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Bis heute sind sie die Klassiker des Fernsehprogramms - die drei Teile der "Sissi"-Filme von Ernst Marischka locken seit fast 70 Jahren die Menschen vor die Fernsehgeräte. Alle Jahre wieder überrumpelt Franz Joseph seine Sissi mit der Verkündung, sie heiraten zu wollen und bringt damit das Publikum zum Seufzen. Die ORF-III-Dokumentation bietet erstmals einen Blick hinter die Kulissen und auf die Entstehungsgeschichte dieses Klassikers der Habsburgerromantik. Die Kostüme der jungen Kaiserin können auch heute noch bestaunt werden und auch sonst hat die Trilogie so allerhand Spuren hinterlassen. Untrennbar verbunden mit dem Erfolg der "Sissi"-Filme ist der Aufstieg seines größten Stars - Romy Schneider. Katapultartig schwang sich die gerade 16-Jährige in den Olymp der heimischen Schauspielriege empor, litt aber zeitlebens unter der Verschmelzung ihrer Person mit dem Mythos der verstorbenen Kaiserin. Ihre Jugend fiel den Filmen zum Opfer, ihr Leben und ihre Karriere standen unter der strengen Kontrolle ihrer Mutter Magda Schneider - in den Filmen ebenfalls ihre Mutter. Im Fahrwasser des eskapistischen Heimatfilmbooms der Nachkriegszeit schlingerte das ganze Filmprojekt von Anfang an. Ursprünglich hatte Ernst Marischka vorgehabt, ein existierendes Singspiel zu verfilmen: Mit seinem Bruder Hubert Marischka brachte er das Stück als Operette unter dem Titel "Sissy" auf die Bühne. Das Stück lief mit großem Erfolg. Die erste "Sissy"-Darstellerin war Paula Wessely, ihre zweite Besetzung war Hedy Lamarr. Später kaufte die amerikanische Produktionsfirma Columbia die Rechte an Stück und Musik, Joseph von Sternberg verfilmte den Stoff 1936 unter dem Titel "The King Steps Out" mit Grace Moore als junger Kaiserin. In den 1950er Jahren versuchte sich Marischka wieder an dem Stück, ließ die Musik weg und machte österreichische Filmgeschichte. Nach außen bezauberte die junge Kaiserin ganz Europa: Mitte 1956, ein halbes Jahr nach der Wien-Premiere, kamen aus Schweden, Spanien, Norwegen und den Niederlanden die Erfolgsmeldungen ausverkaufter Vorstellungen. Elf Jahre nach Kriegsende konnte sich das europäische Publikum auf eine zwar geschichtsverfälschende, aber umso tröstlichere Version einer Vergangenheit einigen, in der politische Figuren aus Österreich nicht bedrohlich, sondern herzig sind.
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Die Tafelrunde Classics präsentieren die Highlights aus der Satireshow, diesmal mit einem ganz besonderen Thema - Früher war alles besser! Mit Auftritten von u.a. Alex Kristan, Gery Seidl, Viktor Gernot, Andreas Vitásek, Gernot Kulis, Thomas Maurer, Gregor Seberg, Angelika Niedetzky, Caroline Athanasiadis, Lydia Prenner-Kasper uvm. So schwelgt zum Beispiel Alex Kristan in den guten alten Zeiten: "Früher, da bin ich beim ADEG rein und bin mit einem Kaugummi, einem Raider und zwei Micky-Maus-Heften wieder raus. Heute? Überall Kameras!" Aber nicht alles war besser: Die Heilige Dreifaltigkeit des Krankseins als Kind seien damals Essigpatscherl, "Am Dam Des" und Zapferl gewesen. "Die Essigpatscherl waren so schnell dran, so schnell habe ich gar nicht schauen können. Beim Zapferl war's anders, da haben sie meine Mitarbeit gebraucht. Und ich war ein sehr verschlossenes Kind." Viktor Gernot erinnert sich an Telefonate aus der Jugend, Gery Seidl sehnt sich nach seiner analogen Zeit als Bauleiter, Caroline Athanasiadis will "Helmi" zurück und Lydia Prenner-Kasper wünscht sich ein Leben, in dem sie keine Gesichtserkennung für ihr Mobiltelefon braucht. Andreas Vitásek findet, dass das Witzeerzählen früher leichter und Gernot Kulis, dass die die Werbung besser war. Und Gregor Seberg spricht ohnehin nur von der glorreichen "Maggi-Zeit". Eine nostalgische Zeitreise voller Humor, bei der kein Auge trocken bleibt.