19:16
Eder liest in der Zeitung, dass ein als Gasmann getarnter Betrüger einen alten Rentner um seine Ersparnisse gebracht hat. Das macht Pumuckl hellhörig: Man muss mit den Leuten viel vorsichtiger sein, denkt er sich. Als er an einem Nachmittag allein in der Werkstatt ist, tritt eine Frau ein. Pumuckl kommt natürlich nicht auf die Idee, dass sie eine Diebin sein könnte In dem Zeitungsbericht war ja nur etwas über Männer gestanden. Erst als die Frau Eders goldene Uhr wegnimmt und die Werkstatt schnell verlässt, kommen ihm Zweifel. Pumuckl nimmt die Verfolgung auf, erlebt mit Meister Eder aber bald eine peinliche Überraschung.
19:47
Hugo Portisch prägte über Jahrzehnte hinweg das historische und politische Verständnis in Österreich wie kaum ein anderer Journalist. Mit seinen Analysen, Fernsehdokumentationen und Kommentaren machte er Zeitgeschichte einem breiten Publikum zugänglich - differenziert, kritisch und stets um Einordnung bemüht. In "Geschichte Heute - Hugo Portisch, sein Erbe" spricht Sabrina Peer mit Zeithistoriker Oliver Rathkolb und Wissenschaftsjournalistin des Kurier Suanne Mauthner-Weber über das Vermächtnis Hugo Portischs. Im Zentrum steht die Frage, wie seine Arbeitsweise, seine Haltung und sein Verständnis von Verantwortung den politischen Journalismus in Österreich nachhaltig beeinflusst haben. Die Gesprächsrunde beleuchtet Portischs Rolle als Chronist der Zweiten Republik, seine Bedeutung für die politische Bildung und den Umgang mit komplexen historischen Zusammenhängen. Zudem wird diskutiert, was von seinem Werk bleibt - und wie sein Ansatz der verständlichen, faktenbasierten Vermittlung von Geschichte ins Heute transportiert werden kann.
20:15
Hugo Portisch - sein Name steht wie kein anderer in Österreich für unabhängigen Journalismus. Seine gesamte journalistische Laufbahn hindurch hat er für diese ihm so wichtige Unabhängigkeit gekämpft. Ein Höhepunkt war sicherlich das von ihm initiierte Rundfunkvolksbegehren im Jahr 1964. "Man kann sich das heute nur mehr schwer vorstellen, wie das damals war. Die Allmacht der Parteien hat sich hemmungslos ausgedehnt, das ganze Land war dem Proporz der beiden Großparteien ausgeliefert", sagte Portisch über diese Zeit. Mehr als 830.000 Österreicher unterstützten mit ihrer Unterschrift die Forderung nach einer Entpolitisierung des Österreichischen Rundfunks - ein sensationelles Ergebnis, das zu einer grundlegenden Reform des ORF führte. Der erste Teil der biografischen Dokumentation widmet sich den Anfängen der außergewöhnlichen Laufbahn Hugo Portischs. Im Gespräch mit Heinz Nußbaumer erzählte er über seinen familiären Hintergrund und seine persönlichen Erfahrungen während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Besonders prägend war für den Journalisten seine Ausbildungsreise 1950 in die USA. Sie schuf die Basis für seine beruflichen Grundsätze und löste bei ihm eine Faszination für das Land aus, die ihn lange nicht mehr loslassen sollte. Als Mitarbeiter des