21:00
Im Osten der Mont Blanc, im Süden der Pic du Midi: Die Alpen und Pyrenäen markieren die Höhenlinien Frankreichs. Zwei Gebirge, geprägt von Eis, Fels und extremen Bedingungen. Über allem: der Mont Blanc. Mit über 4800 Metern ist er nicht nur der höchste Berg der Alpen, sondern auch ein Rückzugsort für Arten, die weiter unten keinen Platz mehr finden. Der Klimawandel verändert die Regeln: Schnee schmilzt, Gletscher schwinden, die Lebensräume verschieben sich. Einige Tiere passen sich an. Murmeltiere verkürzen ihren Winterschlaf, sobald die Nahrung sprießt. Kaum ist der Bau verlassen, beginnen Kämpfe um die Rangordnung - nicht alle dürfen bleiben. Alpendohlen haben sich den Tourismus zunutze gemacht: Sie folgen Menschen bis an die Gipfel auf der Suche nach Essbarem. Ihr Verhalten geben sie an die nächste Generation weiter. Auch Sperlingskäuze profitieren: milde Winter, frühe Beute, die kleinsten Eulen Europas breiten sich aus. Ähnlich wie die Steinböcke, denen Felsen genügen. In den Pyrenäen wurden sie wieder angesiedelt, seither springen Jungtiere über die Hänge, während brunftige Böcke den Geißen folgen. Der Wandel zeigt sich nicht nur im Großen. Forscher entdeckten, dass Rotalgen den Schnee schneller schmelzen lassen. Im Tauwasser erwachen Tiere, die Jahrzehnte im Eis überdauert haben: Bärtierchen, Gletscherflöhe, winzige Überlebenskünstler. Der Film taucht ein in diese wenig bekannte Welt - mithilfe von Makro- und Nestkameras, spektakulären POVDrohnenflügen und über 100 Drehtagen in den Hochlagen. Eine filmische Bestandsaufnahme zweier Landschaften im Umbruch - und ein Blick auf das, was bleibt, wenn das Eis geht.
21:45
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22:00
Eine Frau hat sich vor einer Strahlentherapie Eizellen entnehmen und einfrieren lassen. Nach ihrem Tod möchte der Witwer, dass seine neue Partnerin die Kinder zur Welt bringt. Doch die Firma, die das Material einlagert, will die Eizellen vernichten, da sie nach geltendem Recht nicht mehr verwendet werden dürfen. Das sollen die Anwälte per Einstweiliger Verfügung verhindern. In einem zweiten Fall vertreten Isabel von Brede und Markus Gellert einen Sanitäter, der sich wegen Körperverletzung verantworten muss. Der Mann hatte in einem lebens- rettenden Einsatz auf dem Hamburger Kiez einen aggressiven Passanten so heftig beiseite geschubst, dass dieser auf die Straße taumelte und ausgerechnet von Wohlers Streifenwagen erfasst wurde. Neue Büroräume? Fehlanzeige! Die Anwälte stehen seit dem Brand auf einer "Schwarzen Liste" der Vermieter.
22:50
Die Kanzlei vertritt eine junge Frau, die wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr angeklagt ist. Weil sie an Bord des Flugzeugs Crew und Mitpassagiere beschimpfte, musste die Maschine umkehren und landen. Leidet die Frau wirklich unter dem Tourette-Syndrom, wie sie gegenüber Gellert behauptet? Unterdessen kümmert sich Isa um eine andere Mandantin, die wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht steht. Sie hat im Parkhaus einen Mann zusammengeschlagen, von dem sie sich bedroht fühlte. Hat sie angemessen reagiert - oder wollte sie nur einmal an einem Gegner anbringen, was sie in Gudruns Selbstverteidigungskurs gelernt hat? Isa und Gellert können es kaum glauben: Haben sie wirklich den Mietvertrag für die teuren Büroräume unterschrieben?
23:40
Am 8. April ist der internationale Tag der Roma, für "Twist" ein Anlass, ihre Kultur zu feiern. Wütend, berührend und politisch sind die Werke der bosnischen Künstlerin Selma Selman. Bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Stedelijk-Museum in Amsterdam zertrümmert sie in einer Performance Motherboards, aus denen sie Gold gewinnt. Schrott in Kunst zu verwandeln und dabei auch Vorurteile und rassistische Stereotype zu zerschlagen, das ist das Ziel der "gefährlichsten Frau der Welt". Die polnische Künstlerin Malgorzata Mirga-Tas erzählt vom Alltag der Roma in riesigen Wandbildern aus Second-Hand-Stoffen. Als erste Romni überhaupt gestaltete sie einen Pavillon auf der Biennale in Venedig. 75 Prozent der polnischen Roma wurden in der Nazi-Zeit umgebracht, bis heute wirken die Traumata des "stillen Völkermords" nach. In Schweden, dem Musterland öffentlicher Fürsorge, wurden bis in die 1970er Jahre viele Roma-Kinder zwangsweise in Heime gesteckt, Roma wurden zwangssterilisiert. Lindy Larsson, queerer Schauspieler und Sänger aus Schweden, hat über diese Verbrechen ein Theaterstück gemacht. Am Berliner Gorki Theater ist er gerade als Carmen zu sehen und zeigt mit Schauspielerin Riah Knight eine andere Version dieser Oper, die voll von rassistischen Klischees ist. Die Balkan-Brass-Band Fanfare Ciocârlia ist mittlerweile das erfolgreichste Roma-Ensemble Europas. Die zwölf Musiker stammen aus einem kleinen Roma-Dorf in Rumänien. Mit entfesselter Blasmusik in absurder Geschwindigkeit erzeugen sie eine Druckwelle von guter Laune - und wollen mit ihrer Musik etwas zum Guten verändern.