21:00
Drei rührende Lovestorys aus einem langen Leben: Drei Paare erzählen ihre Liebes- und Lebensgeschichte. Im August 1946 kreuzen sich ihre Wege zum ersten Mal. Lydia ist damals zehn Jahre alt, Vollwaise. Josef ist 14 und mit seiner Mutter und vier Geschwistern auf dem Bahnhof in Oberstuben in der heutigen Slowakei. Die Deutschen werden umgesiedelt. Nach mehreren Durchgangslagern kommen sie in ihrem neuen Zuhause an, eine Sammelunterkunft im Gutshaus Reinshagen bei Rostock. Beim Versteckspiel funkt es zwischen Lydia und Josef. Da ist sie zwölf und Josef von jetzt an ihr Held. Als Siegfried Klöhn seine zukünftige Frau Margot das erste Mal nach Hause bringt, weiß er sofort: Nur sie ist es. Das war 1951. Eine Woche musste er damals auf die nächste Verabredung warten, ein Telefon gab es noch nicht. Zu Margots Geburtstag radelte er mitten im Winter 20 Kilometer, um ihr eine Schachtel Pralinen zu bringen. Hannelore und Edmund Schweden sind seit über 75 Jahren verheiratet. Kennengelernt haben sie sich auf einer Karnevalsfeier, typisch für Düsseldorf eben. Es war der 11. Februar 1949. Edmund hat dort in einer Band Schlagzeug gespielt, Hannelore hat ihn auf der Bühne gesehen und war "sofort hin und weg". Und auch ihm sind ihre "wunderschönen roten Haare" aufgefallen. "Da war ich direkt verliebt", erzählt er.
21:45
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22:00
Er wollte Bündnis 90/Die Grünen kritisieren. Dann kam die Polizei. Und ein Strafbefehl über 6000 Euro. Der Fall des Unternehmers Michael Much zeigt, wie schnell politische Zuspitzung zum Fall für die Justiz werden kann. Im Jahr 2023 hatte er ein großes Plakat mit Karikaturen grüner Spitzenpolitiker auf seinem Privatgrundstück aufgestellt. Die Polizei baute das Plakat ab, der Fall landete vor Gericht. "Ich wollte nur die Regierung kritisieren", so Much. Am Ende wurde er freigesprochen. Doch der Staat hat gezeigt, was rechtlich möglich wäre - dank eines Paragrafen, der eigens zum besonderen Schutz von Politikern geschaffen wurde. Der § 188 StGB ist eine Vorschrift zum Schutz von Personen des politischen Lebens vor bestimmten Beleidigungen, übler Nachrede und Verleumdung. Im Vergleich zu den allgemeinen Vorschriften drohen dabei höhere Strafen. Außerdem können Polizei und Staatsanwaltschaft auch ohne Strafantrag des betroffenen Politikers ermitteln, wenn sie ein besonderes öffentliches Interesse sehen. Seit der Neufassung des Paragrafen im Jahr 2021 ist die Zahl der Ermittlungsverfahren deutlich gestiegen. Gab es damals 748 polizeilich erfasste Fälle, waren es im vergangenen Jahr fast 4800. Längst ist eine Debatte über den Paragrafen entbrannt, weil die Ermittlungsbehörden auch bei eher harmlosen oder satirisch gemeinten Äußerungen teilweise mit unverhältnismäßiger Härte reagieren - bis hin zu Hausdurchsuchungen. Wo endet zulässige politische Kritik - und wo beginnt eine strafbare Beleidigung? Wie weit darf der Staat gehen, wenn Politiker zur Zielscheibe von Spott, Satire oder zugespitzter Kritik werden? Und braucht es dieses Sonderrecht für Politiker überhaupt? Genau diesen Fragen geht NDR Reporterin Tanit Koch in dieser neuen Ausgabe von "KLAR" nach. Sie schaut sich Fälle an, in denen Menschen wegen Äußerungen über Politiker ins Visier der Strafverfolgung geraten sind. Dabei geht es um eine grundsätzliche Frage: Wie viel politische Provokation muss eine Demokratie, was müssen Politiker aushalten?
22:30
Reden und Rollen tauschen: Das Format "oha! Zwei Welten an einem Tisch" von NDR Info zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bringt Menschen mit gegensätzlichen Meinungen und unterschiedlichen Lebenswelten zusammen - und lässt sie die Welt des jeweils anderen erleben. In jeder der vier Folgen tauchen die Protagonist*innen in den Alltag des Gegenübers ein, der ihnen fremd ist und den sie in Teilen ablehnen. Begleitet von Host Daniel Frevel führt dieser Perspektivwechsel schließlich an einen Tisch, an dem Tacheles geredet wird - mit offenem Ende. Diskutiert werden Themen, die die Menschen im Land bewegen und zuweilen spalten: was stört, was ängstigt, was gibt Zuversicht? "oha! Zwei Welten an einem Tisch" schafft Raum für direkte Gespräche. Im Mittelpunkt steht dabei der Dialog und die Vielfalt der Perspektiven. Das 20-minütige Format wird für die ARD Mediathek produziert und erscheint in einer 30-minütigen Version auch im NDR Fernsehen. Eine crossmediale Auswertung ist im Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern sowie bei NDR Info über Hörfunk, Fernsehen, Online und Social Media geplant.
