15:30
Juni und Juli sind die spannendsten Monate des Jahres für Karl-Heinz Kolle aus Büsum an der Nordsee, denn es ist Heulersaison. Das heißt, es werden die meisten Seehundwelpen geboren. Als Seehundjäger rettet Karl-Heinz Kolle verwaiste Seehundwelpen und Robben und leistet damit ehrenamtlich einen wichtigen Beitrag zur Hege und Pflege der Meeresbewohner und des Ökosystems des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer. Neben seinem ehrenamtlichen Engagement als Seehundjäger muss Karl-Heinz Kolle auch dafür sorgen, dass der Betrieb in seinem traditionsreichen Restaurant und Hotel Kolles Alter Muschelsaal weiterläuft. "Die Nordreportage" begleitet Karl-Heinz Kolle, einen echten Büsumer, der tief verwurzelt mit seiner Heimat, der Küste und dem Wattenmeer ist. Gerade bei rauer See mit starkem Wellengang, Sommergewittern und Sturm verlieren sich Seehundmutter und -welpe häufig. Die Kleinen bleiben hilflos zurück und werden an Land gespült. Ohne die Hilfe von Seehundjägern wie Karl-Heinz Kolle würden sie sterben, denn er fängt sie an den Stränden ein und sorgt dafür, dass sie sicher zur Aufzucht in die Seehundstation nach Friedrichskoog kommen. Sobald ein Tier gefunden wird, muss es schnell gehen. Für Karl-Heinz Kolle eine Herausforderung: Denn eigentlich ist er Gastronom und betreibt mit seiner Familie das traditionsreiche Restaurant Kolles Alter Muschelsaal, eine Institution in Büsum. Gerade während der Sommermonate und zur Sommerferienzeit ist Büsum ein beliebter Urlaubsort, der auch verstärkt junge Leute anlocken will. Dadurch gibt es auch im Restaurant der Kolles viel zu tun. Dort ist mittlerweile Karl-Heinz Kolles Sohn Erik miteingestiegen, die vierte Generation Kolle steht am Herd. Erik will sich im Betrieb mit neuen Ideen einbringen und somit auch neue Gäste ansprechen. Das gilt auch für ihr Nationalparkhotel, in dem sie versuchen, besonders nachhaltig zu wirtschaften. Karl-Heinz Kolle und seine Familie erleben eine Heulersaison, in der nicht nur die jungen Seehunde gerettet werden müssen, sondern auch der Familienbetrieb mit Restaurant und Hotel weiterlaufen muss.
16:00
Cottage im Harz Mitten im Harz steht ein Haus, das aussieht, als wäre es direkt aus den Highlands entsprungen: ein liebevoll gestaltetes Cottage im schottischen Stil. Das war der Traum von Sabrina und Christian. Dafür haben sie viele Jahre mit enormer Eigenleistung, Leidenschaft und Kreativität gebaut. Ohne Architekten und Bauplan, dafür mit Mut, Erfahrung und Improvisationstalent wurde aus einem alten Aussiedlerhof aus den 1960er-Jahren ein einzigartiges Haus mit Natursteinfassade, Rundbögen, Buntglasfenstern und Eichenholz aus regionaler Herkunft. Alte Materialien fanden ein neues Leben - von der selbst gebauten Treppe bis zur rustikalen Küche. Im Inneren des Hauses dominiert Eichenholz. Aus drei Tonnen altem Holz, ursprünglich aus einer Stellmacherei, entstanden Treppe, ein großer Esstisch, Badmöbel und sogar die Küche - alles handgefertigt. Der Kamin im Wohnzimmer ist das Herzstück des Hauses, eine Chesterfield-Couch und selbst gebaute Lampen aus alten Fachwerkbalken vervollständigen die Atmosphäre. Auch die Küche spiegelt den rustikalen, funktionalen Charakter wider. Im Bad trifft Gotik auf Bodenständigkeit: Ein sakrales Buntglasfenster, unregelmäßig verlegte Fliesen und robuste Materialien machen diesen Raum zu einem besonderen Ort. Doch dieses Cottage lebt nicht nur durch seine Innenräume. Draußen, umgeben von Streuobstwiesen, Wald und Weiden, leben Damwild und ein Husky. Ein besonderes Detail: Ein eigens gebauter Tunnel führt die Huskys direkt vom Haus in den Garten. Selbstversorgung, Unabhängigkeit und ein respektvoller Umgang mit der Natur bestimmen das Leben rund um das Haus und ihre Bewohner. Hausboot im Hafen Ole Grigoleit wohnt nicht nur auf einem Hausboot, sondern besitzt auch den Hafen drumherum. Hier ist alles Marke Eigenbau: von Möbeln bis zum Tiny House. Aus der Bauruine schuf er ein neues Zuhause. Er schweißte, hämmerte und dämmte. Mittlerweile hat Ole neben dem Hausboot auch einen ganzen Hafen übernommen. "Eigentlich ging es darum, einen Liegeplatz zu finden. Jetzt sind wir hier und das ist irgendwo ein Stück Paradies." Im Hafen liegen vor allem Bastler mit ihren Booten, die es genauso chaotisch mögen wie Ole. Nur wenige von ihnen fahren wirklich mit ihren Booten raus. "Fast alles im Hafen ist selbst gebaut. Neben Hausboot, Werkstatt, Gemeinschaftsraum und Hafen gibt es hier inzwischen auch Tiny Houses als Übernachtungsmöglichkeit für Freunde. "Der Sommer ist der Knaller. Man kann hier aus dem Fenster springen, die Kinder lieben es hier und haben den coolsten Spielplatz." "Was Gebrauchtes zu kaufen und das mal eben schnell für einen Apfel und ein Ei auch noch vernünftig zu bauen, das kann man sich abschminken", sagt er. Man sollte schon gucken, dass man das vernünftig macht und sich mit den Materialien auseinandersetzt.
