22:32
Am 7. April 1956 wird die FPÖ in Wien gegründet und erreicht bei ihrer ersten Nationalratswahl 6,52 Prozent der Stimmen. 70 Jahre später liegt die Partei in Umfragen bei bis zu 36 Prozent - ist aber politisch isoliert: Es ist den Freiheitlichen nicht gelungen, nach der letzten Nationalratswahl als Nummer 1 eine Regierung zu bilden. Fast alle Koalitionen mit blauer Beteiligung sind vorzeitig zerbrochen. In die sieben Jahrzehnte seit der Parteigründung fallen viele Höhen und Tiefen: Wahl-Triumphe, Regierungs-Beteiligungen, Abstürze, Machtkämpfe und Partei-Spaltungen. Wie sehr hat die FPÖ das politische System Österreichs verändert - in Regierungen und in Opposition? Sind die Freiheitlichen überhaupt regierungsfähig? Will Parteichef Herbert Kickl wirklich Bundeskanzler werden oder lieber in Opposition bleiben? Bei Wolfgang Geier diskutieren darüber Norbert Nemeth, Klubobmann-Stellvertreter FPÖ, Norbert Steger, ehem. Vizekanzler und ehem. FPÖ-Bundesparteiobmann, Kathrin Stainer-Hämmerle, Politikwissenschaftlerin, FH Kärnten, und Christoph Kotanko, "Oberösterreichische Nachrichten".
23:26
Die ORF III-Dokumentation "Herbert Kraus und die Wurzeln der FPÖ" widmet sich einer der schillerndsten und vielleicht auch widersprüchlichsten Figuren der jüngeren österreichischen Zeitgeschichte. Kraus erlebte den Zusammenbruch der Donaumonarchie, die Gründung der Ersten Republik, und das Scheitern der Demokratie unter dem Druck von Diktatur und Gewaltherrschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. Herbert Kraus gründete gemeinsam mit Viktor Reimann 1949 den "Verband der Unabhängigen (VdU)", der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das "Dritte Lager" in Österreich vertrat und die Vorgängerorganisation der heutigen FPÖ darstellte. Kraus selbst hatte unter der Nazi-Diktatur zu leiden. Wegen kritischer Berichte wurde ein Kriegsgerichtsverfahren gegen den Wehrmachtsangehörigen eingeleitet. Trotz seiner liberalen Gesinnung forderte er dann in der Nachkriegszeit das Ende der Bestrafung ehemaliger Nationalsozialisten. Gerhard Jelinek und Birgit Mosser-Schuöcker erzählen in ihrer Dokumentation nicht nur von der Entstehung des "Dritten Lagers", sondern es ist zugleich eine Zeitreise durch Österreichs jüngere Geschichte.