21:00
Dunkel bewaldete Gebirgszüge, die bis ans Meer reichen: Monte Negro (schwarzer Berg) tauften deshalb venezianische Seefahrer diesen Abschnitt der Adria. Montenegro ist noch immer ein Geheimtipp, dabei punktet die Küste des Landes wie im benachbarten Kroatien mit türkisfarbenem Wasser, kleinen Buchten und malerischen Städtchen. Und auf nicht einmal 100 Kilometern Küste tummeln sich auch noch mehrere Legenden: Im Städtchen Perast brechen immer am 22. Juli unzählige Boote zu einer Wallfahrt auf. Mit der sogenannten Fašinada soll der Heiligen Maria vom Felsen gehuldigt werden. Deren Bildnis, so die Legende, hätten hier zwei Fischer im Meer entdeckt auf einem kleinen Felsen. David Braic nimmt sich extra frei für diesen Tag. Zunächst sammelt er mit seinen Söhnen und Nachbarn so viele Steine, wie sein Boot tragen kann. Denn Steine spielen bei dieser Prozession eine entscheidende Rolle. Dann geht es los. Ihr Ziel: eine kleine Kirche, die mitten in der Bucht von Kotor steht. In der Altstadt von Kotor, die zum UNESCO-Welterbe gehört, wimmelt es von Straßenkatzen. Die sollen die Bewohner einst vor der Pest bewahrt haben und werden deshalb bis heute verehrt und umsorgt. Ihre Schutzpatronin ist Danijela Kneževic, sie kümmert sich rund um die Uhr um die schnurrenden Legenden. Daniela sorgt für Futter und Streicheleinheiten und schleppt ihre Schützlinge regelmäßig zu einem befreundeten Tierarzt: Anti-Milben-Spray, Wurmkur, Impfung, das ganze Programm. Nicht nur die Katzen bringen Daniela ordentlich ins Schwitzen, eine Hitzewelle stresst ganz Montenegro. Knapp 40 Grad im Schatten, in den engen Gassen steht die Luft. Abkühlung finden die Jungs der Nachwuchsmannschaft des Sportvereins Primorac beim Wasserball, trainiert werden sie von einer lebenden Legende. Veljko Uskokovic wurde als Wasserballspieler gleich drei Mal Europameister, heute coacht er die Talente von Primorac, übersetzt: Küstenbewohner. Wasserball ist Nationalsport, an der Küste reiht sich ein Freiwasserbecken an das nächste, meist umrandet von großen Tribünen. Die Jugend will den Pokal von Montenegro gewinnen, dafür wird hart trainiert. In den Sommerferien gleich fünf Mal die Woche. Ganz im Süden des Landes säumen Häuser die Ufer des Flusses Buna, der an der Mündung in die Adria die Grenze zu Albanien bildet. Früher gab es nur ärmliche Fischerbehausungen, heute haben immer mehr reiche Montenegriner hier Sommerhäuser. Goran Masanovic ist einer der Letzten, der noch mit einer abenteuerlichen Eigenkonstruktion fischt, der "Kalimera", einem Senknetz. Viel fängt er nicht mehr, denn der Fluss wird längst dominiert von Motorbooten und Jetskis. Ständig bastelt Goran an seinem Netz, in dem eine Vielzahl von Seilen sowie zwei 13-Zoll-Felgen eines uralten Fiats verbaut sind. Nie würde er seinen Platz an der Küste der lebenden Legenden verlassen.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
In einem Park wird die Leiche von Pascal Mertens, 20, gefunden. Er war erst vor zwei Tagen wegen guter Führung vorzeitig aus der Jugend-JVA entlassen worden. Die Kommissare überbringen Heiner Mertens die Nachricht vom Tod seines Enkels. Pascal, der bei seinem Opa aufgewachsen ist, hatte wegen schwerer Körperverletzung sechs Monate in Haft gesessen. Im Gefängnis machte er eine Therapie, um sein aggressives Verhalten zu ändern. Sein damaliges Opfer war seine Freundin Neele, die ihn auch anzeigte. Neele beschwerte sich damals über das in ihren Augen allzu milde Urteil. Als die Kommissare herausfinden, dass sich Neele nach seiner Entlassung mit Pascal getroffen hat, behauptet Neele, dass Pascal sich bei ihr entschuldigen wollte. Aber Finn und Lars sind skeptisch: Hat sie sich jetzt an ihrem Peiniger gerächt?
22:50
Auf der Wiese vor einer Lagerhalle wird die Leiche des Grafikers Jonas Schlebusch gefunden. Spuren am Boden deuten auf einen Kampf hin. Wenige Meter vom Tatort entfernt prangt an der Mauer ein frisches Graffiti des Lübecker Streetart-Künstlers Dimple, der wie sein großes Vorbild Banksy anonym bleiben will und den Kunstmarkt verabscheut. Die Kommissare finden heraus, dass es in der Tatnacht zu einem heftigen Streit zwischen Jonas und seiner Ehefrau Eva Schlebusch gekommen ist. Jonas Schlebusch, noch gezeichnet von einem Schlaganfall, war dahintergekommen, dass seine Frau, die eine Galerie betreibt, eine Affäre hatte. Ein Beziehungsstreit mit tödlichem Ausgang? Oder hat es mit dem Graffiti des populären wie mysteriösen Sprayers Dimple zu tun? Das Bild wurde noch in der Tatnacht beschädigt. Könnte Jonas der geheimnisvolle Dimple sein? Hat er sein Bild gegen den Angreifer verteidigt und es kam zum Kampf? Um den Fall aufzuklären, müssen die Kommissare herauszufinden, wer sich wirklich hinter dem Pseudonym Dimple verbirgt. Der Fall führt zurück in die Vergangenheit.
23:35
In der 500. Folge "Großstadtrevier" lebt Vergangenes wieder auf - und Gegenwärtiges wird beendet. Die "Repsold", das Schiff, mit dem sich Dirk Matthies in die weite Welt verabschiedet hat, strandet im Hamburger Hafen. Nicht mit Dirk, dafür mit Mercedés de Silantro aus Kolumbien an Bord. Die Nachricht ihrer Ankunft sorgt auf dem Kiez für Nervosität: Mercedés' Vater und Karl Dostal, ein ehemaliger Kiezpate, verübten vor knapp 20 Jahren einen schweren Raub, über den sich beide Familien heillos zerstritten. Denn von der Beute fehlt bis heute jede Spur. Mercedés und Karls Sohn Roman hatten sich damals ewige Liebe geschworen. Nach 20 Jahren treffen sie wieder aufeinander, wohl wissend, dass einer ihrer Väter den anderen betrogen hat. Ein neuer Kiez-Krieg entbrennt, den das Team des PK 14 stoppen muss. Es bleiben genau 1 Tag, 14 Stunden und 52 Minuten, um herauszufinden, wo die Beute in Form von Goldstaub versteckt ist. Andernfalls gilt die Verjährungsfrist und niemand kann mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wenn er in weiter Ferne weilt, stellt sich heraus, dass Dirk Matthies die ganze Geschichte pünktlich eingefädelt hat ...