübergang zu öffnen.
21:45
mit Sport
22:00
Wenn es schwer ist zu reden, hilft vielleicht Lesen, um andere Standpunkte zu verstehen. Zum Tag der deutschen Einheit, laden wir Autorinnen und Autoren aus Ost, West und dazwischen zu einem besonderen Literatur-Talk ins studioeins im Bikini Berlin ein. Zu Gast bei den radioeins Moderatorinnen Lena Brasch und Marie Kaiser sind vier Autorinnen und Autoren mit ganz unterschiedlichen biografischen Prägungen. Sie lesen sich gegenseitig Passagen aus ihren Büchern vor, in denen sie ihre Sicht auf das wiedervereinigte Deutschland schildern. So kommt es zum Gespräch. Mit dabei sind: Hendrik Bolz, aufgewachsen in Stralsund, Don Pablo Mulemba, Sohn einer Ostdeutschen und eines angolanischen Vertragsarbeiters, Martina Hefter, aufgewachsen im Allgäu, mittlerweile in Leipzig und Susanne Schädlich, mit der Familie aus der DDR ausgebürgert, war danach lange in den USA. Dazu gibt es Livemusik von Betterov, geboren in Thüringen, thematisiert er in seinen Songs unter anderem die Flucht seines Vaters aus der DDR. Zwischen den Zeilen vereint? Ein Abend über Worte, Perspektiven und die Frage, was uns verbindet - und noch trennt.