21:06
Manche hatten das Ende der Monarchie in etwa so vorhergesehen, wie es dann auch kam. Bemerkenswerterweise kamen zwei der schärfsten Kritiker des Systems Habsburg aus der Familie selbst, nämlich die beiden Thronfolger Kronprinz Rudolf und Erzherzog Franz Ferdinand. Rudolf ließ seinem Ärger über vieles, was falsch lief im Reich, unter einem Pseudonym in der Presse freien Lauf. Franz Ferdinand nahm sich ebenso kein Blatt vor den Mund. Beide sahen, dass zentrale Positionen wie etwa die Armee nur mehr nach dynastischen Kriterien besetzt wurden. Um die fachliche Eignung ging es immer weniger. Auch entging ihnen nicht, wie hilflos die Monarchie der Sprengkraft des Nationalismus und der sozialen Frage gegenüberstand. Ihnen war klar, dass die Herrschaft untergehen musste, wenn sie nicht einige Stellhebel umlegte. Jonathan Vaughan und Bernhard Riener untersuchen in dieser ORF III-Erbe Österreich Produktion, welche Systemfehler im Herbst 1918 zum Ende der Monarchie führten.
21:58
Zwei Männer, eine Frau und ein Hund. Eine dramatische Sage aus dem Mittelalter um Liebe, Eifersucht und Tod. Max Müller, der Sagenjäger, bekommt es in dieser Ausgabe mit einer komplexen Familien-Saga zu tun. Christoph Weitmoser und Hans Strochner waren beide in die schöne Edelinde verliebt. Das Drama mündete im Tod der jungen Frau, was aber noch nicht das Ende war. Denn plötzlich erwachte die Tote - so die sagenhafte Überlieferung - wieder zum Leben und gebar im selben Moment ein Kind. Nach einem Treffen auf Burg Klammstein mit Burgführer Josef Gruber und Gesprächen mit der Hundetrainerin Cornelia Pfund-Stockinger sowie dem Historiker Horst Wierer verblüfft die Frauenärztin Gunda Schulz-Greinwald den Sagenjäger mit einer überraschenden Erklärung. Unerwiderte Liebe - ein klassischer Stoff für eine spannende Geschichte, die in den zweiten Teil dieser Sendung führt. Wer kennt nicht das Musical "Die Schöne und das Biest" oder den Roman "Der Glöckner von Notre-Dame"? Kaum bekannt außerhalb Kärntens ist die Sage vom Riesen vom Mirnock, eine aufwühlende Erzählung von immenser Tragweite. Immerhin führt das gebrochene Herz des sagenhaften Giganten zur geographischen Veränderung einer ganzen Region.
22:51
Sie ist ein unübersehbares Wahrzeichen der Stadt: Die imposante Festung Hohensalzburg ist schon weit über tausend Jahre alt und gilt dennoch als eine der größten und besterhaltenen Burgenanlagen in Europa. Moderator Karl Hohenlohe begibt sich in dieser Ausgabe des Museums- und Kulturmagazins "Aus dem Rahmen" auf eine Entdeckungsreise ins Mittelalter und erkundet die wechselhafte Nutzungsweisen der Wehranlage über die Jahrhunderte hinweg. Wir erfahren die abenteuerlichen Geschichten ihrer Besitzer und Bewohner und hören von Historikern über die Bedeutung des Prunkbaus von der einstigen militärischen Funktion über die Machtdemonstration der Kirchenfürsten bis zum heutigen Status als Tourismusmagnet und Kulturzentrum. Salzburg gilt als barockes Schmuckkästchen und Wirkungsstätte von Wolfgang Amadeus Mozart. Geprägt von reichen und mächtigen Fürsterzbischöfen, hat die Stadt aber eine viel längere Geschichte. Karl Hohenlohe präsentiert auf seinem Rundgang die schönsten Plätze in Salzburg und die atemberaubendsten Sichtachsen auf die Burg.
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Wunderkind, Skandalautorin, Vaterlandsverräterin, Feministin, Modeliebhaberin, Kommunistin, Pessimistin, Sprachterroristin, Rebellin, enfant terrible, Nestbeschmutzerin, geniale verletzliche Künstlerin, Nobelpreisträgerin. Der Film über Elfriede Jelinek, die 2004 als erste österreichische Schriftstellerin mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, stellt ihren künstlerischen Umgang mit der Sprache in den Mittelpunkt. Claudia Müllers Porträt ist ein vielschichtiges, assoziatives Film-Gedicht, rätselhaft und bisweilen widersprüchlich wie die Schriftstellerin selbst. Hergestellt in Zusammenarbeit mit dem ORF Film/Fernseh-Abkommen