22:00
Gellert streitet vor Gericht für die Ärztin Milena Holzkamp. Sie hat ihren Doktor in Medizin gemacht und will in ihrer Promotionsurkunde gendergerecht bezeichnet werden. Der akademische Titel Dr. med., der ihr verliehen wird, steht für die männliche Form "doctor medicinae", was Holzkamp als Diskriminierung empfindet. Sie verlangt, als "doctora" tituliert zu werden, was wiederum die Hochschule mit dem Hinweis ablehnt, dieses Wort komme in der lateinischen Sprache überhaupt nicht vor. Gellert macht im Verhandlungssaal auf seine Art deutlich, dass der Fall keine Lappalie ist, als er den Richter mit "Frau Vorsitzende" anspricht. Parallel dazu vertritt Isa eine alte Bekannte ihrer Mutter, Waltraut Wolf, deren Mann sich das Leben genommen hat, weil er sich verspekuliert und seine Firma in den Ruin geführt hat. So zumindest behauptet es sein ehemaliger Kompagnon Robert Berger und bietet an, die entsprechenden Akten vorzulegen. Charlie und Marion aber bringen in einer illegalen Aktion die tatsächlich relevanten Dokumente in ihren Besitz, die beweisen, was wirklich geschehen ist. Isa ist über diese Aktion entsetzt und feuert Charlie und ihre Mutter. Gellerts voller Einsatz ist nicht nur im Verhandlungssaal, sondern auch in einer Familienangelegenheit gefordert. Der Krebs seines Vaters ist zurückgekehrt.
22:50
Hier dreht sich alles um das Thema Medien. Wer sind die Macher, wie wird journalistische Arbeit beeinflusst, wie wird Werbung platziert? Im Jahr 2007 erhielt die Sendung den Deutschen Kritikerpreis.
23:15
80 Jahre nach dem Holocaust gibt es immer weniger Zeitzeugen. Wie kann die Erinnerung an die Shoah überleben? Welche Rolle spielt TikTok? Sprechen wir in Zukunft mit virtuellen Zeitzeugen? Gidon Lev ist Holocaust-Überlebender. Lange konnte der 89-Jährige nicht über seine Kindheit in Theresienstadt sprechen. Heute kämpft er gegen das Vergessen. Mit seiner Lebensgefährtin Julie Grey dreht er Videos für TikTok, in denen er von seiner Vergangenheit erzählt, aber auch fröhlich tanzt, denn Gidon ist ein hoffnungsvoller Optimist. Jüdische Institutionen und Gedenkstätten in Deutschland haben sich mit TikTok Germany zusammengetan, um junge Zielgruppen zu erreichen. In Workshops werden Creator geschult. Eine von ihnen ist Marie Zachger. Die Studentin dreht Kurzvideos über das KZ Neuengamme und die tragischen Geschichten dahinter. Auf junge Menschen, die die Erinnerung weitertragen, setzt auch das Mémorial de la Shoah in Paris. Noch kann die Auschwitz-Überlebende Esther Sénot Schülern selbst ihre Geschichte erzählen. In Zukunft werden das Erinnerungs-Botschafter übernehmen. In Potsdam-Babelsberg wird daran gearbeitet, dass es auch in Zukunft noch Zeitzeugen geben wird: virtuelle! Die Firma Volucap filmt Holocaust-Überlebende mit Rundum-Kameras und erstellt dreidimensionale Avatare von ihnen. Die 94-jährige Ruth Winkelmann ist eine von ihnen. In Frankfurt können Schulklassen virtuelle Zeitzeugen sogar interaktiv befragen. Welche Chancen und Risiken bieten digitale Erinnerung und Künstliche Intelligenz? "Twist" spricht darüber mit Deborah Schnabel von der Bildungsstätte Anne Frank. Sind damit auch Desinformation und Geschichtsverzerrung Tür und Tor geöffnet?
23:45
Enzo ist 22 Jahre alt und sogenannter Looksmaxxer. Er habe Hyaluron nicht nur in der Stirn, Botox nutze er und seine Wangen habe er mit Fett-Disolver behandelt. Im Interview spricht Enzo ausführlich über seine Erfahrungen mit Looksmaxxing. Das ist der Trend, das eigene Aussehen zu optimieren. Was für viele Frauen schon lange mit Schönheitsdruck verbunden ist, überträgt sich in der Szene der Looksmaxxer auch auf junge Männer. Vom Gym über gefährliche Selbstinjektionen im eigenen Gesicht bis hin zu OPs. Nur wer schön ist, hat Erfolg - so die Überzeugung dahinter. Hinter Looksmaxxing steht eine eigene radikale Ideologie. Viele der Plattformen und Foren, auf denen sich junge Männer über vermeintliche Tipps austauschen, sind voll von menschenfeindlichem, sexistischem, rassistischem und homophobem Gedankengut.