23:00
Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ist das Land unter Druck, die Bevölkerung verunsichert, die Stimmung vielerorts mies. Wo entsteht der Frust? Was muss sich ändern? Können die Landtagswahlen zu einem Wendepunkt für die Demokratie werden? Mit einem mobilen Studio sind Jan. N. Lorenzen, Emma Mack und David Holland durch den Osten Deutschlands gezogen und haben mit 50 Menschen gesprochen - darunter Prominente wie Franziska van Almsick, Claus Weselsky und Martin Brambach, aber auch Bürgermeisterinnen und Landräte, Unternehmer und Bauern, Schulleiterinnen und Klinikchefs, Engagierte in Bürgerinitiativen und einfache Wähler. So kommen u.a. zu Wort: Ariane Berger, Hauptgeschäftsführerin des Landkreistages Sachsen-Anhalt, Sören Benn, ehemaliger Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Mandy Schumacher, Bürgermeisterin von Gardelegen, Jörg Neumann, Bürgermeister von Dabel, Dirk Neubauer, ehemaliger Landrat von Mittelsachsen. Sie alle äußern sich zur aktuellen politischen Situation. Sie erzählen von ihren Erfahrungen mit Ämtern und Behörden mit überbordender Bürokratie, mangelnder Transparenz bei politischen Entscheidungen, unklaren Strukturen und sich überschneidenden Zuständigkeiten. Alle engagieren sich, setzen sich ein - für ihre Kommune, ihren Ort, ihre Gemeinde. Doch ihr Engagement wird oft ausgebremst, zum Teil sogar unmöglich gemacht. Doch es gibt Hoffnung. Einige Lösungsansätze liegen auf der Hand: mehr Transparenz und Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und den Menschen vor Ort, Bürgerbeteiligungen stärken, überbordende Bürokratie abbauen. Was wir brauchen, so fordern es viele der für diesen Film interviewten Personen, ist eine neue Kultur des Vertrauens, eine Rückverlagerung von Entscheidungen auf die Kommune als Herzkammer der Demokratie.
23:45
Unsere Hände sind wahre Multifunktionswerkzeuge. Kein anderer Körperteil ist so beweglich, sensibel und gleichzeitig so belastbar. Aktuelle Studien zeigen, dass die Verbindung zwischen Hand und Gehirn entscheidend für unsere kognitive Gesundheit ist. Jede Berührung, jedes Anfassen erzeugt ein Feuerwerk im Gehirn. Feinmotorische Übungen und gezieltes Handtraining können helfen, neurodegenerativen Erkrankungen vorzubeugen oder sie abzumildern. Wie genau funktioniert das? Die Dokumentation begleitet Emma Bernhard bei den Westdeutschen Meisterschaften im Lead-Klettern. Die 22-jährige hessische Meisterin gehört zu den Top-Sportkletterinnen Deutschlands in den Disziplinen Lead-Klettern und Bouldern. Beim Klettern zählt jeder Hand-Griff. Doch was nach reiner Muskelarbeit aussieht, ist in Wahrheit ein komplexer Denkprozess. Das erfährt Emma, als sie die Sportpsychologin Dr. Lisa Musculus in der Sporthochschule Köln besucht, die ihr Kraft- und Planungspotenzial untersucht. Kletter-Profis erkennen schneller, was wichtig ist - zum Beispiel welche Griffe sie brauchen oder welche Route sie nehmen müssen - eine Kompetenz, die ihnen auch in anderen Lebensbereichen enorm hilft. Vor drei Jahren erlitt die 29-jährige Katharina Borck einen Schlaganfall und kämpft sich seitdem mit nur einer funktionsfähigen Hand zurück in ein eigenständiges Leben. An der Uniklinik Frankfurt könnte ihr eine neuartige Therapie helfen. Mit einem Neurostimulationsverfahren, das den motorischen Kortex gezielt ansprechen und stärken soll, versucht das Team um den Neurologen und Neurowissenschaftler Prof. Christian Grefkes-Hermann, die Bewegungsfähigkeit von Katharinas rechter Hand zu verbessern. Wird die Therapie gelingen? Die Hände von Uhrmachermeister Robert Hoffmann sind sein wichtigstes Werkzeug. Sie sind durch seine tägliche Arbeit feinmotorisch besonders geschult, ruhig und präzise. Sie können Bewegungen millimetergenau ausführen und spüren kleinste Unterschiede in Materialien oder Mechanik. In der Uhrenmanufaktur, in der Robert arbeitet, möchte der Entwicklungspsychologe Prof. Sebastian Suggate von der Universität Regensburg herausfinden, was in den Köpfen der Menschen passiert, die jeden Tag mit feinster Motorik arbeiten, und er startet eine Studie: Bringt eine hoch entwickelte Feinmotorik Vorteile in bestimmten Bereichen der Intelligenz? Die Doku zeigt und erzählt, warum es so wichtig ist, dass wir unsere Hände ein Leben lang schulen. Wir sollten unsere Hände trainieren, um im Kopf möglichst fit zu bleiben.