20:45
Acht Tage wird Inge F. vermisst, bis sie tot am Waldrand gefunden wird - verborgen unter Reisig und Moos. Sie trägt ein Bikini-Oberteil, das nicht ihr gehört. Die Ermittler erkennen einen Zusammenhang mit den ersten beiden Morden, und jetzt wird den Ermittlern bewusst: Ein Serienmörder geht um. Wahrscheinlich schlägt er schon bald erneut zu, und macht Jagd auf Frauen. Zur selben Zeit erobert der Boulevard das ostdeutsche Publikum mit Schlagzeilen. So verbreitet der Serienmörder als "Bestie von Beelitz" oder als "Rosa Riese" Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Der Druck auf die Ermittler steigt, die Tötungsserie zu stoppen und den Serienmörder zu fassen.
21:20
Auf einer seiner Joggingrunden entdeckt Mike Klein ein verdächtiges Zelt im Wald, umgeben von Damenunterwäsche und Erotikheften. Er vermutet, dass es das Versteck des "Rosa Riesen" ist, verständigt die Polizei und hofft, die 20.000 D-Mark als Belohnung zur Ergreifung des Serienmörders zu bekommen. Während die Polizisten im Unterholz auf den "Rosa Riesen" lauern, geht Mike Klein mit einem Kumpel selbst in den Wald und fasst den Täter auf eigene Faust. Nach weniger als vier Stunden Vernehmung gibt Wolfgang Schmidt alles zu: sechs Morde und drei versuchte Morde. Das Urteil im Strafprozess: 15 Jahre Haft und Unterbringung im Maßregelvollzug. Der Boulevard stürzt sich nun auf das Umfeld des Täters, intime Details über sein Leben werden öffentlich gemacht - Spuren, die bis heute bei den Menschen vor Ort nachwirken. Der Täter lebt, doch den Wolfgang Schmidt von damals gibt es so nicht mehr. Die ARD Crime Time-Serie "Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom" beleuchtet diese Tötungsserie mit exklusiven Zeitzeugen und hinterfragt auch: Wie geht eine Gesellschaft mit solchen Serienmördern um?
21:55
mit Sport
22:10
Herr Graetz und Frau Lüdke arbeiten als Gerichtsvollzieher in Berlin. Sie müssen Menschen aus ihren Wohnungen "räumen" oder offene Rechnungen eintreiben. Häufig besteht ihre Klientel aus sozial schwachen Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und oft hilflos kapitulieren. Aber sie treffen auch auf Reichsbürger, die sich dem Staat verweigern, und andere gewalttätige Extremisten. Wenn Graetz und Lüdke ihre Arbeit machen, sind Vorsicht, ständige Alarmbereitschaft und Ungewissheit ihre Begleiter. Manchmal haben die beiden Beamten Polizeischutz, aber oft stehen sie allein vor der Wohnung, ohne zu wissen, wer oder was dahinter auf sie wartet, bevor ein Schlosser die Tür öffnet. Obergerichtsvollzieher Graetz fällt es immer noch schwer, über das Ereignis zu sprechen, das ihn beinahe aus der Bahn warf: ein plötzlicher Axtangriff, bei dem es zu einer schweren Verletzung seines Armes kam. Anders als Polizisten haben die Gerichtsvollzieher kaum Schutzkleidung, jahrelang haben sie für kugel- und stichfeste Westen kämpfen müssen. Nach Großeinsätzen steht immer wieder die Frage im Raum: War es das jetzt oder kommt vielleicht ein aggressives Mitglied einer Clanfamilie, um spontan Rache zu üben? So wie die Reichsbürger, die in das Büro der Obergerichtsvollzieherin Lüdke stürmten, sie filmten und ihre Daten ins Netz stellten. Die Reporter Sascha Adamek und Jo Goll von rbb24 Recherche haben die beiden Berliner Gerichtsvollzieher über Monate begleitet. Ihr Film zeigt, wie gefährlich der Berufsalltag der beiden Beamten ist und warum sie dennoch weitermachen.
22:40
In Deutschland dauert es einer Studie zufolge sechs Generationen, um von Armut in die Mittelschicht aufzusteigen; in Dänemark geht das innerhalb von zwei Generationen. Frauen und Männer zwischen 27 und 41 Jahren reflektieren im Film ihre Lebensgeschichten, ihre Last der sozialen Herkunft, die falschen und richtigen Abbiegepunkte für einen sozialen Aufstieg. Marlen Hobrack, Natalya Nepomnyashcha, Scott Wempe, Jörg Theobald, Stephanie von Bismarck-Schönhausen und Cawa Younosi erzählen von Stolz und Scham, von Geldnot und Reichtum, von Herkunft und Zukunft, von Aufwachsen und Aufstieg in diesem Deutschland - zwischen englischem Edelcollege und Schulverweigerung, zwischen Wut und Bundesverdienstkreuzverleihung, zwischen der Arroganz von Gymnasiallehrern und dem Lehrermangel der "Restschulen", zwischen Erbschuld, Vermögen und finanzieller Not - vor allem aber von der Idee, wieder etwas Gemeinsames entwickeln zu müssen, eine Gesellschaft, in der nicht die Herkunft die Zukunft bestimmt. Die festgefahrenen Auswahlmechanismen beim sozialen Aufstieg in Deutschland werden erklärt von den Sozialforschenden Martyna Linartas, Michael Hartmann und Marcel Helbig. Was kostet es heute, aufsteigen zu wollen? Warum reden wir über die Rückkehr der Klassen? Wer bestimmt in Deutschland über die Verteilung von Chancen und Ressourcen? Und wie sehr leben die, die immer wieder von den Filterblasen der Anderen reden, in ihren eigenen "Bubbles", abgeschirmt von den Alltagsproblemen der Mehrheit? Die Protagonisten sind allesamt aufgewachsen in jenen Zeiten, als nach dem Zusammenbruch des Kommunismus das Ende der Geschichte, der Sieg von Demokratie und Freiheit und - vor allem - die fundamental- segensreichen Wirkungen der Marktwirtschaft versprochen wurden. Sie alle erzählen davon, wie sie das erlebten - und was sie heute als Erwachsene davon halten. In einer Gesellschaft, in der die Kluft zwischen sozialen Schichten wieder wächst und der Austausch über soziale Grenzen hinweg zunehmend schwerer wird, stellen sich Fragen nach fundamentalen Werten und nach Zusammenhalt.