Informationsdienstes der Österreichischen Botschaft in New York begleitete er 1954 den österreichischen Bundeskanzler Julius Raab auf seinem USA-Besuch. Dabei erlebte Portisch unvergessliche und spannende Episoden, die Einblicke hinter die Kulissen gewähren und Auskunft über die politischen Hintergründe jener Zeit geben. Noch während seiner Reise mit Raab bekam Portisch das Angebot, beim "Neuen Kurier" zu arbeiten, wo er ab 1958 als Chefredakteur große Erfolge feierte. Mit hoher journalistischer Qualität und dem richtigen Gespür für gute Geschichten. Ein Beispiel? Als der langersehnte Staatsvertrag im Jahr 1955 Realität werden sollte, war es Hugo Portisch, der gemeinsam mit Hans Dichand als erster eine Sonderausgabe mit der Schlagzeile "Österreich wird frei" druckte und sie eigenhändig am Wiener Westbahnhof verteilte. Bloß, zu diesem Zeitpunkt wollte noch keiner daran glauben…
21:11
Prag, Paris, London, Belgrad, New York. Ende der 1960er-Jahre schien Hugo Portisch als ORF-Chefkommentator an allen Schauplätzen der Weltpolitik gleichzeitig zu sein. Legendär sind seine Live-Berichte und Analysen zu den brennenden politischen Themen der Zeit. Der ehemalige ORF-Intendant Gerd Bacher über seinen ehemaligen Chefkommentator: "Ich habe sofort gewusst, dass er unglaublich überzeugend ist. Und die Informationen leben davon, dass man einen guten, wie die Amerikaner sagen, 'Anchorman' hat." Unvergessen ist etwa jene Live-Schaltung ins revoltierende Paris des Jahres 1969, als Portisch es schaffte, auf den Straßen der französischen Hauptstadt - trotz Konfetti-Regen, flankiert von Demonstranten - mit größter Beharrlichkeit seinen Live-Bericht fertig zu stellen. Im Sommer des Umbruchjahres 1968 bewies er sein großes politisches und journalistisches Gespür, als ihn sein Bauchgefühl frühzeitig seinen Italienurlaub abbrechen ließ und er tatsächlich auf der Rückreise im Hotel erfahren musste, dass soeben sowjetische Panzer in Prag aufgefahren waren. Noch in der Nacht fuhr Portisch zurück nach Wien um in der Früh einen Kommentar zu sprechen. Seine Berichte rund um den niedergeschlagenen Prager Frühling gehören zu jenen journalistischen Höhepunkten, die ihn bei der österreichischen Bevölkerung so populär machten. Abseits der aktuellen Berichterstattung reiste Portisch um die Welt, um ausführliche Dokumentationen etwa über China, Kuba oder mehrere Länder Afrikas zu drehen. Sein Interview mit dem chinesischen Marschall Chen Yi über die Rolle Chinas im Vietnam-Krieg machte internationale Furore und wurde auch in der New York Times abgedruckt. Zurück in Österreich holte sich gar das amerikanische State Department bei ihm Informationen und Jahre später erfuhr Portisch, dass sein Bericht die gesamte Chinapolitik der USA beeinflusst hatte. Es gelang ihm, bei den österreichischen Zuseherinnen und Zusehern die Neugier für internationale Themen zu wecken. Eine Neugier und Begeisterungsfähigkeit, die vor allem bei Hugo Portisch selbst im Übermaß vorhanden war.
