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TV Programm für rbb Berlin am 14.10.2026

Jetzt

rbb24 Reportage 20:15

rbb24 Reportage: Waffen, Wedding, Widerstand - Rheinmetall im Kiez

Reportage

Mitten im Wedding steht seit diesem Sommer eine Waffenfabrik. Wo bislang Autoteile vom Band liefen, baut Rheinmetall nun Vorprodukte für weltweit gefragte Artilleriemunition und Kamikazedrohnen. NATO-Draht, Überwachungskameras und Security-Personal sichern das Gelände. Gleich nebenan: Eine Grundschule, ein Schwimmbad und hunderte Anwohner. "Wie stehst du zur Aufrüstung, wenn sie ganz nah ist?" - dieser Frage können die Anwohner der Waffenfabrik nicht mehr aus dem Weg gehen. Sie beantworten sie ganz unterschiedlich: mit der Furcht um die eigene Sicherheit, mit dem Organisieren von Widerstand, mit dem Überbordwerfen früherer Gewissheiten. Die rbb24 Reportage begleitet eine evangelische Pfarrerin mit ukrainischen Wurzeln, die verhindern will, dass Pazifisten als Putinversteher verunglimpft werden. Sie gibt Einblick in ein deutsch-lettisches Paar, das sich über den Sinn der Aufrüstung streitet und doch offen zueinander bleibt. Und sie zeigt, wie ein syrischer Restaurantbetreiber, der vor den Raketeneinschlägen in seinem Wohngebiet nach Deutschland geflüchtet ist, zum politischen Aktivisten wird und gegen die Fabrik mobilisiert. Ein intimer Blick in einen Kiez, der wie ein Brennglas ist für eine der drängendsten Fragen der Zeit, nämlich die nach Krieg und Frieden.

Danach

Wir wollen reden 20:45

Wir wollen reden: Mehr Waffen für mehr Frieden?

Gesellschaft und Soziales

Wie bewahren wir Sicherheit und Frieden? Ist Aufrüstung alternativlos? Brauchen wir mehr Waffen und Munition, auch aus Berlin? Oder schadet die Aufrüstung eher dem Frieden und macht Produktionsstandorte von Munitionsteilen wie in Berlin-Gesundbrunnen zu möglichen Angriffs- und Anschlagszielen? Ist es richtig, viel Geld und Personal in Rüstung zu investieren oder vernachlässigen wir dadurch andere Strategien der Friedenssicherung? Wann dient Rüstungsproduktion der Verteidigungsfähigkeit, wann begründet ihr Export eine Mitschuld an möglichen Kriegsverbrechen? Wir wollen darüber reden. Mit dem Publikum und mit: Senta Reisenbüchler, Pfarrerin in Berlin-Gesundbrunnen Falko Droßmann, SPD, verteidigungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Jan van Aken, Die Linke, Mitglied des Bundestags sowie ggfs weiteren Gästen.

rbb24 BERLIN 21:45

rbb24 BERLIN

Regionalmagazin

rbb Story: Ausgeliefert! 22:15

rbb Story: Ausgeliefert!: Das Geschäft mit den Kurierfahrern

Dokumentation

"Wir sind doch keine Tiere!", klagt Shiwani S. nach einem anstrengenden Tag vor dem Berliner Arbeitsgericht. Die Fahrradkurierin wartet, hochschwanger, seit anderthalb Jahren auf die Auszahlung mehrerer Monatsgehälter. "Warum machen keine Deutschen diese Jobs bei Lieferando, Wolt oder UberEats?", pflichtet ihr Samee U. bei. "Fragt Euch das mal!" Die Story geht dieser Frage nach und deckt ein System mehrfacher Ausbeutung auf, das sich zunehmend in deutschen Städten breit macht: tausende junge Inder kommen für ein wertloses Studium an teuren Privatunis ins Land, angelockt von Agenturen und dafür hochverschuldet. Hier werden sie von skrupellosen Vermietern ausgenommen und geraten an Unternehmer, die sie ausbeuten: mit Scheinarbeitsverträgen, erzwungener Schwarzarbeit und Vergütung weit unter dem Mindestlohn. Die Recherche von Fabian Grieger und Jan Wiese gibt einen weitgehend unbekannten Einblick in die prekäre Lebenssituation indischer Kurierfahrer und -fahrerinnen in Deutschland. Monatelang sind sie dafür in die Community eingetaucht. Als "arbeitsrechtliches Labor" bezeichnet Rechtsanwalt Martin Bechert Lieferdienste wie Wolt, Lieferando und UberEats. Er vertritt viele Kurierfahrer, die sich zunehmend und trotz großer Widerstände gegen ihre Arbeits- und Lebensbedingungen wehren. Die Zustände sprechen sich inzwischen bis nach Indien herum. Im Interview warnt der deutsche Botschafter in New Delhi, Dr. Philipp Ackermann, vor einer fehlgeleiteten Migration, die über zweifelhafte Bildungseinrichtungen in "Schwarzarbeit und prekären Wohnverhältnissen endet". Zulasten indischer Studierender, deren Hoffnung auf ein besseres Leben sich nur für andere auszahlt.

Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien 23:00

Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien

Dokumentarfilm

"SCHLINGENSIEF - In das Schweigen hineinschreien" ist ein Film über den 2010 mit 49 Jahren verstorbenen Ausnahmekünstler Christoph Schlingensief. Der Fokus des Films liegt auf Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu diesem Land war widersprüchlich: einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie "Heimat", andererseits rebellierte er gegen sie - auch gegen den Kleinbürger in sich selbst - und provozierte bis hin zur Forderung "Tötet Helmut Kohl" auf der documenta X 1997. Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners Erlöser-Oper "Parsifal" inszenieren durfte, und später die Einladung erhielt, den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land doch noch mit Anerkennung erwidert wurde. "SCHLINGENSIEF - In das Schweigen hineinschreien" ist ein Montage-Film der Editorin Bettina Böhler, die zwei der wichtigsten Filme von Christoph Schlingensief, "Terror 2000" und "Die 120 Tage von Bottrop", geschnitten hat. Ihr Film besteht aus sehr umfangreichem Archivmaterial aus vier Jahrzehnten, Erzähler ist Schlingensief selbst. Im Herbst 2026 (9.10.2026-17.1.2027) widmet der Gropius Bau in Berlin ihm mit "Es ist nicht mehr mein Problem, macht eure Scheiße alleine" eine Ausstellung, die sein visionäres Werk zwischen aufsehenerregenden politischen Aktionen, radikalen theatralen Inszenierungen und der Verschmelzung von Performance und bildender Kunst beleuchtet.