18:15
Falschparker aufschreiben, Kennzeichen prüfen, Knöllchen verteilen und sich dabei jeden Tag einiges anhören müssen: Für die Mitarbeitenden des Landesbetriebs Verkehr (LBV) gehört das zum Arbeitsalltag. Wer in Hamburg im Außendienst unterwegs ist, kennt die Situationen: Ein Auto steht im Halteverbot, eine Feuerwehrzufahrt ist blockiert oder ein Radweg wird zugestellt. Die Kontrolleure sprechen die Fahrerinnen und Fahrer an. Und nicht selten wird aus einem kurzen Gespräch ein lautstarker Streit. Die Mitarbeitenden des LBV erleben solche Situationen regelmäßig. Gleichzeitig wächst der Parkdruck in Hamburg. Immer mehr Autos stehen auf immer knapper werdenden öffentlichen Raum. Jetzt soll Technik einen Teil der Arbeit übernehmen. Der LBV testet ein neues Scan-Fahrzeug, das Parkberechtigungen automatisch überprüfen kann. Das Pilotprojekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Für die Mitarbeitenden bedeutet das: Sie müssen nicht nur mit Parksündern umgehen, sondern gleichzeitig eine völlig neue Technik im echten Straßenverkehr ausprobieren. Das Prinzip klingt zunächst einfach: Das Scan-Fahrzeug fährt durch die Straßen und erfasst die Kennzeichen der abgestellten Autos. Das System gleicht diese mit den digitalen Parkberechtigungen ab, zum Beispiel mit Bewohnerparkausweisen, Handyparken oder Ausnahmegenehmigungen. Für die Beschäftigten könnte das bedeuten: weniger Routinekontrollen, weniger Zeit am einzelnen Fahrzeug und möglicherweise auch weniger direkte Konfrontationen. Wenn das Scan-Car einen möglichen Verstoß feststellt, muss nicht automatisch der Mitarbeitende neben dem Auto stehen und den Fahrer zur Rede stellen. Die große Frage lautet: Wie zuverlässig funktioniert das System im echten Hamburger Straßenverkehr? Was passiert bei einem schlecht lesbaren Kennzeichen? Was ist mit Fahrzeugen, die gerade ankommen oder wegfahren? Wie schnell sind digitale Parkberechtigungen im System? Was passiert, wenn jemand zwar eine Berechtigung hat, diese aber noch nicht richtig hinterlegt ist? Und wie geht der LBV mit Situationen um, die die Software nicht eindeutig beurteilen kann? Doch auch die manuelle Parksünder-Erfassung bleibt vorerst bestehen. Gerade in den Brennpunktgebieten, wie St. Georg oder Billstedt, kommt es regelmäßig zu Konfrontationen mit Autofahrern. Hier zeigt sich, was Parkraumkontrolle tatsächlich bedeutet. Es geht nicht nur darum, ein Kennzeichen abzuschreiben. Die Beschäftigten müssen Situationen einschätzen, Regeln erklären, Konflikte aushalten und manchmal auch klare Grenzen ziehen. Ob das Scan-Car den Alltag der Kontrolleure wirklich leichter macht, ob es weniger Konflikte gibt und wie gut Mensch und Maschine am Ende zusammenspielen, wird sich erst im Laufe des Pilotprojekts zeigen.
18:45
Wenn Pierrot Raschdorff über ein besseres Miteinander schreibt, dann klingt das nicht nach erhobenem Zeigefinger, sondern eher nach einer charmanten Einladung, die Welt ein kleines Stück angenehmer und freundlicher zu machen angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und deutlich verrohender Sitten in Öffentlichkeit und Politik. Sein im Frühjahr erschienenes Buch "Die neue Höflichkeit" ist keine Sammlung von angestaubten Benimmregeln, sondern vielmehr eine ermutigende Anleitung für mehr Respekt, Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung im alltäglichen Umgang. Wie das in stürmischen Zeiten funktionieren kann, wird Pierrot Raschdorff auf dem Roten Sofa erklären.
19:30
* Schlaganfall überlebt, und dann? Wie kann die Schlaganfall-Lotsin bei der Nachsorge helfen * Die Krankenhausreform: Folgen für kleine Kliniken durch zu hohe Auflagen * Jubel nach Elfer-Krimi: Nachbericht zum Pokalabend von Holstein Kiel gegen Bundesligist Hoffenheim * Neue Erkenntnisse zur Eisschmelze: Kieler Forscherin wertet Antarktis-Expedition aus * Erfolgreich bei der U16-Weltmeisterschaft: Handewitter Handballerinnen kehren zurück * Von Rollkunstlauf, Tanzsport und mehr: Was ist los im Sportland SH?
