21:06
Die historischen Beziehungen zwischen den Windsors und den Habsburgern waren enger und intensiver, als vielen heute bewusst ist. Queen Victoria war gegenüber Kaiserin Elisabeth großzügig, mehrfach borgte sie ihre Privatjacht der jungen Herrscherin, um diese zur Kur nach Madeira zu bringen. Victorias Sohn Bertie, der spätere Edvard VII. kam regelmäßig nach Österreich und galt als enger Freund von Kronprinz Rudolf. Als 1918 die Monarchie der Habsburger endete, war es Edwards Sohn König Georg V. der einen Offizier nach Eckartsau sandte, um die Sicherheit von Kaiser Karl zu garantieren. Und es war ein englisches Schiff, das Karl ins Exil nach Madeira brachte. In den dreißiger Jahren erschütterte sein Enkel Edward VIII. mit seiner Abdankung den britischen Thron. Unmittelbar danach versteckte sich der nunmehrige Herzog von Windsor für einige Monate auf einem österreichischen Schloss Enzesfeldt bei Wien, danach ging er nach Appesbach bei St. Wolfgang. R: Alexander Frohner, Buch und Recherche: Günther Fuhrmann
21:55
In Klagenfurt steht auf dem Benediktinermarkt das Denkmal eines Fischers. Unehrlich soll er gewesen und dafür zu Stein geworden sein. Max Müller, ein gebürtiger Klagenfurter, kennt die Sage und beginnt nachzuforschen. Der Sagenjäger erfährt über die im späten Mittelalter geltenden Marktregeln - und wie sie umgangen wurden. Seine Recherchen ergeben ein Sittenbild der damaligen Zeit vor über vierhundert Jahren. In Hallstatt untersucht "Rosenheim-Cop" Max Müller den gewaltsamen Tod eines Bergmannes in den Salzminen vor einigen Jahrhunderten. Handelt es sich um Mord? Der Sage nach soll der Mann von einem Berggeist getötet worden sein, weil er ein Geheimnis ausgeplaudert hatte. Oder waren eifersüchtige Kollegen die Täter? Der Sagenjäger erhält viele Antworten. Dennoch bleibt offen, ob es sich um einen realen Mordfall handelt, der als Sage getarnt weitererzählt wurde, oder ob dieser Mord nie geschehen ist.
22:49
In dieser Ausgabe besucht Karl Hohenlohe das Kriminalmuseum im Schloss Scharnstein in Oberösterreich. In mehr als zwanzig Ausstellungsräumen wird die Geschichte des österreichischen Justiz- und Sicherheitswesens vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart lebendig nachgezeichnet. Originalexponate erzählen von einer Zeit, in der Folterinstrumente und Hinrichtungen zum Alltag gehört haben, und geben Einblicke in die Methoden der Rechtsprechung vergangener Jahrhunderte. Spektakuläre Kriminalfälle werden anhand ungewöhnlicher Objekte greifbar: Ein vergifteter Apfelstrudel, historische Fotografien und ein Autowrack stehen stellvertretend für einige der aufsehenerregendsten Verbrechen des Landes. Auf seinem Rundgang begegnet Karl Hohenlohe nicht nur schaurigen Relikten und spannenden Kriminalgeschichten, sondern erfährt auch, welche Rolle Napoleon bei der Gründung der Gendarmerie gespielt hat - und wie sehr diese Entwicklung das Sicherheitswesen in Österreich bis heute geprägt hat. R: Marcus Gotzmann
23:42
Mit dem englischen König Charles III. sitzt, was nur wenige wissen, ein Achtel Steirer auf dem englischen Thron. Denn Charles' Urgroßvater Prinz Alexander von Hessen, der in russischen Diensten stand, musste einst wegen einer nicht standesgemäßen Heirat den Hof verlassen. Kaiser Franz Joseph fing ihn auf und gab ihm ein österreichisches Regiment, das bei Graz stationiert war. Dort kam dessen Sohn Ludwig zur Welt, der dann eine Enkelin von Königin Victoria heiratete und zum Großvater von Prinz Philip wurde, des späteren Ehemanns der Queen und Vaters von Charles. Im Ersten Weltkrieg hatte Ludwig seinen deutschen Titel Prinz von Battenberg abgelegt und daraus das englische Mountbatten gemacht, um im Krieg gegen die Deutschen seine eigenen deutschen Wurzeln abzulegen. Die Dokumentation zeigt, wieviel die Geschichte der Windsors mit Österreich zu tun hat. R: Alexander Frohner, Buch und Recherche: Günther Fuhrmann