19:30
Angesichts hoher Fehlzeiten in Unternehmen sollen die Regeln für Krankschreibungen von Beschäftigten nach Plänen der schwarz-roten Koalition verschärft werden. Eingeführt werden soll die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon ab dem ersten Tag der Erkrankung, wie Union und SPD nach Beschlüssen des Koalitionsausschusses mitteilten. Vorgeschrieben ist eine ärztliche Bescheinigung bisher erst ab dem vierten Tag. Abgeschafft werden soll auch die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen. Scharfe Kritik aus dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband Holger Schelp, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Bremen, lehnt das entschieden ab: "Diese Entscheidung kann mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollzogen werden", schreibt Schelp auf Anfrage von buten un binnen. Der Landesvorsitzende im Hausärztinnen- und Hausärzteverband Niedersachsen, Matthias Berndt, befürchtet sogar, dass sich Menschen, die "blaumachen" wollten, bei kommerziellen Telemedizinanbietern Wunschkrankmeldungen bestellen würden. "Somit zielt die Initiative in die völlig falsche Richtung", schreibt Berndt in einer Stellungnahme. Das System, telefonische Krankmeldungen nur für der Praxis bekannte Patienten auszustellen, habe sich hingegen bewährt. Die Arbeitnehmerkammer Bremen bezeichnet die neue Regelung als "pauschale Misstrauenserklärung gegenüber den Beschäftigten, die durch nichts gerechtfertigt ist". Außerdem führe sie zu einer "Überforderung des Hausärztesystems", so die Kammer in einer Mitteilung. Als richtig bezeichnet der Geschäftsführer der Unternehmensverbände im Land Bremen, Cornelius Neumann-Redlin, die Entscheidung, Krankschreibungen per Telefon abzuschaffen. Die Möglichkeit sei eine Ausnahme wegen der Corona-Pandemie gewesen und anfällig für Missbrauch. Überlastete Praxen ließen sich stattdessen auch mit zum Beispiel Videosprechstunden vermeiden. Anders blickt Neumann-Redlin auf die Krankschreibung ab dem ersten Tag. Diese sei "kein 'Allheilmittel' und es gebe keine Erkenntnisse, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen deswegen weniger fehlen würden. "Besser wäre es unseres Erachtens gewesen, wenn die Koalition Karenztage oder eine abgesenkte Entgeltfortzahlung in den ersten Tagen der AU beschlossen hätte", so Neumann-Redlin.
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Wangerooge ist die östlichste der sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln, knapp acht Quadratkilometer groß und autofrei. Die meisten Menschen reisen mit der Fähre an. Mit einer kleinen Schmalspurbahn geht´s weiter ins Inseldorf. Etwa 1.000 Insulaner leben hier ganzjährig. Jedes Jahr kommen mehr als 100.000 Urlauber. Viele seit Generationen, denn Wangerooge ist "ihre Insel", ihr Sehnsuchtsort. Und während sich viele Stammgäste am liebsten wünschen, dass hier die Zeit stehen bleibt, haben einige Insulaner*innen immer wieder neue Ideen und wollen "frischen Wind". "die nordstory" begleitet sehr verschiedene Insulaner über mehrere Monate: Radek Krajewski kam vor 14 Jahren aus Polen auf die Insel, um hier als Bauhelfer zu arbeiten. Mittlerweile hat er mehrere Läden und veranstaltet Musikevents. Vor seinem Downtown Festival hat Radek mächtig Stress. Schließlich soll sogar der bekannte deutsche Reggae-Künstler Gentleman kommen. Ben Matlachowski hat zusammen mit Freundinnen und Freunden vor ein paar Jahren die Surfschule übernommen. Für diese Saison bauen sie aus Tipis ein Surfcamp in den Dünen auf. Burkhard und Alex Büchen samt Sohn Bosse sind die "Rohrdocs". Die Handwerker halten die Insel am Laufen und kümmern sich um verstopfte Kanäle, kaputte Toiletten und defekte Heizungen. Und jedes Jahr kommen die "Inselkühe" nach Wangerooge. Bauer Menz Willms bringt sie im Frühjahr mit der Fähre. Die Anreise der Rinder ist immer eine knappe Sache, weil der Bauer mit Tide planen muss. "die nordstory" ist auf der ganzen Insel unterwegs, steigt sogar in die Wangerooger "Unterwelt", erlebt zusammen mit den Insulanerinnen und Insulanern die Höhen und Tiefen einer Saison und zeigt obendrein viel schöne Nordseenatur.
21:15
"Ein Haus mit Garten" - klingt eigentlich ganz einfach. Ist es aber nicht, denn der Bebauungsplan lässt dem Architekten Michael Onischke nur wenig Spielraum, schreibt ein Satteldach vor und ein eng begrenztes Baufeld. Zudem soll ein Garten mitgeplant werden, der gestalterisch auf die formenstrenge Architektur des Hauses Bezug nimmt und trotzdem Platz zum Spielen und Herumtoben bietet. Energetisch muss das Haus selbstverständlich auf dem Stand der Zeit sein, mit einer Grundwasserwärmepumpe und Photovoltaik auf dem Dach. Und die Bauherren wünschen es sich innen hell und offen aber klar strukturiert und trotzdem wohnlich. Alles in allem eine echte Herausforderung für DOMO-Architekten, die für den Bau und die Gartengestaltung verantwortlich zeichnen. Und als wären die anspruchsvolle Gestaltung und ihre Realisierung nicht genug, brennt irgendwann auch noch das Dach.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
"Das Beste am Norden - jetzt noch besser!": Unter diesem Motto das zeigt das Best-of der "NDR Talk Show" die schönsten Gespräche rund um das Thema Norddeutschland - von den besten Festen über norddeutsche Traditionen bis hin zum Aufwachsen an der Küste. Zu sehen sind unter anderem Bjarne Mädel, Laura Wontorra, Linda Zervakis, Oliver Mommsen, Doris Kunstmann, Ina Müller und viele Menschen, die in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern zu Hause sind und Besonderes erlebt haben.