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Raphael flucht in der sengenden Mittagshitze: "Sehr anstrengend, durch den lockeren Sand durchzuschieben." "Wir sind jetzt 16 Kilometer gefahren in fünf Stunden. Das ist nichts. So kommen wir hier nie durch mit unseren Wasserreserven", verzweifelt sein Reisepartner Anselm. Die Räder stecken tief im feinen Sand der Wüste Erg Chegaga fest. Der Trip droht direkt auf der ersten Etappe zu scheitern. In diesem Moment erinnern sie die Worte, die ihnen Hassan, ihre letzte Begegnung vor den Dünen, mit auf den Weg gegeben hat: "Geduld und Humor sind zwei Kamele, mit denen man jede Wüste durchqueren kann." In der neuen Folge der NDR Reihe "Young Adventurers" brechen Anselm Pahnke und Raphael Bitsos zu einer außergewöhnlichen Reise auf: Vom südlichsten Zipfel Marokkos führt ihre Route vorbei an M'Hamid über das entlegene Imilchil im Hohen Atlas bis in die Königsstadt Fès. Sie folgen den historischen Routen der Handelskarawanen, die einst Oasen, Gebirge und Städte miteinander verbanden. Mit voll bepackten Fahrrädern erleben sie hautnah das Land und die Menschen in Marokko. Um sich unterwegs verständigen zu können, lernen sie vorab Grundlagen in Tamazight, der Sprache der indigenen Amazigh. Doch die alten Karawanenpfade verlangen den Bikepackern alles ab. Im Atlasgebirge bringt ein heftiger Sandsturm das Duo an seine Grenzen. Wenn Erschöpfung und Kälte an den Kräften zehren, hilft neben heißem Kaffee und Notfallschokolade vor allem eines: "Harter Stein, kalter Fluss, eine warme Schulter vom guten Freund - ja, das trägt die Seele weiter", singen sie zur Ukulele, bevor sie ihre bepackten Räder über die steilen Stufen und Schotterwege aus der engen M'goung-Schlucht manövrieren müssen. Neben der rauen Natur prägen immer wieder bewegende Begegnungen die Reise: das gemeinsame Fastenbrechen im Ramadan, Gespräche mit Nomaden wie Ahmed über den inneren Frieden in der Wüste oder mit Mohamed, der seine Tätowierungen als Symbol der Freiheit trägt: "Ich verteidige die Freiheit, deshalb habe ich sie mir auch auf die Haut tätowieren lassen." In Fès schließt sich der Kreis beim Treffen mit der Radreisenden Maghy, die als Vorbild viele Frauen inspiriert, selbst aufs Rad zu steigen. "Young Adventurers" erzählt von einer Bikepacking-Reise in Marokko im Rhythmus einer schönen, aber auch unbarmherzigen Landschaft: nah dran am Leben der Nomaden, für die Bewegung seit jeher Heimat bedeutet. Der Film erinnert daran, dass Wüsten und Berge keine Trennlinien ziehen, sondern Menschen miteinander verbinden. Und dass diejenigen, die sich ins Ungewisse wagen, unterwegs weit mehr finden als nur ihren Weg.
21:00
Die Sonne brennt auf der Haut, feiner Staub dringt in jede Falte der Kleidung, die Luft schmeckt nach Salz und Eukalyptus. Für Kim Kristin Mauch und Eike Köhler beginnt im Süden Australiens ein Roadtrip, der sie einmal quer durch das Land führt: von Adelaide bis Perth. Für die NDR Reihe "Young Adventurers" fahren die beiden 5000 Kilometer durch abgelegene Gegenden, schwimmen in türkisblauem Wasser und fahren mitten hinein ins Outback. In einem über 20 Jahre alten Geländewagen geht es auf staubigen Straßen immer weiter die schier endlose Küste entlang. Die Nächte verbringen die beiden im Dachzelt, während der Sternenhimmel der Südhalbkugel über ihnen aufzieht. Gekocht wird auf dem Campingkocher. Auf ihrem Abenteuer verzichten die beiden auf Komfort und setzen auf ihre Begegnungen mit den Menschen in Down Under. In den Flinders Ranges treffen Kim und Eike auf Terrence Coulthard. Er gehört zu den Adnyamathanha, einem der vielen indigenen Völker des Kontinents. Eine spirituelle Zeremonie bringt ihnen die tiefe Verbindung der Adnyamathanha zur Natur näher. Gleichzeitig lernen sie, welche Wunden der Kolonialismus hier hinterlassen hat und weshalb viele den Nationalfeiertag gerne verschieben würden. Auf der Eyre-Halbinsel werden die beiden zu einer Whip Cracking-Veranstaltung eingeladen. Wobei es sich bei diesem Outback-Sport handelt und was sonst noch so typisch australisch ist, erklären ihnen die Menschen, auf die sie treffen. Überall auf ihrer Route sammeln Kim und Eike neue Erfahrungen, große und kleine Abenteuer: Sie surfen an malerischen Stränden, steigen auf einen Roadtrain und schlafen unter dem klaren Himmel des Outbacks. Doch Australien bedeutet auch: Extreme. Im Meer lauern Weiße Haie, an Land drohen Buschfeuer. Die beiden tauchen ein in eine Welt zwischen Cowboy-Traditionen und moderner Backpackerkultur. Die Bewohner Australiens entlegener Regionen sind auf junge Menschen aus aller Welt angewiesen. Zum Beispiel die Betreiber entlegener Roadhouses, in denen sich die Backpacker ihre Unterkunft und ein wenig Reisegeld verdienen. Am Ende der Reise erwartet Kim und Eike eine der härtesten Wanderungen Westaustraliens. Sie führt sie über schroffe Gipfel - und an ihre physischen Grenzen. Nicht alles gelingt. Es entsteht ein eindrucksvolles Porträt eines Landes, das so wild ist wie seine Natur - und so herzlich wie seine Menschen. Kim und Eike zeigen ein Australien, das weit über Klischees hinausgeht: ehrlich, direkt und mit viel Respekt für ein Land, das sich nicht zähmen lässt.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App.
