17:15
Hamburg schläft nicht. Schräges und Erstaunliches spielt sich in der Hansestadt ab. Erzählt werden Geschichten von interessanten Einwohnern, Baudenkmälern und spannenden Ereignissen.
18:00
18:45
Gäste DAS! Rote Sofa: Michael Renner und Andreas Punz, Bergretter Sie sind zur Stelle, wenn sich andere in höchster Not befinden: die Retter Michael Renner und Andreas Punz von der Bergwacht Ramsau. Ihr Einsatzgebiet umfasst große Teile des Nationalparks Berchtesgaden und der angrenzenden Regionen. Dort bergen sie Verletzte oder suchen im Fels nach Vermissten, im Schnee, bei jedem Wetter. Dabei riskieren sie nicht selten ihr eigenes Leben - und das ehrenamtlich. Einen fesselnden Einblick in ihre herausfordernde Arbeit geben sie in der authentischen Dokuserie "In höchster Not", die im Ersten und in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Auf dem Roten Sofa erzählen Michael Renner und Andreas Punz von ihren spektakulären Rettungen und erklären, wie man sicher in den Bergen unterwegs ist.
19:30
* Wenn 18-jährige Post von der Bundeswehr bekommen
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Vor einem knappen halben Jahrhundert wagt es eine junge Frau, sich mit pointierten Thesen zu Geschlechterrollen oder Abtreibungsgesetzen öffentlich zu Wort zu melden. Die Reaktionen fallen heftig aus. Jahrzehnte vor der Erfindung des Internets provoziert Alice Schwarzer den ersten großen misogynen Shitstorm in der Geschichte der Bundesrepublik. Bis zum heutigen Tag folgen auf die Nennung ihres Namens kontroverse und emotionale Reaktionen. Der Fernsehfilm "Alice" erzählt von der Entwicklung einer unbekannten 21-jährigen Deutschen, die als Au-pair nach Paris geht, zu einer Persönlichkeit, die wie kaum eine andere in der Bundesrepublik zu schärfsten Auseinandersetzungen reizt und dabei unbeirrt ihrem Weg folgt. Alice Schwarzer hat nicht nur früh aufgezeigt, welches Maß an Frauenverachtung in deutschen Ehen, Parlamenten und Gerichten den Ton angab (und gibt), sondern auch einen Weg gefunden, dem Gegenwind zu trotzen und standhaft die eigene Position zu vertreten und zu verteidigen. Auch heute sehen sich Frauen im Internet und vor deutschen Gerichten mit abgründigem Frauenhass konfrontiert. Renate Künast ist eins der aktuellen prominenten Beispiele. Auch der Kampf gegen die Abtreibungsgesetzgebung besteht bis heute fort. Die Themen, die Alice Schwarzer angestoßen und gesetzt hat, haben nichts an Aktualität eingebüßt, die Reaktionen nicht an Schärfe verloren. Es ist kaum zu ermessen, was es bedeutet haben mag, in den 1970er-Jahren als erste Frau dieses Maß an Hass auf sich zu ziehen und sich ihm bis heute entgegenzustellen. Alice Schwarzer ist nicht als "meistgehasste Frau Deutschlands" (Romy Schneider) auf die Welt gekommen. Man erlebt sie zu Beginn des Films als eine junge Frau, die die Welt erkunden, Erfahrungen sammeln, Sprachen lernen und später Journalistin werden möchte. So, wie viele junge Frauen auch heute das Leben nach dem Schulabschluss angehen. Alice erlebt die gleichen Rückschläge und Hoffnungen. Der Film "Alice" handelt nicht von einer Außerirdischen, sondern von den Möglichkeiten und Notwendigkeiten, sich zu engagieren und Gegenwind auszuhalten. Der erste Teil folgt Alice auf ihrem Weg in den Journalismus und schließlich in den Aktivismus. Früh wird sie in Paris durch eine Freundin mit den lebensgefährlichen Konsequenzen der Abtreibungsgesetze konfrontiert. Als sie mit der französischen Frauenbewegung in Kontakt kommt, begegnet ihr das Thema erneut. In Deutschland initiiert sie schließlich das Abtreibungsbekenntnis von 374 Frauen und schreibt damit erstmals Geschichte. Dabei muss sie erkennen, dass ihr Aktivismus einen hohen Preis hat. Sie gefährdet ihre hart erarbeitete Reputation als Journalistin. Und auch ihre Liebesbeziehung zu dem sensiblen Franzosen Bruno, mit dem sie um eine gleichberechtigte Partnerschaft kämpft, droht zu scheitern.
