19:30
* 20 Jahre "globale Festival"
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Aktuelles Magazin für Wirtschaft und Verbraucher
21:00
Ein heruntergekommenes Mehrfamilienhaus aus zwei unterschiedlichen Baujahren mit Schimmel, unzählige Herausforderungen und die Vision eines lichtdurchfluteten Familienhauses: Jelena und Simon Heeger wagen in Hamburg-Alsterdorf ein außergewöhnliches Umbauprojekt. Aus zwei ehemals getrennten Häusern soll innerhalb eines Jahres ein gemeinsames Zuhause für ihre junge Familie entstehen. Der Rückbau fördert Überraschungen zutage: unterschiedliche Baustoffe, mehr als 60 Tonnen Bauschutt und ein komplexes Gebäude, das bis ins Detail neu gedacht werden muss. Gemeinsam mit einem Architekten entwickeln die Bauherren eine Lösung, die historische Bausubstanz bewahrt und gleichzeitig moderne Großzügigkeit schafft. Herzstück des Entwurfs ist eine spektakuläre Treppe, die künftig alle Ebenen miteinander verbindet. Große Fenster, offene Sichtachsen und viel Tageslicht verwandeln das einst verwinkelte Haus in einen hellen Wohnraum mit Blick in den Garten. Doch der Umbau verlangt den Heegers einiges ab. Während Jelena in Elternzeit ihr zweites Kind betreut und die Baustelle organisiert, führt Simon als Komponist und Unternehmer seine Musikfirma weiter. Zwischen Familienleben, Beruf und Bauherrenalltag müssen sie ständig Entscheidungen treffen und erleben, wie Budget und Wunschliste sich gleichermaßen reduzieren bzw. wachsen. Die Dokumentation begleitet die Familie über fast ein Jahr hinweg: vom Abriss über die energetische Sanierung bis zum Einzug. Sie zeigt das Zusammenspiel von Architekt, Handwerkern und Bauherren, erzählt von Rückschlägen, kreativen Lösungen und besonderen Momenten, etwa wenn das riesige Panoramafenster eingebaut wird und das neue Wohnzimmer seine ganze Wirkung entfaltet. Am Ende entsteht weit mehr als ein saniertes Haus: ein Zuhause, das den Charakter der historischen Gartenstadtsiedlung bewahrt und gleichzeitig moderne Architektur mit dem Leben einer jungen Familie verbindet.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
Falschgeld gilt bei vielen als Relikt aus alten Krimis. Tatsächlich ist es Teil des heutigen Alltags: an der Supermarktkasse, an der Tankstelle, sogar im Festzelt in Friesland, wo der Wirt jeden einzelnen Schein am Biertresen überprüft. Immer bessere Kopiertechnik und das Internet machen den Betrug leichter denn je. Falsche Scheine im Nennwert von rund vier Millionen Euro zog die Deutsche Bundesbank 2025 aus dem Verkehr, rund 68.000 Blüten. In öffentlichen Gruppen beim Messengerdienst Telegram werben Verkäufer mit Preislisten, Qualitätsversprechen und Kundenservice. Doch was bedeutet das für Menschen, die am Ende auf so einem wertlosen Schein sitzen bleiben? Und was für die, die diesen Markt bekämpfen? Für die "NDR Story" folgen die Autorinnen Natalie Beck und Margareta Kosmol den Spuren des Falschgeldes: von denen, die es drucken, über die, die es kaufen, bis zu denen, die es jagen. Deutschlands größter Geldfälscher Eine Spur führt nach Wuppertal. "Marktführer" nennt sich ein 32-Jähriger, der gefälschte Euroscheine ins gesamte Bundesgebiet verkauft hat. Im Herbst 2025 nehmen Ermittler ihn fest; für die Polizei ist er "der wohl größte aktiv tätige Geldfälscher im Bundesgebiet". Im Sommer 2026 muss er sich vor Gericht dafür verantworten, dass er rund 450.000 Euro in seiner Dachgeschosswohnung gefälscht haben soll. Von der Durchsuchung bis ins Labor Wie solches Falschgeld wieder aus dem Verkehr gezogen wird, zeigt sich auch in Norddeutschland. Frühmorgens durchsuchen Fahnder des Landeskriminalamts in Kiel eine Wohnung und finden falsche Hunderteuroscheine. Der mutmaßliche Täter hatte vorher versucht, einen dieser Scheine im Supermarkt zu Wechselgeld zu machen. Die Blüten werden beschlagnahmt und zur Sicherung der Fingerspuren ins Labor gebracht. Wer Falschgeld in Umlauf bringt, muss mit harten Strafen rechnen. Denn Falschgeld beschädigt das Vertrauen in die Währung. Die perfekte Fälschung? In der "NDR Story" geben Ermittler, Täter und Fachleute von Bundesbank und Europol Einblick, wie Falschgeld hergestellt wird, was eine täuschend echte Fälschung ausmacht und ob es die perfekte Blüte gibt. Hinter allem steht die Frage, die so alt ist wie das Geld: Wie bewahrt man Vertrauen in etwas, um das sich alles dreht - und das doch nur ein Stück Papier ist?