22:00
Eine Gruppe von Klimaaktivist:innen blockiert eine Zufahrtstraße in die Lübecker Altstadt. Während der Demo durchbricht ein Autofahrer die Kette der Protestierenden und überfährt beinahe die auf den Asphalt festgeklebte Studierende Anka. Ihr Freund René folgt dem Auto mit dem Fahrrad und stellt den Fahrer schließlich in der Tiefgarage des städtischen Krankenhauses. Wenig später findet man seine Leiche im Treppenhaus der Klinik. Rechtsmediziner Dr. Strahl stellt einen Genickbruch fest. Alles deutet darauf hin, dass René die Treppen hinuntergestoßen wurde. War es zu einem tödlichen Handgemenge mit dem aggressiven Autofahrer gekommen? Und gehört der Täter zum Personal der Klinik? In Verdacht gerät ein Chirurg, der am Morgen dringend zu einer Herz-OP musste. Die Kommissare ermitteln, dass der Oberarzt wegen Raserei schon mehrmals seinen Führerschein verloren hatte. Als Mitglied der erzkonservativen Werteunion zeigt er außerdem wenig Sympathie für die Aktivist:innen. Als sich dieser erste Verdacht allerdings zerschlägt, rückt ein junger Vater in den Fokus der Ermittler: Um bei der Geburt seines Kindes dabei sein zu können, war er sehr eilig auf dem Weg in die Klinik. Kamen ihm die jungen Menschen dabei in die Quere?
22:50
Der Architekt Jan Eschenburg wird in einem Lübecker Park beim Joggen erschossen. Der gezielte Schuss trifft ihn mitten ins Herz. Das Opfer hat gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Frank und dessen Ehefrau Ellen das Stadtplanungsbüro "Lebensraum" gegründet. Ihr größtes Projekt ist die Umgestaltung eines ganzen Stadtteils zu einer autofreien Zone. Auch wenn die Stadt Lübeck das Vorhaben unterstützt, gibt es Widerstand gegen den Umbau. Liegt hier das Motiv für die Tat? Oder geht es darum, dass sich Jan Eschenburg in Max Schulte verliebt hat, der als Tankstellenbesitzer um seine Existenz fürchtet und eigentlich ein Gegner ist? Schulte besitzt einen Waffenschein und bewahrt in seiner Werkstatt neben den alten Flinten seines Großvaters auch ein modernes Jagdgewehr mit Zielfernrohr auf. Aber auch Ellen Eschenburg, eine frühere Biathletin, gerät in Verdacht. Sie ist eine gute Schützin und hat ihr gesamtes Erbe in das Büro gesteckt. Ist das nach außen harmonische "Lebensraum"-Team in Wahrheit tief zerstritten?
23:35
Eine idyllische Kleingartenanlage, direkt am Wasser gelegen - paradiesische Zustände inmitten der Großstadt. Zumindest äußerlich, denn hinter Hecken und Holunder knirscht es in der Vereinsgemeinde: Das Gelände soll bebaut werden, Hamburg braucht Wohnungen. Rentner Karsten Mohnke hat sich als Einziger die Abfindung zahlen lassen, doch niemand weiß davon. Wirklich niemand? Plötzlich finden Bente Hinrichs (Sinha Melina Gierke) und Lukas Petersen (Patrick Abozen) den Rentner mit einer blutenden Kopfwunde, von der er nicht weiß, wer sie ihm zugefügt hat. Als dann noch die Büros und der Serverraum des beauftragten Bauunternehmens verwüstet werden, scheint der Protest gewalttätige Ausmaße anzunehmen. Nils Sanchez (Enrique Fiß) erfährt die Wohnungsnot am eigenen Leib: Er braucht wegen einer Eigenbedarfskündigung eine neue Bleibe, die Lage scheint jedoch aussichtlos. Selbst Kollegin Bente hilft als vermeintliche Verlobte nicht. Als Nils bei einer Besichtigung in Polizeiuniform einen besonders guten Eindruck machen will, steht ausgerechnet ein "Bullenhasser" vor ihm.