22:06
Es war im Jahr 1981 als Hugo Portisch mit dem damaligen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher beschloss, die Geschichte der Republik Österreich für das Fernsehen aufzubereiten. Beide waren begeistert von dem Vorhaben, doch hatten sie zu jenem Zeitpunkt noch keine Vorstellung davon, welche Dimensionen das Projekt annehmen würde. "Österreich II", die Dokumentationsreihe über die 2. Republik Österreich, war geboren und es sollte eine Erfolgsstory werden, die ihresgleichen sucht. Insgesamt 32 Folgen mit je rund 90 Minuten spannender Fernsehdokumentation entstanden in den Folgejahren. Und aller Anfang war schwer: "Ich dachte, es würde jede Menge Material in den Archiven vorhanden sein. Aber nein, zu Beginn hatten wir nur eine einzige Rolle Film", erinnerte sich Portisch. Erst Schritt für Schritt erlangten Portisch und sein Team Zugang zu internationalen Archiven, darunter auch mit viel Glück zu den lange Zeit versperrten sowjetischen Filmmaterialien. Erst ein Besuch des Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger beim sowjetischen Staatschef Leonid Breschnew in Moskau öffnete Portisch die Türen zum Archiv. In Teil 3 erzählt Hugo Portisch im Gespräch mit Heinz Nußbaumer und Oliver Rathkolb von der Entstehung und Arbeit an den Dokumentationsreihen Österreich II und Österreich I. Er spricht auch über die neuen Erkenntnisse, die im Zuge der Arbeit an den Dokumentationsreihen ans Tageslicht kamen. Etwa, dass das offizielle Österreich die bedeutendsten Kunstgegenstände des Landes in der Zeit des Kalten Kriegs ins europäische Ausland bringen ließ. Nach Ausbruch des Koreakrieges im Jahr 1950 wurden sie sogar auf einem amerikanischen Kriegsschiff in die USA verschifft. Österreich II und Österreich I: für hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher wurden die legendären Dokumentationsreihen zur prägenden Geschichtsvermittlung ihres Landes. Erzählt hat sie Hugo Portisch.
23:00
Der Prager Frühling, die Studentenproteste in Paris oder der Nordirland-Konflikt: Hugo Portisch war stets mitten im Geschehen. Als bedeutender Journalist der Zweiten Republik berichtete er nicht nur von den Ereignissen des Weltgeschehens, sondern erklärte dem österreichischen Publikum auch die jeweiligen Zusammenhänge und Hintergründe. Als "Neuer Kurier"-Chefredakteur und ORF-Chefkommentator wurde er zum Sprachrohr für unabhängigen Journalismus. Journalistische Integrität und Unabhängigkeit waren für ihn Grundvoraussetzung für jede journalistische Arbeit. Wie kein Zweiter beherrschte er die Kunst, komplizierte Sachverhalte in einfache Worte zu fassen und Wissen mit hoher Kompetenz zu vermitteln. Die neue ORF-III-Dokumentation hat seine in die Mediengeschichte eingegangenen Kommentare in ihren historischen Kontext gesetzt und wirft ein Licht darauf, was ihn zu einem so einzigartigen Journalisten gemacht hat.
23:48
In der vierteiligen ORFIII-Dokumentationsreihe zeichnet Journalistenlegende Hugo Portisch die Entstehungsgeschichte der Mitgliedsländer der Union nach und beschreibt, welchem Schicksal diese Staaten und ihre Menschen in den 100 Jahren ihrer staatlichen Existenz ausgesetzt waren. Teil 1 der Reihe beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Das Kriegsende bedeutet das Ende mehrerer in Europa herrschender Großreiche, auch jenes des Vielvölkerstaats Österreich-Ungarn. Die Folge ist die Entstehung einer ganzen Reihe neuer Staaten, darunter Polen, die Tschechoslowakei, Estland, Lettland, Litauen oder das unter serbischer Vormundschaft geschaffene Jugoslawien. Es ist die Geburt eines neuen Europas, das allerdings zwischenzeitlich zweimal verschwindet: Einmal unter der Herrschaft Hitlers, das andere Mal unter der Herrschaft Stalins. Die neuen Staaten sehen in der Demokratie die einzig richtige Staatsform und so wandelt sich Europa nicht ohne Schwierigkeiten und teils mit Gewalt zu einem demokratischen Staatengebilde. Doch bald gewinnen nationalistische Kräfte die Oberhand und ein Land nach dem anderen wird zu einem autoritären Führerstaat - Italien, Deutschland und auch Österreich. Doch damit nicht genug, ausgehend von Hitler-Deutschland bahnt sich langsam eine noch größere Katastrophe an: Der Zweite Weltkrieg, mit dem Europa das nächste dunkle Kapitel seiner Geschichte öffnet.