22:45
In einer Zeit vor Smartphones und Social Media wurde anders gefeiert. Clubs und Diskotheken waren Treffpunkte, Freiräume und prägende Orte der Jugend- und Musikkultur. Die Dokureihe "Club-Legenden" von NDR Kultur blickt zurück auf die Blütezeit legendärer Tanztempel, Dorfdiscos und Szene-Clubs: von Alternative Rock bis Techno. Auch die zweite Folge erzählt vier Geschichten aus Norddeutschland. Die Großraumdiskothek Ziegelei im schleswig-holsteinischen Groß Weeden war mehr als drei Jahrzehnte lang eine Institution des norddeutschen Nachtlebens. Dort feierten an Spitzentagen bis zu 6000 Menschen. Gründer Sigurd Sierig erinnert sich an glanzvolle Jahre, große Erfolge und die Herausforderungen hinter den Kulissen. Aus den angesagten Clubs auf Ibiza und Mallorca holte er Technik, Musik und DJs nach Groß Weeden. Und es gelang ihm immer wieder, Stars des Dancefloors wie Sandra, DJ Bobo oder Cascada zu engagieren. Bevor die Zwillingsbrüder Frederik und Gerrit Braun mit dem Miniatur Wunderland Hamburg weltbekannt wurden, prägten sie die Hamburger Clubszene. In den 1990er-Jahren betrieben sie das "Voilà" in Hamburg-Eilbek, einen ursprünglich 1983 eröffneten Club in einer ehemaligen Lagerhalle, der sich zu einer festen Adresse für Techno und House entwickelte. Mitten auf dem Land in Niedersachsen entstand 1978 ein Ort, der bis heute Kultstatus genießt: das "Fiz Oblon". Benannt in Anlehnung an den "kleinen dicken Ritter" aus der Augsburger Puppenkiste, brachte der Club mit seinem ungewöhnlichen Musikprogramm und seiner besonderen Atmosphäre eine neue Jugendkultur in das kleine Dorf Bippen. Die Diskothek zog alle an, die sich abheben wollten vom Mainstream der Großraumdiskotheken. Der langjährige Betreiber Martin Wüst erzählt von einer Zeit, in der sogar Bands wie die Leningrad Cowboys oder Die Fantastischen Vier ins Osnabrücker Land kamen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Diskothek "Gummibärchen" in Schwerin 1999 zur Legende. Frank Brauer, genannt DJ Franky B, legte hier auf und "das Ding kochte". Partyfotograf Carsten Darsow und viele Besucher von früher erinnern sich an wilde Nächte. Heute gibt es den Laden nicht mehr, seine Fans feiern auf Festivals wie dem Airbeat One weiter. Aber das Gummibärchen fehlt ihnen. Die NDR Kultur "Club-Legenden" stehen stellvertretend für unzählige Clubs und Diskotheken in Norddeutschland, die in den 1980er-, 1990er- und 2000er-Jahren ganze Generationen prägten. Die Dokureihe erzählt von einem Lebensgefühl, das bis heute nachwirkt.
23:15
Eine verstörte alte Frau zu Fuß auf der Autobahn: "entlaufen", "ausgesetzt"? Eine Antwort bleibt die störrische Alte schuldig. Auch in der psychiatrischen Abteilung des nächstgelegenen Krankenhauses gibt sie kein Sterbenswörtchen von sich. Die Polizei wird eingeschaltet, doch es meldet sich niemand, der die alte Frau vermisst. Der ehrgeizige Praktikant Axel, der sich auf sein Medizinstudium vorbereitet, versucht, ihr Schweigen zu brechen und das Geheimnis um ihre Person zu lüften. Und tatsächlich findet er einen Schlüssel zu ihrer Seele: die Liebe zur Musik, die beiden gemeinsam ist. Sophia taut auf, beginnt zu reden, doch leider sagt sie nichts, was Axel weiterbringen könnte. Die Stationsärztin Dr. Roth gibt dem ehrgeizigen Praktikanten zu verstehen, dass die eigenmächtigen Therapieversuche seiner Karriere eher schaden als nutzen könnten. Doch Axel schlägt die Warnungen in den Wind. Als Sophia eine Bemerkung über Hamburg entschlüpft, handelt er spontan: Ohne das Wissen der Ärztin begibt er sich mit "seiner Patientin" auf den Weg in den Norden.