21:57
In Hermagor und am Weißensee gehen die Uhren noch ein bisschen anders. Hier haben manche Dinge noch ihre Bedeutung erhalten, die anderswo längst verschüttet sind. Der paradiesische Anblick des Weißensees mit seinem karibischen Grün lässt einen den Blick für das Wesentliche im Leben behalten. Auf der Egger Alm mit seinem Alm-Dorf oder auf der Kohlröslhütte auf gut 1500 Meter Seehöhe leben und arbeiten die Menschen teilweise noch so ähnlich wie zu Zeiten der Eltern und Großeltern. Ohne Gemeinschaft geht hier nichts, und die Familie hat nach wie vor einen hohen Stellenwert. Nach einem Tag im Freien trifft man sich im Gasthaus oder am Wochenmarkt, um einander zuzuhören. Regisseur Christian Papke geht in dieser Landleben Produktion dem alpinen Leben auf den Grund: beim traditionellen Käseanstich auf der Egger-Alm oder wenn die Kohlrösl-Buam, eine Schuhplattlergruppe, auf der Kohlröslhütte zu Höchstform auflaufen. In unmittelbarer Nachbarschaft am Weißensee liegt auch das Haus Jakober, hinter dem eine Landwirtschaft am anderen Seeufer steht, wo Bauer Hans gemeinsam mit seiner 81-jährigen Mutter die Kühe melkt, sofern er nicht abends als Dirigent der Trachtenkapelle mit seinen Musikern probt.
22:48
Alle Augen sind auf die USA gerichtet: Die Zwischenwahlen oder Midterms entscheiden über die Kräfteverhältnisse in der US-Politik - und werden zum Stimmungstest für Donald Trump. Kann der US-Präsident seine Macht behaupten? Was bedeutet das Ergebnis für den Machtkampf zwischen Republikanern und Demokraten? Und welche Folgen hat der Wahlausgang für die Ukraine, den Nahen Osten und Europa? Darüber diskutiert Reiner Reitsamer bei "Zur Sache" mit dem langjährigen USA-Korrespondenten des ORF Thomas Langpaul, der Politologin und Historikerin Regula Stämpfli, der Unternehmerin mit US-amerikanischen Wurzeln Maggie Childs und dem österreich-amerikanischen Rechtsanwalt Robin Lumsden.
23:40
Aus der Perspektive des republikanischen Strippenziehers Roger Stone dokumentiert der Film Trumps Präsidentschaftszeit bis 2021 und wie diese ihren logischen Endpunkt mit dem Sturm auf das Kapitol finden musste. Drei Jahre lang - bis zum Ende von Donald Trumps Amtszeit 2021 - begleitet der Filmemacher Christoffer Guldbrandsen den republikanischen Strippenzieher und Politikberater Roger Stone, der als Bekenntnis ein großes Tattoo von Richard Nixon auf dem Rücken trägt und ohne den Trump vermutlich nie im Weißen Haus gelandet wäre. Wir erleben Stone hautnah, Zigarre rauchend und Martini trinkend, wie er nach seiner Verhaftung für seine Freiheit kämpft, wir sehen ihn auf politischen Veranstaltungen, im Gespräch mit den Proud Boys und wie er nach Trumps Wahlniederlage die "Stop the Steal"-Kampagne entwirft, die schließlich zum Sturm auf das Kapitol führt. Der Film ist ein packendes wie erschütterndes Dokument von Machtmissbrauch und Propaganda, aber auch eine selbstkritische Reflexion eines Regisseurs, der für den einmaligen Zugang zu Trumps Ideologen in Abhängigkeit von Stone gerät und dafür fast mit seinem Leben bezahlt, als er während der Produktion einen Herzinfarkt erleidet.