16:30
Die Reporter Vanessa Kossen und Thilo Tautz machen sich zu Fuß auf den Weg und sind unterwegs auf der Luftlinie: 100 Kilometer durch Norddeutschland abseits ausgetretener Pfade. Konsequent auf einer Luftlinie zu laufen, ohne Geld und Zelt, immer schnurstracks geradeaus: wie soll das funktionieren? Was macht man, wenn man nicht mehr weiterkommt? Wer hilft? Dem Zufall eine Chance zu geben, darauf kommt es an, wenn die beiden auf der Luftlinie unterwegs sind. Diesmal geht es von Schloss zu Schloss. Vanessa startet in Schwerin, Thilo in Mirow. Die 100 Kilometer führen quer durch die Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte, folglich müssen die beiden auch so manches Gewässer überqueren, schwimmend, segelnd, rudernd. Die als etwas unnahbar geltenden Mecklenburger zeigen sich von ihrer freundlichsten Seite, sie laden ein zum Tanz auf einem Partyschiff und verschenken Eier, Tomaten und die notwendige Bratpfanne für die Wegzehrung.
17:15
Wenn man genau zählen würde, käme man vielleicht auf circa 50.000 Inseln und Eilande, die sich vor Turku zum weitläufigsten Schärengarten Europas vereinen. Der gesamte Schärengarten: ein Biosphärenreservat mit Wir-Gefühl. Folgt man der Schärenringstraße, ist man je nach Route 100 bis 200 Kilometer mit dem Auto unterwegs, um die größten Inseln einmal abzufahren. Der südliche Teil der Turku-Schären, rund um Korppoo (Korpo) und Houtskari (Houtskär) im Außenarchipel, ist Nationalpark. Alle arbeiten hier eng zusammen, denn die Flora und Fauna auf den Inseln ist fragil. Nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Menschen, die über Jahre in diese einzigartige Natur eingegriffen haben, ohne die Folgen zu bedenken. Outdoorleben im Archipel Brännskär liegt etwa 45 Bootsminuten von einem kleinen Hafen entfernt im Süden der Turku-Schären. Die Insel: knapp einen Kilometer lang und ein paar Hundert Meter breit. Groß genug, um darauf zu leben und ein Business aufzubauen: das Living Archipelago. Simon und Linus kennen sich schon aus der Schule. Der eine versteht sein Handwerk, der andere kann gut organisieren. Beide vereint die Liebe zum Outdoorleben hier im Archipel. Die Glampingzelte mit Blick aufs Wasser sind ihre Hauptattraktion. Meist sind es Tagesgäste, die eine Nacht bleiben. Viel Arbeit für die Jungs, die sich gleichzeitig auch um die Ferienhäuser kümmern. Ein Supermarkt mit Onlineshop Beliefert werden sie vom Inselsupermarkt, einem Familienbetrieb. Der liegt auf Korpo, eine gute Bootstunde entfernt Richtung Westen. Deshalb läuft im einzigen größeren Supermarkt im Außenarchipel viel über den Onlineshop, den sie selbst aufgebaut haben. Die Insulaner bestellen, Kristian (24) packt und liefert die Kisten zu den jeweiligen Fähren.
18:00
18:45
Unglaubliche 20 Staffeln hat die Krimiserie "Notruf Hafenkante" schon auf dem Buckel. Und ab Mitte September gibt es die neuen Folgen von Nummer 21 zu sehen. Von Anfang an mit dabei ist Rhea Harder in der Rolle als Polizistin Franziska Jung, die von den Kolleginnen und Kollegen im Hamburger Kommissariat 21 meistens mit ihrem Spitznamen "Franzi" gerufen wird. Worauf man gespannt sein darf, wird die Schauspielerin verraten. Aufs Rote Sofa bringt die dreifache Mutter Rhea Harder jedoch auch Eindrücke einer Folge "Terra Xplore" mit, in der sie mit dem Psychologen Leon Windscheid über Druck, Erschöpfung und überhöhte gesellschaftliche Ideale gesprochen hat. Auch diese sehr persönlichen Gedanken wird sie mit den Zuschauer*innen dieser Sendung teilen.
