18:15
Wolsdorf ist eine Gemeinde mit etwa 900 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Nähe von Helmstedt in Niedersachsen. Hier gibt es noch eine Fleischerei, anders als in vielen anderen Orten in dieser Größe. Und die ist sogar weit über die Grenzen der Gemeinde bekannt. Die Kundschaft kommt zum Teil aus Orten, die Hunderte Kilometer weit entfernt liegen. Sie deckt sich im rund 100 Quadratmeter großen Laden mit Wurst, Fleisch und warmen Speisen ein. Der Grund: der junge Fleischermeister Alex Richter. Mit innovativen Ideen und mithilfe von Social Media hat er der elterlichen Fleischerei neues Leben eingehaucht. Was von dem Fleischsommelier als einfache Idee und zusätzliches Marketinginstrument gedacht war, um den Verkauf anzukurbeln, hat den Dorfschlachter inzwischen zum Social-Media-Star und Influencer gemacht. In kurzen Videos erklärt er regelmäßig, warum seine Arbeit und die Produkte der Fleischer "cool", nachhaltig und lecker sind. Inzwischen hat er mehr als 250.000 Follower. Der Spezi-Metzger, so sein Onlinename, veranstaltet zusätzlich Eventtage, wie Mettwoch oder Friday for Burgers. "Die Nordreportage" begleitet Alex Richter auf dem Weg zu seiner Big Butcher Night und zeigt, wie eine Dorfschlachterei im Jahr 2025 erfolgreich sein kann.
18:45
Ceyda Nurtsch beschreibt in ihrem Buch "Jeder Atemzug ein Fest" die Türkei als eine zugleich pluralistische und gespaltene Gesellschaft. Sie zeigt die Spannungen zwischen regierungstreuen und oppositionsnahen Kräften, zwischen säkularen und religiös konservativen Milieus sowie zwischen urbanen Eliten und ländlichen Lebenswelten. Auch die junge Generation zwischen Aufbruch und Perspektivlosigkeit sowie Minderheiten, insbesondere Menschen mit kurdischem Hintergrund, stehen im Fokus. Diese Analyse ist verbunden mit der eigenen Biografie: Als Tochter deutsch-türkischer Eltern wuchs sie zwischen Rheinland und Bosporus auf, studierte Islam- und Politikwissenschaft sowie Philosophie, promovierte über türkische Großstadtlyrik und arbeitet als freie Journalistin. Auf dem Roten Sofa spricht Ceyda Nurtsch darüber, warum es wichtig ist, die Vielfalt der Stimmen in der Türkei sichtbar zu machen.
19:30
Das mehrfach ausgezeichnete Format berichtet seit 1980 über aktuelle Geschehnisse in der Hansestadt Bremen. Dabei werden sowohl politische und sportliche, als auch kulturelle Themen berücksichtigt.
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Im Herzen der Anden, überragt von den Vulkanen Cotopaxi und Chimborazo, liegt Ecuador, ein Land voller lebendiger Traditionen. Wie das Fest La Mama Negra in Latacunga zum Beispiel, bei dem Elemente indigener, afroecuadorianischer und katholischer Riten verschmelzen. Zentrale Figuren sind die sogenannten Ashangueros, die einen bis zu 180 Kilogramm schweren Opferkorb in einer prächtigen Prozession durch die Stadt tragen. Die Gaben für Virgen de la Merced werden direkt anschließend von den Gläubigen verzehrt. Machachi ist die heimliche Hauptstadt der Chagras. Die berittenen Viehhirten der Anden sind stolz auf ihren Lebensstil und bewahren ihn über Generationen hinweg. In Cuenca ist das traditionelle Handwerk des Panama-Hut-Flechtens lebendig. Eigentlich heißt der weltberühmte Hut Sombrero de Toquilla und stammt aus Ecuador. Die Flechterinnen tragen dieses kulturelle Erbe weiter, das von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Am Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors, züchtet eine Bauernkooperative wieder Alpakas. Deren Haltung schont, anders als vormals die von Schafen, die sensible Andenvegetation und ist Existenzgrundlage vieler Kleinbauern. Der landesweit bekannte Bergsteiger Marco Cruz schließlich setzt sich für den Erhalt von Kultur und Natur ein. Diese vielfältigen Geschichten zeigen, dass Tradition in Ecuador lebendig und identitätsstiftend ist. Eine Kraft, die in einer sich wandelnden Welt Halt gibt und zeigt, wie hier Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind.
