20:15
Die Einsatzleitzentrale der Berliner Polizei - ein Notruf geht ein über die 110. Über Funk wird dann ein Streifenwagen verständigt - mit Blaulicht geht's zum Einsatzort. Für die rbb24 Reportage "Häusliche Gewalt - Auf Streife mit der Polizei" begleiten die rbb- Reporter Tina Friedrich und Torsten Mandalka das Team eines Funkwagens in Berlin-Marzahn. Aleksandra Sommer und Lars Krüger sind erfahrene Beamten, die regelmäßig mit Fällen häuslicher Gewalt konfrontiert werden. Die beiden Polizisten erleben Männer, die ihre Partnerinnen angreifen, schlagen und bedrohen. Sie erleben aber auch eine Frau, die unter Alkohol- und Drogeneinfluss die Kontrolle verliert. Am Einsatzort kommt es darauf an, die Gewalt zu stoppen und Spuren zu sichern. Dazu gehört, Fotos zu machen, Verletzungen zu dokumentieren, Fingerabdrücke zu sichern. Ebenso wichtig ist es, dass die Polizisten Betroffene über die nächsten Schritte beraten und ihnen Hilfsangebote vermitteln. Die AutorInnen begleiten die Polizeibeamten Sommer und Krüger über mehrere Wochen hinweg bei ihren Einsätzen und erleben hautnah, wie komplex die Probleme bei häuslicher Gewalt sind. Sie beobachten, wie Oberkommissar Krüger vor Gericht als Zeuge auftritt, und wie schwierig es sein kann, Täter ihrer Strafe zuzuführen. Und sie erleben die beiden Polizisten privat, wenn sie in den eigenen vier Wänden ihren Job reflektieren und zu der Erkenntnis kommen, dass es bei häuslicher Gewalt kaum einfache und schnelle Lösungen gibt. Sensibilität und Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen - das haben sich Aleksandra Sommer und Lars Krüger zur Aufgabe gemacht. Damit sind die Polizisten für Opfer häuslicher Gewalt eine erste und sehr wichtige Hilfe.
20:45
Jede dritte Frau wird in ihrem Leben Opfer von Gewalt - am häufigsten durch Partner oder Familienangehörige. Das größte Gewaltrisiko droht dabei weder im dunklen Stadtpark noch am nächtlichen U-Bahnhof. Am gefährlichsten ist laut Statistik das eigene Zuhause. Mit Blick auf die Hauptstadt zeichnet sich eine besorgniserregende Entwicklung ab: Laut Berliner Gender Datenreport wurden 2023 insgesamt über 2.000 polizeiliche Platzverweise im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ausgesprochen - knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Fall vieler Betroffene bleibt die Gewalt im Verborgenen. Scham, Angst, finanzielle Abhängigkeit oder die Sorge vor weiteren Übergriffen verhindern häufig, dass Taten angezeigt werden. Die Dunkelziffer ist hoch. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Schutz und Unterstützung. Häusliche Gewalt - nur ein privates Schicksal, oder eine gesellschaftliche und politische Herausforderung? Wie viel Verantwortung tragen staatliche Institutionen - und wo versagen Betroffenenschutz und Prävention? Darüber diskutiert Moderatorin Sabrina N'Diaye mit der Betroffenen-Aktivistin Alice Westphal, der Juristin Christina Clemm, die Referentin für Familie, Frauen und Mädchen beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Astrid Lück und die und der Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Antidiskriminerung und Gleichstellung, Cansel K?z?ltepe (SPD).
21:45
22:15
Wenn sich die Cottbusser Kinosäle verdunkeln, beginnt eines der wichtigsten Festivals für osteuropäisches Filme und rbbKultur ist zum Auftakt dabei. Aus dem Staatstheater Cottbus meldet sich Filmexperte Knut Elstermann mitten aus dem Festivaltrubel. Er spricht mit Filmschaffenden, stellt die ersten Werke vor und fängt die Stimmung des Eröffnungsabends ein. Das Festival zeigt Filme aus Mittel- und Osteuropa. In diesem Jahr richtet es mit einem "Close Up" den Blick besonders auf Lettland. Schon der Eröffnungsfilm "Escape Net" erzählt ein historisches Sportdrama aus der Zeit der sowjetischen Besatzung des Landes in den 50er Jahren.
22:30
Jörg Thadeusz nimmt sich Zeit für Gespräche, die über die Oberfläche hinausgehen. Mit Tiefgang und Muße beleuchtet er aktuelle und hintergründige Themen, die bewegen. Ob Politikerinnen, die herausgefordert werden, ohne Phrasen zu antworten, Wirtschaftsleute, die über die Mechanismen ihres Handelns sprechen, oder Künstlerinnen, die Einblicke in ihre kreative Welt geben - jedes Gespräch sucht nach den wahren Gedanken hinter den Worten. Eine Einladung, komplexe Themen neu zu betrachten und überraschende Perspektiven zu entdecken.
23:25
Im Sommer 1980 wird Mustafa Jemilev, ein Bürgerrechtler und Führer der nationalpolitischen Bewegung der Krimtataren, nach Beendigung eines 303-tägigen Hungerstreiks in das abgelegene sibirische Dorf Zyryanka verbannt. Dort arbeitet er zusammen mit ehemaligen Häftlingen in einer Sauerstoffstation. Seine monotone und primitive Arbeit, ähnelt der von Sisyphos. Als Mustafas zu unrecht für den Mord an einem Journalisten beschuldigt wird, sind im sowohl der KGB als auch der zwielichtige und grausame Staatsanwalt Yehor Shalandin auf den Fersen. Gleichzeitig macht sich auch die junge Krimtatarin Safinar auf den Weg nach Zyryanka, um endlich den heldenhaften Widerständler - die lebende Legende ihres Volkes - endlich persönlich zu treffen.