21:45
Im zweiten Teil wird Alice durch einen Fernsehauftritt mit der Antifeministin Esther Vilar im ganzen Land berühmt und zu einer der am stärksten polarisierenden Persönlichkeiten. Ihre Gegner ziehen alle Register, um sie zu demütigen und zu zerstören. Sie muss sich als hässliche Hexe beschimpfen lassen, Hohn, Spott und Hass ertragen. Aber sie macht weiter, feiert Erfolge als feministische Bestseller-Autorin und gründet schließlich die Zeitschrift "Emma", in der sie Aktivismus und Journalismus vereinen kann. Dass am Ende ihre Beziehung mit Bruno gescheitert ist und sich Alice auch in der neuen deutschen Frauenbewegung zahlreiche Feinde gemacht hat, erzählt der Film dabei ebenfalls.
23:15
Es gab eine Zeit, in der Frauen in Deutschland nicht Fußball spielen durften. Männer glaubten, sie könnten Frauen von den Plätzen fernhalten und der Deutsche Fußball-Bund verbot ihnen, unter seinem Dach zu spielen, denn "Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand" (Zitatit DFB 1955). Der Film erzählt von Heldinnen des Frauenfußballs, die den Widerständen trotzten und einfach ihr Spiel machten. Diese Frauen spielten, als der DFB es ihnen verboten hatte. Sie spielten sich zum ersten offiziell anerkannten Länderspiel gegen die Schweiz 1982. Sie spielten sich schließlich zum internationalen Erfolg. Das alles war mehr als ein sportlicher Wettkampf. Es war ein Ringen um Anerkennung und um Frauenrechte. Eine kulturelle und gesellschaftliche Zeitreise, die weit über den Fußball hinaus geht und zeigt, wie stark patriarchales Verhalten das Leben von Frauen beeinflusst. Ohne die Geschichte von gestern gäbe es den erfolgreichen Deutschen Frauenfußball nicht. Deshalb ist diese Zeitreise mit den Pionierinnen des Frauenfußballs in Ost und West auch heute noch von entlarvender Aktualität. Es klingt unglaublich, aber bis in den Herbst 1970 verbot der DFB Frauen auf seinen Plätzen das Fußballspielen. In der DDR gab es kein Verbot, doch auch hier sahen sich Fußballerinnen mit Vernachlässigung konfrontiert. Hier wie dort galt Frauenfußball nicht als gleichwertig und ebenbürtig. Dieser Dokumentarfilm von Torsten Körner (2025) gibt den Pionierinnen des Frauenfußballs erstmals eine eigene Bühne. Unbeeindruckt von den männlichen Strategien, mit Ehrgeiz und Humor fanden sie Wege, den Männerbünden des DFB die Stirn zu bieten - und spielten trotzdem. Und das erfolgreich. Auch in der DDR bewiesen Pionierinnen mit Ausdauer, Hingabe und Liebe zum Fußball, dass "Mädchen" sehr wohl Fußball spielen können. Der Film erzählt von starkem weiblichem Empowerment und Emanzipation auf dem Rasen. Er begleitet die Protagonistinnen bei ihrem jahrzehntelangen und skurrilen Kampf um Anerkennung. Er erzählt von den Frauen, die trotz des offiziellen Fußballverbots spielten, die Mannschaften gründeten und den Parcours zu den ersten offiziellen Länderspielen in Ost und West bewältigten. Der Film erzählt von Frauen, die trotz aller Hindernisse nie aufgehört haben, Fußball zu lieben und die zu Vorbildern der Spielerinnen von heute wurden. Die Montage des Films schafft einen lebendigen Dialog zwischen den Erzählungen der Zeitzeuginnen und vielsagenden Fundstücken aus dem Archiv und bezeugt dabei die zähe Entwicklung von Gleichberechtigung - nicht nur auf dem Fußballplatz.