20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Das Steinhuder Meer, Norddeutschlands größter Flachsee, ist mit seinen angrenzenden Mooren, Erlenbrüchen und Feuchtwiesen Naturparadies und Naherholungsgebiet in einem. Segelrevier, Strandbad, aber auch Lebensraum für seltene Tiere. Der 30 Quadratkilometer große See im Westen Hannovers ist ein Paradebeispiel für Naturschutz, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Biologen haben am größten See Niedersachsens in den vergangenen 25 Jahren eine Fülle von Lebensräumen wiederhergestellt und viele längst verschwundene Tierarten wiederangesiedelt. Der Mensch hat das Gebiet im Westen Hannovers seit jeher geprägt, sei es im Negativen, als in den 1950er-Jahren zahlreiche Feuchtgebiete entwässert wurden, sei es im Positiven, so wurden das Ost- und Westufer zum insgesamt 310 Quadratkilometer großen Naturpark erklärt. Inzwischen sind viele Flächen wieder voller Leben. Naturschützer renaturierten Feuchtwiesen und Moore, die in Norddeutschland zu den wichtigsten Lebensräumen für seltene Arten zählen. Die Tierfilmer Svenja Schieke und Ralph Schieke beobachteten zwei Jahre lang mit der Kamera das außergewöhnliche Tierleben am Steinhuder Meer. Das Steinhuder Meer ist eine wichtige Drehscheibe des Vogelzugs. Im Winter rasten hier bis zu 40.000 Vögel, darunter fast 20.000 Blässgänse aus Sibirien. Im Frühjahr machen Laubfrösche mit ihrer ohrenbetäubenden Balz auf sich aufmerksam. Sie leben oft in denselben Teichen wie Europäische Sumpfschildkröten, beides Arten, die hier ausgestorben waren. Über den Wiesen kreisen nach 100 Jahren wieder Fischadler. Naturschützer bauten künstliche Nisthilfen und setzten gezielt Karauschen als mögliche Beutefische aus. Mittlerweile brütet wieder ein Dutzend Adlerpaare am See. In den Moorgebieten legten Biologen Lebensräume für die gefährdete Kreuzotter an, die sich seitdem wieder vermehrt. Feldgrillen wurden gezielt angesiedelt, um die ausgestorbenen Insekten zurückzubringen. Mit Erfolg, die Grillen vermehren sich stark und locken Vogelarten wie den Wiedehopf an, der sich von Großinsekten ernährt.
21:00
Hubertus Meyer-Burckhardt ist mit 100 Jahre alten Reiseführern auf Spurensuche im Norden und findet dieses Mal vor allem auf alten Fotos, Postkarten und Filmen spannende Geschichten im Norden. Sexy Fotowettbewerbe in Niendorf In Niendorf trifft er den Urenkel des Fotografen Otto von Thun, der mit gewitzten Inszenierungen für ungewöhnliche Fotos in den 1920er-Jahren sorgte. Für einen Fotowettbewerb durfte dann auch gerne mal etwas mehr Haut gezeigt werden. Ein Chor, der aus der Kälte kam Warm anziehen musste man sich hingegen 1928/29 in Kiel: Im Eiswinter froren Nord-Ostsee-Kanal und Ostsee zu, Schiffe saßen fest, die Lotsen auch - ohne Arbeit, aber mit einer Idee: Sie gründeten den Lotsengesangverein Knurrhahn. Bis heute schmettern die Mitglieder Shantys und Sea Songs - Hubertus Meyer-Burckhardt besucht sie und singt mit. Alte Zöpfe müssen ab Ein alter Werbefilm von 1920 führt weiter nach Celle: Ein Friseur schneidet einer Dame die beeindruckend langen Haare ab und frisiert ihr eine Wasserwelle. Ganz nach dem Motto der Jahre nach dem Kaiserreich: "Die alten Zöpfe müssen ab!" Doch wer hat diesen Film in Auftrag gegeben? Hubertus geht auf Spurensuche. Tödliche Tricks in Güstrow Eine Werbepostkarte für einen Wanderzirkus bringt Hubertus Meyer-Burckhardt schließlich nach Güstrow. Hier hat die Artistenfamilie Malmström 1917 ihr Quartier aufgeschlagen. Und Torsten Malmström, der letzte Artist der Familie, berichtet von aufregenden und manchmal leider lebensgefährlichen Geschichten aus seiner 300-jährigen Familientradition. Stationen dieser Zeitreise: Niendorf - Travemünde - Kiel - Hamburg - Sittensen - Scheeßel - Celle - Nienburg - Güstrow
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
Isa von Brede und Markus Gellert vertreten gemeinsam den Auszubildenden Samuel Haber, der bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt wurde. Der Lehrling der HaMet AG, einem metallverarbeitenden Betrieb, hatte sich bei der Arbeit an der Stanzmaschine die Sehnen der rechten Hand durchtrennt. Eine Woche später erhielt er die fristlose Kündigung mit der Begründung, er habe während der Arbeit Marihuana konsumiert und damit gegen den Ausbildungsvertrag verstoßen. Samuel ist verzweifelt, denn er braucht dringend eine teure Operation, die seine Kasse nicht zahlen will. Sein Ausbilder Martin Posner bringt die Anwälte schließlich auf eine heiße Spur. Daraufhin konfrontieren die Anwälte den Geschäftsführer der HaMet AG vor Gericht mit Fragen zur Beschleunigung von Arbeitsabläufen an den Maschinen. Zur gleichen Zeit unterstützt Isa von Brede Gudrun in ihrem Kampf um das Pflegekind Tina. Die Angestellte des Jugendamts, Lydia Gemper, hatte Gudrun in ihrer Beurteilung für ungeeignet erachtet, ein Kind großzuziehen, weil sie zur Gewalt neige. Isa setzt eine Anhörung im Jugendamt durch, um alle Parteien an einen Tisch zu bringen.
