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Nach 16 Jahren an der Macht scheint am 12. April in Ungarn ein Ende der Ära Viktor Orbáns möglich. Wie kein anderer Politiker in Europa hat Orbán sein Land umgebaut - und sich zum Vorbild aller rechtspopulistischen Parteien Europas gemacht. Mit einer zunehmend autoritären Mischung aus Nationalismus, rigider Zuwanderungspolitik und großzügigen Sozialleistungen ist es ihm bisher stets gelungen, seine Macht abzusichern, trotz ausufernder Bereicherung seiner Familie. Doch nun scheint erstmals eine Wende möglich: der konservative aber pro-europäische Herausforderer Péter Magyar geht mit einem deutlichen Vorsprung ins Wahlkampf Finale - begleitet von massiven Angriffen aus den von Orbáns Parteigängern kontrollierten Medien. Was würde eine politische Wende für Ungarn und Europa bedeuten? Was wäre von Péter Magyar, dem Herausforderer, zu erwarten? Bei Wolfgang Geier zu Gast: Eszter Kováts, Politikwissenschafterin, Universität Wien, Boris Kálnoky, Leiter der Medienschule am regierungsnahen Mathias-Corvinus-Collegium in Budapest, und Ernst Gelegs, ehemaliger ORF-Korrespondent Budapest.
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Hinter dem Wahlerfolg rechtsextremer und nationalkonservativer Parteien auf dem gesamten Kontinent lauert der Schatten eines Strategen: Viktor Orbán. Seit Jahren exportiert Ungarns Ministerpräsident mehr als nur eine Ideologie. Er verbreitet eine politische Methode, bildet Nachwuchskräfte aus, knüpft internationale Netzwerke und inspiriert eine neue Generation rechter Politikerinnen und Politiker, die Europa grundlegend verändern will. Zu den Bewunderern und politischen Verbündeten zählen etwa Italiens Premierministerin Giorgia Meloni, Frankreichs Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen, der niederländische Rechtsaußen Geert Wilders sowie der frühere slowenische Regierungschef Janez Janša. Auch in Spanien, Österreich, Belgien und auf dem Balkan wirkt Orbáns Kurs als Vorbild für Parteien, die auf Abschottung, nationale Souveränität und einen Kulturkampf gegen liberale Demokratien setzen. Diese Dokumentation führt ins Zentrum einer beispiellosen Einflussstrategie und zeigt, wie Orbán Medienmacht, Geld, Thinktanks und persönliche Allianzen nutzt, um seine Ideen weit über Ungarn hinaus zu verankern. So wurde ein nationaler Regierungschef zum Mentor, Vorbild und Architekten einer politischen Neuausrichtung Europas. Regie: Feurat Alani