21:00
Die pulsierende Metropole Neapel liegt in einer Meeresbucht der Extreme, in direkter Nachbarschaft: links die Campi Flegrei, brodelnde Vulkanfelder, und rechts der mächtige Kegel des Vesuv. Und im südlichen Teil der Bucht die liebliche Halbinsel von Sorrent im Golf von Neapel. Mare Libero, freies Meer, so wie ihre Mission nennen sich die Leute, die dahinterstehen. Allen Bewohnern der Millionenmetropole sollen die Zugänge zu den raren öffentlichen Stränden offenstehen. Denn diese sind häufig nur durch versteckte Tore im Häusermeer zu erreichen. Und weil die Zugänge meist in Privatbesitz sind, werden sie einfach verschlossen gehalten oder abschreckend mit Schildern wie "Privat! Kein Durchgang!" markiert. Dabei ist der Zugang zum Meer per Gesetz garantiert. Mit Demos und Aktionen zu Land und zu Wasser will Mare Libero das Meer für alle zurückerobern. Für viele Neapolitaner ist der Motorroller das bevorzugte Gefährt, um sich durch die engen Gassen der Altstadt zu schlängeln. Salvatore Cascella aber schiebt eine alte Kinderkarre vor sich her, behängt und beladen mit Dutzenden Tüten: Sasà, so nennen ihn alle, ist der Brötchenbote des Pallonetto-Viertels. Frühmorgens und abends liefert er in zwei Touren seine Panini aus: für die Kundschaft parterre einfach durchs Fenster, die aus höher liegenden Stockwerken lässt vom Balkon aus Eimer oder Körbe an Seilen herunter. Typisch für diesen "Kiez" Neapels, in dem die alteingesessenen Bewohner nach und nach wegen steigender Mieten verdrängt werden. Die Halbinsel von Sorrent ist nicht nur eine beliebte Kurregion, sondern auch die Heimat der besonders großen und fleischigen Sorrent-Zitrone. Valentina Nunziata führt den Hof ihrer Eltern weiter, einen der ältesten Zitronengärten Sorrents. Um die Früchte vor Hagel und Wind zu schützen, wird die Plantage von einem hölzernen Gestell überdacht, bisher bedeckt mit Plastiknetzen. Doch Valentina möchte zurück zu den Ursprüngen und lässt deshalb extra Schilfmatten anfertigen und anbringen. Nur noch ein paar Spezialisten beherrschen dieses alte Handwerk. Neapel ist berüchtigt für seine hohe Jugendkriminalität. Die sogenannten Scugnizzi, die Straßenkinder, landen häufig in den Fängen der kriminellen Organisation Camorra und werden straffällig. Seit 2013 gibt es in der Stadt das Projekt La pizzeria dell´Impossibile, die Pizzeria des Unmöglichen. In diesem Restaurant bildet Pizzameister Gennaro Gattimolo ehemalige strafgefangene Jugendliche zu Pizzabäckern aus. Von bisher 220 Teilnehmenden haben immerhin 120 danach eine feste Anstellung gefunden. Getreu dem neapolitanischen Leitspruch des Projekts: Solange es Pizza gibt, gibt es auch Hoffnung.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
Der erste Arbeitstag von Ellen Norgaard nach der Babypause endet mit einer Katastrophe: Ihr einja¨hriger Sohn Jesper wird aus der Obhut seiner Tagesmutter entfu¨hrt. Kommissar Rainer Witt und Ex-Staatsanwa¨ltin Karin Lossow setzen alles in Bewegung, um das Kind zu finden. Ein Ermittlungsdetail bringt Karin auf die richtige Spur: Die Entfu¨hrerin ist Patrizia, Ellens Mutter, die vor mehr als 30 Jahren spurlos verschwand. Karin und Patrizia waren in Jugendjahren enge Freundinnen. Da Karin Patrizia von damals gut kennt, arbeitet sie intensiv am Fall mit. Wa¨hrend Ellen zunehmend verzweifelt, versuchen die Ermittler herauszufinden, wo Patrizia mit dem Kind sein ko¨nnte. Im Zuge der Ermittlungen wird klar, dass Ellens Mutter erst ku¨rzlich in der Psychiatrie war.
23:30
Ganz Hamburg scheint verrückt geworden zu sein. Eine junge Wölfin wurde in der Stadt gesichtet und hat Hysterie ausgelöst. Das belegen die vielen Anrufe im Polizeikommissariat 14. Einem Hinweis gehen Harry Möller und Nina Sieveking gleich nach. Auf eine Joggerin soll geschossen worden sein. Ist da ein selbst ernannter Großwildjäger auf Wolfsjagd? Nina beobachtet, dass die Joggerin Ricarda bei der Aufnahme der Anzeige ein Tattoo mit dem Kürzel 444, einem Zeichen in der Neonaziszene, verbirgt. Eine Personenabfrage ergibt, dass die Joggerin sowohl von der Staatsanwaltschaft Kiel als auch von der rechtsradikalen Szene in Hamburg gesucht wird. Ist eine Aussteigerin aus der Neonazi-Szene in Gefahr? Zeitgleich wird im Stadtpark ein indianischer Schamane gesichtet, der nackt eine Zeremonie vollzieht. Der Schamane ist felsenfest davon überzeugt, dass seine verstorbene Ehefrau die Wölfin treffen möchte, um mit ihr zu ziehen. Krabbe ist beeindruckt. Auch Kommissariatsleiterin Frau Küppers hat es mit dem "bösen Wolf" zu tun. Auf einem Reiterhof lernt sie die zwölfjährige Emma kennen, die fest davon überzeugt ist, dass die Wölfin ihr Pferd verscheucht hat; es ist seitdem verschwunden. Woher hat Emma dieses Schauermärchen?