17:25
Die Reportage begleitet die junge Tramfahrerin Nikola Gawronska auf ihrer täglichen Tour durch Szczecin und trifft Menschen entlang der traditionsreichen Linie 3 - darunter eine Köchin, eine Künstlerin und eine Seglerin. Ihre Geschichten erzählen vom Sommer und vom Wandel der Stadt. Die Tram-Strecke führt entlang der Oder und mitten durchs Zentrum, vorbei am Roten Rathaus, dem Hauptbahnhof, durch die Kolumba-Straße und über die "deutschen Hügel". Nikola Gawronska fotografiert gern und ist eine der größten Tram-Enthusiastinnen der Hafenstadt. Schon seit ihrer Kindheit will sie Fahrzeuge steuern. Nach Feierabend erholt sich Nikola am liebsten in der Natur. Ihr größter Traum: einmal den "Toaster" zu steuern - eine Berliner S-Bahn aus den 80-er Jahren. Die Kunstwerke der Studentin Julia Zmuda tragen buchstäblich ein Stück Heimat in sich, denn die natürlichen Farben für ihre Arbeiten stellt sie aus Pflanzen, Samen und Blättern her - gesammelt in Szczecin und Umgebung. Die Köchin Malgorzata Janowska zog der Liebe wegen von Warschau an die Odermündung. Heute lebt sie ihren Traumberuf in der kultigsten Bar der Uni-Stadt, der "Mleczny Turysta". Einem Ort, der sich seit seiner Eröffnung in den 60-er Jahren kaum verändert hat. Hitze, Lärm und Trubel gehören hier zum Küchenalltag. Wenn Malgorzata nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, kocht sie weiter - zur Entspannung. "Szczecin war nicht die Liebe auf den ersten Blick", sagt die Seglerin Kamila Skowron. Aber sie lernte die Stadt schnell schätzen: das Wasser, die Natur und ihr Beruf als Segellehrerin haben es ihr leicht gemacht. Der Film von Oliwia Nowakowska und Elias Franke lädt ein, die geschichtsträchtige polnische Uni-Stadt unweit der Brandenburger Grenze zu entdecken, die geografisch Berlin näher ist als Leipzig.
17:53
Pittiplatsch: Als Moppi den Sommer beweinte
18:00
Bellevue und der Bundespräsident - das gehört eigentlich zusammen. Doch das Schloss in Berlin-Tiergarten muss grundsaniert werden. Für acht Jahre zieht das Staatsoberhaupt deshalb in einen Modulbau - und mit ihm alles, was zu seinem Amt gehört und damit auch Deutschland repräsentiert: die Küche für Staatsbankette, Staatsgeschirr und Standarte, Akten und Bibliothek. Nicht zuletzt müssen rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kisten packen. Viele Kunstgegenstände aus Bellevue können hingegen nicht mitkommen, weil sie so gar nicht zum nüchternen Bürobau passen oder schlicht zu groß sind. Auch die Frösche im Schlossteich finden keinen Lebensraum am zukünftigen Standort, der mitten in Berlins City liegt und kaum Grün bietet. Am neuen Amtssitz wird es deutlich weniger Platz geben für anrollende Staatsgäste oder Sommerfeste. Manche fragen: Kann das Übergangsquartier überhaupt Amtswürde, Symbolkraft und etwas Glanz ausstrahlen? Die Reportage von Tina Handel und Moritz Rödle blickt hinter die Kulissen dieses besonderen Umzugs: Warum ist das Schloss so marode, dass es jahrelang für Hunderte Millionen Euro saniert werden muss? Wer sind die Menschen, die dieses wichtige Amt arbeitsfähig halten? Und vor welchen Herausforderungen stehen sie, wenn das Staatsoberhaupt den Dienstsitz wechselt? Zudem bietet der Film erste Einblicke in den Büroturm mit der bunten Keramikfassade, der künftig oft in den Nachrichten zu sehen sein wird. Schon in wenigen Monaten soll hier nach der Wahl ein neuer Bundespräsident oder eine Bundespräsidentin einziehen, doch zuvor muss erst einmal das ganze Amt ankommen.
18:28
Wie ist die Wetterlage in Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen? Das Magazin informiert mit professionell gestalteten Wetterkarten über alle Trends.
18:30
19:00
Das Magazin berichtet über Ereignisse und Menschen in Berlin und Brandenburg. Erzählt werden Geschichten über Land und Leute, aber auch die Einheimischen selbst kommen hier zu Wort.
19:27
Wie ist die Wetterlage in Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen? Das Magazin informiert mit professionell gestalteten Wetterkarten über alle Trends.
19:30
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
9. November 1989: Günther Schabowski verkündet, dass alle DDR-Bürger ab sofort die Reisefreiheit erhalten. Harald Schäfer, Leiter des Grenzübergangs Bornholmer Straße, erfährt dies durch eine Fernsehübertragung in der Kantine. Schäfer ist befremdet, denn er ist überzeugt von seinem Staat, der DDR. Und er fragt sich, was aus Schabowskis Mitteilung folgt. Als diensthabender Oberleutnant braucht Schäfer Anweisungen für die weiteren Grenzkontrollen. Doch während sich immer mehr Ausreisewillige vor dem Schlagbaum sammeln, tauchen sämtliche Vorgesetzte Schäfers und sogar die zuständigen Ministerien ab. Schäfer erhält keine Antworten. Die immer kafkaeskeren Situationen bringen seine Überzeugungen ins Wanken. Als die Stimmung am Schlagbaum in einen Gewaltausbruch zu eskalieren droht, fällt Schäfer auf eigene Faust die mutige Entscheidung, den Grenzübergang zu öffnen.
21:45
mit Sport
22:00
Wenn es schwer ist zu reden, hilft vielleicht Lesen, um andere Standpunkte zu verstehen. Zum Tag der deutschen Einheit, laden wir Autorinnen und Autoren aus Ost, West und dazwischen zu einem besonderen Literatur-Talk ins studioeins im Bikini Berlin ein. Zu Gast bei den radioeins Moderatorinnen Lena Brasch und Marie Kaiser sind vier Autorinnen und Autoren mit ganz unterschiedlichen biografischen Prägungen. Sie lesen sich gegenseitig Passagen aus ihren Büchern vor, in denen sie ihre Sicht auf das wiedervereinigte Deutschland schildern. So kommt es zum Gespräch. Mit dabei sind: Hendrik Bolz, aufgewachsen in Stralsund, Don Pablo Mulemba, Sohn einer Ostdeutschen und eines angolanischen Vertragsarbeiters, Martina Hefter, aufgewachsen im Allgäu, mittlerweile in Leipzig und Susanne Schädlich, mit der Familie aus der DDR ausgebürgert, war danach lange in den USA. Dazu gibt es Livemusik von Betterov, geboren in Thüringen, thematisiert er in seinen Songs unter anderem die Flucht seines Vaters aus der DDR. Zwischen den Zeilen vereint? Ein Abend über Worte, Perspektiven und die Frage, was uns verbindet - und noch trennt.