18:45
Es kam vor, dass Anna Schaffelhuber ihren Professoren und Kommilitonen an der Uni Autogramme geben musste. Da war sie als fünffache Goldmedaillengewinnerin von den Paralympischen Winterspielen in Sotschi heimgekommen und brachte Studium und Sport wieder unter einen Hut. Die seit Geburt querschnittgelähmte, heute 33-Jährige, war als Monoskibobfahrerin erfolgreich. In dieser Sportart rasen die Athletinnen und Athleten auf einem einzelnen Ski den Berg hinab ins Ziel. Nach insgesamt siebenmal Paralympics-Gold und elf Weltmeistertiteln beendete Anna Schaffelhuber 2019 ihre einzigartige Karriere und wurde Lehrerin. Aktuelles Herzensprojekt ist ein Erlebniscamp für Jugendliche mit und ohne Behinderung. Über all das wird sie auf dem Roten Sofa erzählen.
19:30
Das mehrfach ausgezeichnete Format berichtet seit 1980 über aktuelle Geschehnisse in der Hansestadt Bremen. Dabei werden sowohl politische und sportliche, als auch kulturelle Themen berücksichtigt.
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Die Isle of Skye trägt viele mystische Namen: Nebelinsel, geflügelte Insel, Wolkeninsel. Wenn sich der Himmel öffnet, zeigt sich eine Landschaft von wilder Schönheit: schroffe Klippen, zerklüftete Berge und grüne Weiten, die bis ans Meer reichen. Es sind die Ausläufer der Highlands im Atlantik. Dementsprechend schottisch sind die See, das Wetter und der Alltag auf Skye. Am äußersten Zipfel der Insel, dort wo die Klippen ins Meer abbrechen, treibt Crofter Alan Duncan seine Schafe zusammen. Die Schur steht an und dafür müssen die Tiere von den abgelegenen Weiden auf der Halbinsel Rubha Hunish, dem nördlichsten Punkt der Insel Skye, zurück nach oben. Alan, 75 Jahre alt, kämpft sich eine rund 30 Meter steile Felskante hinunter - ständig bedroht von Steinschlag. Unten sammelt er zwischen Geröll und Atlantik die Herde ein. Dann müssen die Schafe die Klippen hinaufgetrieben werden. Alans neun Border Collies, von der genetischen Anlage her eigentlich perfekte Hütehunde, sind aber eher Gefährten als verlässliche Arbeitstiere. Also muss Alan selbst ran, Schritt für Schritt im rutschigen Hang - ein riskanter Kraftakt. Zur Stärkung gibt´s einen kräftigen Schluck Whisky. Siobhan McFarlane sucht an der Küste nach Spuren, die noch erheblich älter sind als jede Crofter-Tradition. Bei Ebbe gibt das Meer den Blick frei auf steinernen Grund und fossile Schätze: Dinosaurier-Fußabdrücke! Vor mehr als 160 Millionen Jahren stapften hier nämlich riesige Sauropoden durch eine flache Lagune. Ihr tonnenschweres Gewicht drückte sich in den weichen Sand, Ränder wölbten sich auf - genau diese Details sind bis heute erhalten. Doch Wind, Wellen und Erosion nagen an den Abdrücken. Jeder Sturm kann neue Spuren freilegen oder andere allmählich verwischen. Und dann gibt es diese seltenen Tage, an denen Skye beinahe mediterran wirkt: blauer Himmel und 30 Grad Celsius. Ausgerechnet jetzt ruft die Insel zur Härteprobe, zum Start des Glamaig Hill Race. 115 Läuferinnen und Läufer jagen einen 775 Meter hohen Geröllberg hinauf und wieder hinunter. Auch Rachel Shaw hat sich angemeldet, leidenschaftliche Bergläuferin und Kletterin. Schon der Aufstieg ist brutal, doch der Abstieg ist die Hölle: rutschiger Schotter, rollende Steine, kaum Kontrolle. Wer hier stürzt, fällt hart. Vor der Küste zieht es die Umweltaktivistin und Bloggerin Katie Tunn hinaus aufs Wasser. Als "Ocean Advocate", Anwältin der Meere, beobachtet sie Wale, dokumentiert Sichtungen und koordiniert im Notfall Rettungseinsätze. Mit ihren Onlinevideos macht Katie sichtbar, was unter der Wasseroberfläche meist verborgen bleibt: die Verletzlichkeit des Ozeans. Auf der anderen Seite der Insel tüftelt Paul Noyce an einem technologischen Meisterwerk. In einem Schuppen voller Zahnräder, Hebel und Schrauben will er eine viktorianische Strickmaschine wieder zum Laufen bringen. Das Präzisionsgerät stammt aus einer Zeit, als Maschinen noch aus Tausenden Teilen bestanden. Eine Herausforderung, die den Elektroingenieur an seine Grenzen bringt. Wochenlang dokumentiert er jedes Detail, zerlegt die Technik und fügt alles wieder zusammen. Und dann kommt Pauls nachhaltiger Coup: Er sammelt gebrauchtes Frittenöl bei Fish-and-Chips-Läden und nutzt es als Treibstoff. Mit der Energie aus altem Frittenfett treibt der Tüftler einen Motor von 1937 an. Läuft auf der Insel. Skye is the Limit!
