20:15
Er sei vielleicht der Deutsche mit dem besten globalen Netzwerk - so sagt es Christian Angermayer über sich selbst. Trump-Sohn Donald Jr., Tech-Milliardär Peter Thiel oder CDU-Politiker Jens Spahn: Sie alle zählt der Unternehmer zu seinen engen Freunden. Der Deutsche hat einen weiten Weg hinter sich - vom Einser-Schüler in der oberpfälzischen Provinz zum weltweit tätigen Investor, der als "German Billionaire" für Aufmerksamkeit sorgt. Auch wegen seiner unkonventionellen Geschäftsideen: Angermayer ist einer der Köpfe hinter den "Enhanced Games", dem als "Doping-Spiele" kritisierten Event in Las Vegas, bei dem im Frühjahr 2026 leistungssteigernde Mittel unter medizinischer Aufsicht explizit erlaubt waren. Privat und auch geschäftlich setzt der Biotech-Unternehmer auf die vermeintlich segensreiche Wirkung von Psychedelika. Das ARD-Politikmagazin Kontraste des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat sich gemeinsam mit dem "Focus" und dem österreichischen Nachrichtenmagazin "News" über Monate auf die Spur von Christian Angermayer begeben. Die Spurensuche wirft Fragen auf: Wie erfolgreich ist Christian Angermayer wirklich? Wie bedeutsam ist er als deutsche Stimme mit Verbindung zum autoritären MAGA-Lager um Trump? Welche Verbindungen führen nach Russland? Und was heißt es für die Welt, wenn Milliardäre und mächtige Tech-Unternehmer immer stärker über unsere Zukunft mitbestimmen?
21:00
Brandenburg ist eines der moorreichsten Länder Deutschlands. Doch durch Torfabbau, Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung gingen die wichtigen Biotope größtenteils verloren. Heute sind nur noch 10 Prozent der brandenburgischen Moore in einem naturnahen Zustand. Die trockengelegten Moore setzen riesige Mengen CO2 frei. In Brandenburg stoßen sie Jahr für Jahr mehr klimaschädliche Gase aus als der gesamte Verkehr. Will Deutschland seine Klimaziele erreichen, müssen in den nächsten Jahren riesige Flächen wiedervernässt werden. Die Landwirtschaft steht deshalb vor einem riesigen Umbruch. Die Reporter Stefanie Otto und Alexander Goligowski haben betroffene Landwirte und Anwohner im Land begleitet. Geht es nach den Plänen von Klimaschützern, muss sich die Art der Bewirtschaftung der Flächen grundlegend ändern. Die Bauern hingegen fürchten um ihre Existenz und schlagen Alarm. Landwirt Heino Tietje zog Ende der 1990er Jahre aus Niedersachsen in die Uckermark und baute dort einen Milchviehbetrieb auf. Er befürchtet: Wenn der Wasserstand auf seinen Wiesen steigt, können sie nicht wie bisher befahren und gemäht werden. Auch hätte das Gras von nassen Wiesen nur noch mindere Qualität als Futter. Und erst vor kurzem hat Bauer Tietje in neue Melkroboter investiert. Auch Doris Triebsch aus Netzen macht sich Sorgen, dass ihre Weideflächen an Wert verlieren. Sie und ihre Nachbarn fürchten, dass der Ort in Zukunft regelmäßig mit nassen Kellern zu kämpfen hat, wenn das Wasser aus den Mooren nicht mehr abgepumpt wird. Moorschützerin Christina Grätz setzt im Auftrag des Landes Brandenburg Pilotprojekte für die Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Mooren um. Gemeinsam mit anderen Experten berät sie betroffene Besitzer, wie Moor- und Klimaschutz mit einer weiteren Nutzung der Flächen vereinbar sein können. Ein Projekt in Schleswig-Holstein zeigt, wie das gelingen kann. Dort bewirtschaftet Landwirt Dag Frerichs den deutschlandweit größten Solarpark in einem wiedervernässten Moor. Er und sein Team ließen sich 2021 auf dieses Abenteuer ein. Um die feuchten Wiesen zu mähen, nutzen Frerichs und Co. besonders leichte ferngesteuerte Maschinen, die den Boden nicht verdichten. Eine Technik, die sie sich bei der Almbewirtschaftung abgeguckt haben. In Zukunft soll die geerntete Biomasse auch als Rohstoff genutzt werden.
21:45
22:15
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Das mexikanische Dorf El Alberto liegt 1000km von der US-Grenze entfernt und doch ist sie überall spürbar: Sie trennt Familien, entwurzelt Menschen und schafft Sehnsüchte nach einem vermeintlich besseren Leben. Nachts inszenieren die Dorfbewohner:innen ihre Erfahrungen der illegalen Grenzüberquerung für zahlende Tourist:innen. Virgilio und seine Nachbarn schlüpfen dabei in die Rollen von Grenzpolizisten, sie lauern mit Sirenen und Haftandrohungen auf. Coyotes, so der Name der Schlepper, führen durch die dunkle Wüste, eine Vergewaltigung wird simuliert. In der Dunkelheit verschwimmen Inszenierung und Realität, Spiel und Trauma, Erinnerung und Gegenwart. Doch für die Bewohner:innen von El Alberto ist diese Nacht keine richtige Fiktion. Virgilio, der bei der sogenannten Caminata Nocturna einen Grenzpolizisten spielt, wurde selbst aus den USA abgeschoben und fürchtet, dass sein Sohn irgendwann auch in die USA möchte, selbst wenn sie sich dann nie wiedersehen können. Die elfjährige Rebeca wartet auf ihre Mutter, die die Grenze überquert hat und seitdem verschwunden ist. Felicitas' Familie ist nach und nach in die USA ausgewandert. In ihrer großen amerikanischen Küche fragt sie sich, ob sie ihnen folgen soll. Der Film von Clara Trischler blickt mit mexikanischen Perspektiven auf die Grenze. Er entstand als Abschlussfilm an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.