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Wowereit versteht es wunderbar, seine Politik in prägnante Slogans zu packen. Fürs Sparen sucht und findet der smarte Bürgermeister einen eiskalten Vollstrecker, den damals kaum jemand kennt: Sein Name: Thilo Sarrazin. Wieder so ein Duo an der Spitze der Stadt: Der freundliche Party-Bürgermeister und der eiserne Sparkommissar. Der von ihnen in Gang gesetzte radikale Sparkurs verschärft die sozialen Konflikte in der armen Stadt dramatisch. Das wird besonders in den klammen Problembezirken Kreuzberg und Neukölln deutlich. Das raue und arme Image der harten Stadt Berlin machen sich junge Berliner Hip-Hop Künstler- und Künstlerinnen rund um Kool Savas und seinen Kumpel Sido längst zunutze. Sie verwandeln es zu knallhartem und oft nicht jugendfreiem Berliner Battle-Rap und machen es zu ihrem Markenzeichen, das von dem Kreuzberger Keller aus die Jugendzimmer ganz Deutschlands erobert. Und auch die Berliner Techno- und Partyszene erlebt eine Renaissance und zieht von der eng gewordenen Berliner Mitte an neue Orte voller Industriebrachen, der bis dahin in einem Dornröschenschlaf lag: Das Spreeufer, wo unter anderem die Bar 25 eröffnet wird und nicht unwesentlich zu Berlins neuem Image bei, das Bürgermeister Wowereit wieder in einen weltberühmten Slogan packt: "Berlin ist arm, aber sexy".
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Nach Jahren der Stagnation und des Niedergangs wächst Berlin plötzlich in rasanter Geschwindigkeit. Die Berliner Bürger und die Clublandschaft bekommen die Schattenseiten des Booms zu spüren: Erst werden Clubs von finanzstarken Investoren verdrängt, dann die Bewohner. Der Kampf der Bürger gegen Verdrängung, Gentrifizierung und für eine weiterhin lebenswerte Stadt wird zum Überthema des Jahrzehnts. Und die Bürger finden immer neue Mittel und Aktionsformen, um sich erfolgreich zu wehren. Der zunehmend entrückt wirkende Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit versteht derweil seine Bürger nicht mehr und macht sich mit einer Bauruine, die ein Großflughafen werden sollte, zum Gespött der ganzen Welt, während der alte Flughafen Tempelhof zur Zuflucht von Geflüchteten wird und der Stadtteil Neukölln endgültig zum Symbol für gescheiterte Migrationspolitik und kriminelle Clan-Kriminalität. Und als ob das nicht genug wäre, versetzt zu Beginn des neuen Jahrzehnts eine Pandemie die Stadt, die jetzt wirklich eine Weltmetropole ist, in eine Schockstarre, die alles verändert. Willkommen im Berlin der Zehnerjahre.