21:00
Der Ring of Kerry ist eine Straße rund um die Halbinsel Iveragh im Südwesten Irlands und gehört zu den Topzielen des Landes. Die fast 180 Kilometer lange Panoramastrecke verläuft überwiegend an der Küste und reiht ein Landschaftshighlight ans nächste: zerklüftete Steilufer, türkises Meer mit fast karibisch anmutenden Stränden, geheimnisvolle Inseln, grünes Hügelland. Susan Goggin ist Linienbusfahrerin. Was in den meisten Regionen der Erde wohl als eher unspektakuläre Berufswahl gilt, ist auf dem Ring of Kerry ein ständiger Kick. Da ist zum Beispiel der Richtungsverkehr: Susan darf mit dem Linienbus nur entgegen dem Uhrzeigersinn fahren, Reisebusse dagegen sind im Uhrzeigersinn unterwegs. Das bedeutet Stress rund um die Uhr, denn Irlands Küstentraumstraße Nummer eins wird besonders im Sommer geradezu "geflutet" von Besuchern. Susan ist froh, dass sie gegen den Strom rollt, auch was ihre Fahrgäste angeht, denn fast alle sind Einheimische. Einige von ihnen fahren inzwischen einfach mal so die große Runde mit, um ihre geliebte Landschaft zu genießen. Manche kennt Susan so gut, dass sie ihnen zum Geburtstag ein Ständchen singt. Die Insel Skellig Michael ist zwar unwirtlich und unbewohnt, kann sich vor Besuchern aber kaum retten. Kein Wunder: Das schroffe Felseneiland wurde in zwei Episoden der "Star Wars"-Saga zum Versteck für den gealterten Luke Skywalker. Seitdem pilgern "Star Wars"-Jünger in Scharen hierher. Und das ist fast so abenteuerlich wie das Dasein eines Jedi-Ritters, denn es gibt nur einen schmalen, brüchigen Pfad zum Inselgipfel. Dort befinden sich auch die historischen Überreste einer Mönchssiedlung. Ständig gibt es Felsabbrüche. Und so muss der Bauarbeitertrupp um Daniel O´Leary anrücken, um die Insel halbwegs begehbar und sicher zu machen. Jedes Jahr steht das Örtchen Killorglin an drei Tagen im August Kopf, dann wird Puck Fair gefeiert, eine Art Jahrmarkt zu Ehren eines wilden Ziegenbocks. Der über 400 Jahre alte Brauch geht wahrscheinlich zurück auf eine historische Schlacht. Davor wurden die Einwohner von Killorglin angeblich durch das Erscheinen eines Ziegenbocks gewarnt. Verbürgt ist das keineswegs, den Einheimischen aber herzlich egal: Sie feiern drei Tage lang ein rauschendes Fest. Der Höhepunkt ist die Parade mit der "Krönung" des Ziegenbocks. Declan Falvey ist der Cheforganisator des Spektakels und in jeder Hinsicht für einen reibungslosen Ablauf zuständig. Dazu gehört inzwischen auch, äußerst penibel auf das Wohl des tierischen Hauptdarstellers zu achten. Jahrhundertelang wurde Irland von Clans beherrscht, riesigen Familiensippen. Sie alle hatten ihr eigenes Wappen, das als Erkennungszeichen in der Schlacht und zur stolzen Präsentation ihrer Herkunft diente. Bis heute spielen Wappen eine große Rolle für die Iren, denn jede "Kleinfamilie", die laut Stammbaum einem Clan angehört, darf sich ihr individualisiertes Familienwappen anfertigen lassen. Das wünscht sich auch Michael Cahill aus dem Küstenstädtchen Rossbeigh und hat zwei Heraldiker (Wappenforscher) beauftragt, sich auf die Spuren der Cahills zu begeben. Die entscheidende Frage: Lässt sich nachweisen, dass Michaels Vorfahren etwas mit Seefahrt zu tun hatten? Nur dann dürfte er Anker und Wal im Wappen führen.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