21:00
Seelöwen, die ohne Angst vor Menschen auf Parkbänken lümmeln, Riesenschildkröten, die die Hauptstraße überqueren, Meerechsen, die auf den Anlegestellen der Fähren lungern: eine zum Greifen nahe, wilde Natur macht die Galapagosinseln zum Traumziel für Naturliebhaber. Das Archipel, 1000 Kilometer vor der Küste Ecuadors im Pazifik gelegen, hat sich vom Geheimtipp zu einer der beliebtesten Destinationen Südamerikas entwickelt. Rund 300.000 Reisende besuchen jedes Jahr den Galapagos-Nationalpark, Tendenz steigend. Und damit beginnt das Problem. Denn jeder Besucher ist eine Gefahr für die Natur: Durch eingeschleppte Samen können sich Pflanzen verbreiten, die das Ökosystem durcheinanderbringen, der Touristenboom zieht ein Bevölkerungswachstum nach sich, Wasser und Energie werden knapp. Wie die 30.000 Einwohner der zu Ecuador gehörenden Galapagosinseln leben, wie sie versuchen, sich mit den einzigartigen Tieren und Pflanzen zu arrangieren, ohne der Natur zu schaden, ist das Thema dieser Dokumentation. Sie zeigt den Alltag der Menschen in dieser besonderen Inselwelt. Der Film begleitet eine Reiseführerin, die fast jeden Tag der Woche an Sehnsuchtsorten verbringt und dabei doch die Zeit mit ihren Kindern vermisst und eine Lehrerin, die mit ihrer 7. Klasse für den Biologieunterricht ganz einfach an den Strand geht. Hier lebt eine Seelöwenkolonie - ohne jede Angst vor den Menschen. "Das Leben im Nationalpark ist ein Privileg. Nutzt es aus", schärft die Lehrerin der Charles-Darwin-Grundschule Johanna Beltrán den Schülerinnen und Schülern ein. Jorge Carrión ist mit seinem Helfer Christian in einem entlegenen Urwald der Vulkaninsel Isabela unterwegs. Seine Mission: Er will Weibchen einer bedrohten Riesenschildkrötenart mit Satellitensendern ausstatten, um herauszufinden, wo ihre Brutplätze sind. Nur so kann er die Eier vor herumstreunenden, verwilderten Hausschweinen schützen. Bis zu 130 Kilo schwer werden die Schildkröten und über 100 Jahre alt. Auf jedem Vulkan der Insel hat sich eine andere Art entwickelt, optimal angepasst an die jeweiligen Lebensbedingungen. Hier kann man nachvollziehen, wie der Naturforscher Charles Darwin die Evolution der Tierarten erklärte. Darwin besuchte die Galapagosinseln 1835 und war von der Naturvielfalt fasziniert. Radiomoderator Eddy Becerra gibt mit seinem Programm "Stimme der Salsa" für die in der Mehrzahl jungen Bewohner den Takt vor. Auch er ist ein Kind von Einwanderern, die vom Mutterland Ecuador auf die Inseln kamen auf der Suche nach einem besseren Leben. Denn hier sind die Löhne höher als auf dem Festland, hier winken Jobs in der boomenden Tourismusindustrie. Doch die Zuzugsmöglichkeiten sind begrenzt. Wer seinen Job verliert, muss wieder gehen. Ein Schicksal, das die Familie der Schülerin Nayeli treffen könnte. Die Zwölfjährige ist das älteste von vier Kindern. Das Mädchen bangt darum, dass für ihre Eltern die Aufenthaltserlaubnis verlängert wird. Nur so würde es sich seinen Traum erfüllen können: Ärztin zu werden auf den Galapagosinseln - mitten im Naturpark.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
Auf dem Meeresgrund vor Usedom liegen noch immer viele Tonnen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Besonders im Herbst, wenn Stürme über Usedom fegen, wird häufig weißer Phosphor an den Strand gespült. Auf den ersten Blick sehen die Klumpen wie Bernstein aus. Sie sind jedoch brandgefährlich, denn das Material entzündet sich leicht und lässt sich kaum löschen. Die zehnjährige Ada Harms ist ein in sich gekehrtes, melancholisches Mädchen, das kaum Freunde hat. In der Nähe des Strandes hat sich Ada in einer verlassenen Hütte ein kleines Refugium für ihre Schätze geschaffen. Ada liebt es, am Strand entlangzustreunen, auf der Suche nach allerlei Strandgut. Karin Lossow weiß um die Sammelleidenschaft der Kleinen. Um Ada zu schützen, sucht sie regelmäßig selbst den Strand nach Phosphorklumpen ab. Adas Vater Raik Harms hat sich auf das Bergen von Kampfmitteln spezialisiert. Sein Unternehmen ist jedoch in schweres Fahrwasser geraten, denn er hat eine wichtige Ausschreibung verloren. Den Zuschlag hat ein Mitbewerber aus Dänemark erhalten. Raik ist sauer. Er glaubt, dass die Dänen sich mit Dumpingpreisen durchgesetzt haben. In seiner Stammkneipe geht er betrunken mit dem Taschenmesser auf Teamleiter Morten Olsen los und verletzt ihn leicht. Raik bittet Karin Lossow um Unterstützung bei Staatsanwalt Dr. Brunner. Als am Strand vor Heringsdorf eine weibliche Leiche angespült wird, ist Kommissarin Ellen Norgaard höchst beunruhigt: Könnte die Tote ihre Mutter sein, die sie seit Jahren vergeblich sucht?
23:30
Eigentlich will Nils Sanchez den Kids beim Taekwondo-Training vor allem eine Möglichkeit geben: sich auszupowern. Als der Vater seines Schülers Anton überfallen wird, fällt der Verdacht schnell auf den Chef. Nils und Harry Möller gehen der Sache nach und müssen den Teenager davor bewahren, aus Wut und Verzweiflung einen falschen Weg einzuschlagen. Einen Schubs in die richtige Richtung braucht auch die aufstrebende Lokalpolitikern Hedda Grotelüschen. Frau Küppers bewundert die junge Frau wegen ihres Engagements und erkennt sich sogar ein bisschen in ihr wieder. So werden die beschädigten und beschmierten Wahlplakate zur Chefinnensache und Frau Küppers bleibt nichts anderes übrig, als persönlich zu werden. Auf dem PK 14 nimmt es Daniel Schirmer ziemlich persönlich, dass Robert Sehlmann sich offenbar zu fein ist, seine schmutzigen Kaffeetassen wegzuräumen. Mit Helmut Husmann liefert sich Daniel einen Wettbewerb zur Umerziehung des Kollegen auf Zeit.