19:30
Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft - das journalistische Magazin für Bremen, Bremerhaven und Unterweser-Raum. * Bundesweite Demos gegen Rechtsruck - auch in Bremen
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Das Ölfeld der Papes wächst rasant. Die Arbeiter hungern, den Bauern fehlt sauberes Wasser. Richard will helfen und weist Johanna auf die Versteigerung eines Seegrundstücks hin, dass das Frischwasser sichern könnte. Johanna mobilisiert die Bauern und findet mit Jakub einen engen Verbündeten unter den Arbeitern. Doch ein schwerer Arbeitsunfall erschüttert Johanna und das Dorf. Richard gesteht Johanna, dass er die Schuld er am Tod ihres Vaters trägt.
21:00
Johanna findet mit Tyler einen neuen Verbündeten im Kampf gegen die übermächtigen Papes. Sie verliert die Versteigerung des Seegrundstücks zwar gegen Wilhelm, doch das kommt ihn teuer zu stehen. Wilhelms Frau Elisabeth wittert eine Intrige. Die Stimmen der Arbeiter und Bauern werden lauter, als ein Todesfall das Dorf erschüttert. Johanna stellt sich offen gegen Wilhelm. Der Druck auf ihn wächst. Seine Tochter Luisa plant mit dem Ölbohringenieur Max die Flucht. Richard erfährt von Theis, dass er doch keine Alleinschuld am Tod von Johannas Vater trägt.
21:45
Wilhelm ist für den Tod von Johannas Vater verantwortlich, Richard ist unschuldig. Während Richard das erkennen muss, führen Johanna und Jakub die Arbeiter in einen Streik, der von Wilhelm brutal niedergeschlagen wird. Der Pakt zwischen Johanna und Tyler Robertson droht zu scheitern. Ein Raubmord macht allen Absprachen ein Ende. Johanna bleibt keine andere Wahl, als Wilhelm mit seinen eigenen Mitteln zu zerstören: Sie ist fest entschlossen, Wilhelms Ölbohranlagen in Flammen aufgehen zu lassen.
22:30
Johanna und Jakub geraten in die Fänge von Wilhelms Schlägern. Richard kommt zu Hilfe, doch Jakub wird schwer verletzt. Richard will nun endgültig dem Terror seines Vaters ein Ende setzen und kämpft an der Seite von Johanna. In einem erbitterten Ringen bringt Johanna Wilhelms Ölimperium zu Fall. Wilhelm enthüllt ihr gegenüber das Geheimnis der Feindschaft zwischen den Papes mit den Lamberts. Eine folgenschwere Explosion zerstört Luisas Traum von der Flucht aus dem Dorf, und Johanna sieht keinen Ausweg mehr, als das Dorf zu verlassen und ihren geliebten Richard zurückzulassen …
23:15
Parallel zur hochkarätig besetzten Serie "Schwarzes Gold" zeigt das NDR Fernsehen in dieser Dokumentation die wahre Geschichte des ersten Ölbooms in Deutschland. Dafür begibt sich Aaron Hilmer, Schauspieler der Serie "Schwarzes Gold", auf Spurensuche und reist nach Wietze. Die 8000-Seelen-Gemeinde im Landkreis Celle war einst Mekka der deutschen Ölindustrie und dient als historisches Vorbild für die Fiktionserie. Der Geologe Georg Hunäus führt hier 1858 die erste Ölbohrung Deutschlands durch. Danach dauert es noch ein paar Jahrzehnte, aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehen in dem kleinen Dorf Fördertürme dicht an dicht, Bohrloch reiht sich an Bohrloch. Ölgeruch liegt in der Luft. Die Pumpen laufen Tag und Nacht. Heute erinnert in dem kleinen Ort in Niedersachsen nur noch das Deutsche Erdölmuseum an diese ruhmreiche Zeit. Hier trifft Aaron Hilmer den Leiter des Museums, Stephan Lütgert. Von ihm erfährt er, wie der Ölboom das kleine Heidedorf verändert hat; wie die Deutsche Erdöl AG (DEA) zum führenden Erdölunternehmen in Wietze aufgestiegen ist und wie ab 1920 das Öl hier sogar in einem Bergwerk gefördert wird. Weitere Zeitzeug*innen und Historiker ergänzen die Dokumentation mit ihren Erinnerungen und Expertisen. Darunter Edmund Klebe, der Urenkel eines sogenannten Ölmillionärs, einem Großbauern, auf dessen Land Ölquellen erschlossen wurden. Auch die gebürtige Wietzerin Ruth Neumann erinnert sich an die Zeit des Ölbooms. Sie hat ihre Ausbildung als Stenotypistin bei der DEA gemacht und jahrelang für den Betriebsrat des Unternehmens gearbeitet. Ebenfalls in Wietze lebt noch heute Udo Tiedemann. Er wird von vielen "der letzte Ölscheich von Wietze" genannt und erzählt von seinem eigenen Bohrbetrieb, den er noch bis 1966 geleitet hat.