20:15
Eine außergewöhnliche Perlenschnur der Natur zieht sich längs durch Deutschland. Von der Ostsee bis zum Vogtland verbindet sie auf 1.400 Kilometern Länge über 100 verschiedene Biotope mit seltenen Tier- und Pflanzenarten zum Grünen Band. Raritäten wie Schwarzstorch, Fischotter, Wanstschrecke oder Braunkehlchen finden ideale Bedingungen in Sumpfgebieten, Mooren, Pionierwäldern oder auf Magerrasenflächen. In diesem einzigartigen Biotopverbund leben über 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, darunter über 600 stark gefährdete. Die langgestreckte grüne Oase ist ein besonders geschütztes Gebiet, dessen Ursprung lebensfeindlicher nicht sein kann. Vor über einem viertel Jahrhundert noch teilte dieser Streifen zwei Systeme, zerschnitt Deutschland in zwei Teile, trennte Familien, Freunde und Völker. Mit Minenfeldern, Stacheldraht und Mauern, rund um die Uhr bewacht. Doch statt Wächtern der Grenze sind heute Wächter der Natur am Grünen Band unterwegs. Sie wachen in dem Schutzgebiet über die tierischen Grenzgänger, die zu Zeiten des Eisernen Vorhangs hier aufgehalten wurden oder sich schon damals nicht aufhalten ließen. Grenzgänger wie die Wildkatzen, die über den Korridor heute vom Vogtland nach Bayern wandern können. Seeadler, die in den angrenzenden Fluren in Niedersachsen ihren Nachwuchs groß ziehen und in Sachsen-Anhalts Gewässern die Fische fangen. Oder Biber, die immer in der DDR heimisch waren und erst nach deren Ende aufbrachen und nun auch in den westlichen Feuchtbiotopen Bäume fällen. Tierfilmer Uwe Müller beobachtete das Leben an der alten Grenze über ein Jahr lang mit modernster HD Technik zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Bei seinen Wachdiensten in den blühenden Landschaften und neuen Lebensräumen kamen ihm Jäger und Gejagte, aber auch Grenzzeugen vor die Kamera. Der Film lässt diesen längsten Biotopverbund Deutschlands dadurch gleichzeitig auch als besondere Erinnerungsstätte lebendig werden.
21:00
Die Seychellen sind ein globaler Biodiversitäts-Hotspot. Die Vielfalt der Arten ist außergewöhnlich, rund einhundert Pflanzen- und einige Dutzend Tierarten sind endemisch - auf, vor allem aber auch unter Wasser. Ein Paradies für Meeresbiologen, Taucher und Fischer gleichermaßen. Aber das Paradies im Ozean ist bedroht. Der hoch verschuldete Inselstaat wollte auf dem Meeresboden nach Öl und Gas bohren lassen. Dann übernahm ein Konglomerat von Umweltschutzorganisationen rund um den Hollywoodstar Leonardo DiCaprio einen Teil der Staatsschulden. Mit den frei gewordenen Geldern sollen die Seychellen im Gegenzug ein gewaltiges Meeresschutzgebiet finanzieren: einen Unterwasser-Nationalpark, der künftig rund ein Drittel der Gewässer rund um die Inseln umfassen soll, um die einzigartige Artenvielfalt für die Zukunft zu bewahren. Bereits die ersten beiden ausgewiesenen Teilflächen sind etwa so groß wie Großbritannien. Eine schwierige Entscheidung in einem Land, in dem mehr als 40 Prozent der Bevölkerung von Fischfang oder Tourismus leben. Daher soll auch in den neu ausgewiesenen Schutzgebieten beides mit Einschränkung möglich sein. Schon heute müssen lokale Fischer mit ihren Booten deutlich weiter auf den Ozean hinausfahren. Dafür brauchen Sie mehr Benzin, höhere Preise für ihren Fang aber können sie auf den lokalen Märkten nicht verlangen. Wie das in Zukunft für die lokalen Fischer funktionieren soll, ist eine der wichtigen Fragen, die Nationalparkplanerin Helena Sims beantworten muss. Nur wenn es langfristig gelingt, den Naturschutz mit den Bedürfnissen der Menschen zu vereinbaren, kann der Park ein Erfolg werden.
21:45
mit Sport
22:00
Mit dabei sind dieses Mal: Markus Feldenkirchen (DER SPIEGEL), Jana Hensel (Die Zeit), Nikolaus Blome (RTL/ n-tv), Iris Sayram (ARD Hauptstadtstudio) und Robert Ide (DER TAGESSPIEGEL). Satirische Zwischentöne kommen von Florian Schroeder.