22:50
In der Kanzlei grassiert die Sommergrippe, die sich auf die Partner ganz unterschiedlich auswirkt: Das Fieber macht Markus Gellert hyperaktiv. Isa von Brede, die sich mit homöopathischen Mitteln eindeckt, fesselt die Krankheit dagegen vorübergehend ans Bett. Gellert vertritt den Tischler Harald Vollmer, der durch die Einnahme eines Antibiotikums gesundheitlich so stark geschädigt ist, dass er im Rollstuhl sitzt und seine Familie nicht mehr ernähren kann. Der Urologe Jens Hartwig hatte ihm das Medikament verschrieben, ohne ihn auf das besondere Risiko des Mittels hinzuweisen. Doch er weist jede Schuld von sich. Die Kanzlei findet heraus, dass das Medikament in den USA nur noch in Notfällen verabreicht und mit einer sogenannten Blackbox, einer dicken schwarzen Umrandung auf dem Beipackzettel, versehen wird. Warum wurde in Deutschland darauf verzichtet? Gellert nimmt den Kampf gegen die Pharmaindustrie auf, David gegen Goliath! Gleichzeitig versucht er, dem Klempner Hannes Bove zu helfen, der sich darauf eingelassen hat, schwarz zu arbeiten und jetzt vom Bauherren Jörg Höllrich nicht bezahlt wird. Als auf der Baustelle ein Feuer ausbricht, gerät der Installateur in Verdacht, den Brand gelegt zu haben. Zu allem Überfluss kommt Isas alte Liebe und Ex-Mann zu Besuch, Robert Seebacher, zu dem sich Isa noch immer hingezogen fühlt.
23:40
Die Zahl klingt unglaublich: 10.000 Schiffs- und Flugzeugwracks sollen in der Nordsee liegen. Darunter 700 Kriegsschiffe aus den Weltkriegen, noch voll beladen mit rostender scharfer Munition. Politik und Behörden in ganz Europa haben dieses gigantische Problem jahrzehntelang ignoriert. Ein Team von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern möchte das jetzt ändern. Erstmals machen sich Forschende aus mehreren europäischen Ländern auf die Suche nach den gefährlichen Hinterlassenschaften der Kriege. 15 Wracks nehmen sie in der deutschen, belgischen, dänischen und niederländischen Nordsee unter die Lupe und untersuchen die Munition an Bord. Mit erschreckenden Ergebnissen. Denn aus den Wracks strömt hochtoxisches TNT, das die Tierwelt in der Umgebung und möglicherweise auch die Menschen vergiftet. Doch die Forschung steht erst ganz am Anfang. Allein die giftigen Schiffe zu erfassen und zu katalogisieren ist eine Aufgabe, die Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Die Dokumentation von Autor Frido Essen beschäftigt sich aber nicht nur mit dem wachsenden Problem der rostenden Metallkolosse, die schleichend die Umwelt vergiften. Auch sehr viel akutere Bedrohungen wie gefährliche Funde an Stränden oder treibende Seeminen werden gezeigt. Und: Vor der englischen Küste liegt ein Wrack, das so gefährlich ist, dass sogar die Menschen im entfernten London davor seit Jahrzehnten zittern. Das Fatale: Es handelt sich um ein Problem, das nicht lösbar scheint.