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Knalleffekte und Wendepunkte Der langjährige Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser ist mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Grund dafür dürfte sein Führungsstil gewesen sein. So zitiert etwa das Magazin "Der Spiegel" mehrere MitarbeiterInnen und Mitarbeiter, die von einem Klima der Angst sprechen. Auffallend ähnlich klingen die Berichte aus dem Kunsthistorischen Museum: auch dort wird dem Geschäftsführungs-Duo Jonathan Fine und Paul Frey ein toxisches Arbeitsklima vorgeworfen. Der kulturMONTAG geht der Frage nach, warum sich in letzter Zeit Meldungen über verschiedenste Formen des Machtmissbrauchs in großen Institutionen häufen. Ist die Kultur-Branche besonders anfällig? Und warum? Wie lässt sich zivilisierte Führungskultur verlässlich implementieren? Einen Machtwechsel könnten auch die Nationalratswahlen Mitte April in Ungarn bringen. Der kulturMONTAG hat sich in der ungarischen Kulturszene umgehört und mit dem Mitbegründer des experimentellen Künstlerkollektivs "vegyeskereskedés" Taras Tolstikov, der Schauspielerin und Schlagersängerin Sarolta Zalatnay sowie dem Maler, Musiker und Satiriker drMariás über ihre Erwartungen gesprochen. Ein großer politischer Reformer war Italiens Nationalheiliger Franz von Assisi, dessen 800. Todestag in Italien groß gefeiert wird. Während im kleinen Ort Assisi zehntausende Gläubige zu den öffentlich ausgestellten Gebeinen pilgern, lockt Perugia mit einer großen Kunst-Schau: die Ausstellung "Giotto und der Heilige Franziskus" thematisiert das geschichtsträchtige Zusammentreffen des charismatischen Mönchs mit dem Genie Giottos, das die Geburtsstunde der modernen Kunst im 14. Jahrhundert markierte.
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Im Wiener Nobelbezirk Hietzing schlummerte die längste Zeit eine Villa im Dornröschenschlaf. Keine gewöhnliche Villa, eine Architekturikone: das Hauptwerk des Architektenduos Josef Frank und Oskar Wlach - einzigartig in seiner Konstruktion, wegweisend in seinem Raumkonzept. Umgesetzt wurde damit Josef Franks Credo: "Ein gut angelegtes Haus gleicht jenen schönen, alten Städten, in denen sich selbst der Fremde sofort auskennt und, ohne danach zu fragen, Rathaus und Marktplatz findet." Gebaut wurde die Villa in den Jahren 1929/30 für den jüdischen Industriellen Julius Beer. Elf Jahre lang ist sie leer gestanden, nun wird sie wachgeküsst. Am 8. März erfolgt die Eröffnung der Villa Beer als der Öffentlichkeit zugängliches Museum. Rudolf Klingohr erzählt in seinem Film von der akribischen Restaurierung des Hauses, von seiner wechselhaften, oft dramatischen Geschichte und seinen illustren Bewohnern.