Hochsaison auf Usedom. Sophie Thiel (Emma Bading) hat einen Ferienjob angenommen und kellnert im Café auf der Heringsdorfer Seebrücke. Sie freundet sich mit ihrer jungen polnischen Kollegin Jadwiga Gryn (Olga Kalicka) an. Gemeinsam machen sie sich nach Feierabend mit ihren Rädern auf den Heimweg. Kurz nachdem sich die Wege der Mädchen getrennt haben, wird Jadwiga überfallen, betäubt und entführt. Julia Thiel (Lisa Maria Potthoff) hat ihren schweren Unfall überlebt und ist in der Reha wieder zu Kräften kommen. Auf eigene Verantwortung entlässt Julia sich selbst aus der Klinik und fährt nach Hause. Dort hat sich Karin Lossow (Katrin Sass) inzwischen um Julias Ehemann Stefan (Peter Schneider) und Enkelin Sophie gekümmert. Die Suche nach der Vermissten ist der erste Job, den Kommissarin Thiel nun wieder übernimmt. Jadwigas Freund Christoph Dierwald (Merlin Rose) befürchtet das Schlimmste. Trotzdem nimmt er an einer Demonstration vor der Ostseeklinik teil. Christoph ist ein radikaler "Lebensschützer", der auf Usedom gegen den polnisch-deutschen "Abtreibungstourismus" protestiert. In der Ostseeklinik arbeitet die polnische Gynäkologin Malgorzata Kaminska (Magdalena Boczarska). Sie steht eines Morgens bei Karin Lossow am Gartenzaun und sucht den Kontakt. Malgorzata war die Geliebte von Karin Lossows Ehemann, den diese vor acht Jahren erschossen hatte, doch sie weist Malgorzata brüsk zurück. Dennoch entschließt sich Karin, die Ärztin zu besuchen und sich auf ein Gespräch einzulassen. Kurz darauf wird Malgorzata tot aufgefunden. Ex-Staatsanwältin Karin Lossow gerät unter Verdacht. Julia und ihre Mutter müssen sich einmal mehr dem dunkelsten Moment ihrer Familiengeschichte stellen.
23:30
Dass Daniel Schirmer ein kluger Kopf ist, wissen die Kollegen vom PK 14 längst. Und dann tritt er den Beweis sogar öffentlich an: als Kandidat in der Sendung "Das Vorabend Quiz" mit Moderator Yared Dibaba. Und tatsächlich: Daniel gewinnt 3000 Euro. Allerdings stellt sich heraus, dass das bar ausgehändigte Preisgeld gefälscht ist. Nina Sieveking und Lukas Petersen nehmen die Fährte auf dem Studiogelände auf und versuchen, dem Betrug zwischen Cateringwagen, Requisite und Fernsehproduktionshallen auf die Spur zu kommen. Während Quizfragen rund um das Thema Falschgeld auf der Wache - und speziell zwischen Daniel und seinem neuen Kollegen Helmut Husmann - zum Running Gag werden und die Kaffeekasse schnell aufstocken, forschen Harry Möller und Nils Sanchez nach der Absenderin ominöser Liebesbriefe aus der Dominikanischen Republik. Astrid Rath erhält sie von ihrer Exfreundin, die allerdings bereits vor zwei Jahren verstorben ist.