18:45
Die Wünsche und Bedürfnisse junger Menschen in Deutschland sind das Forschungsfeld von Dr. Steffi Burkhart. Konkret geht es ihr um die Geburtsjahrgänge von 1980 bis in die 2010er-Jahre, die landläufig als Generationen Y, Z und Alpha bezeichnet werden. Sie selbst kam 1985 zur Welt, studierte Sportwissenschaften, promovierte in Gesundheitspsychologie und arbeitete unter anderem als Hochschuldozentin, bevor sie sich vor gut zehn Jahren als Autorin und Unternehmensberaterin selbstständig machte. Weil sie bei Politik und Wirtschaft ein fehlendes Verständnis für ihre Altersgenossinnen und - genossen festgestellt hat, macht sie sich öffentlich für deren Belange stark - vor allem in der Arbeitswelt.
19:30
30 Minuten regionale Informationen und Hintergründe: Worüber spricht das Land - was bewegt die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern? Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern ab NDR Text Seite 160 und im Internet: www.ndr.de/mv
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Der Kaiserstuhl ist ein einzigartiges Naturparadies. Auf dem Vulkanhügel am Oberrhein beträgt die Bodentemperatur im Sommer über 60 Grad. Vielen Tieren ist das zu heiß - nur wahre Hitzespezialisten halten diese Temperaturen aus: Bienenfresser, Gottesanbeterin, Smaragdeidechse und Wiedehopf ziehen hier ihre Jungen groß. Das besonders sonnige und warme Klima lockte in einer Warmzeit vor 8.000 Jahren schillernde Tierarten vom Mittelmeer an. Als es dann wieder kälter wurde, überlebten sie wie Schiffbrüchige auf der "Wärmeinsel" Kaiserstuhl. So wurde der alte Vulkan zu einem Zentrum der Artenvielfalt und einzigartig für die Natur Deutschlands. Im Frühling ist es echten Sonnenanbetern selbst hier noch nicht warm genug. Schmetterlinge heizen mit vielen Tricks ihre Körper möglichst schnell in der Sonne auf, um ins pralle Leben zu starten. Der Smaragdeidechsenmann sucht nach sechs Monaten Winterruhe dringend ein Weibchen - ein Weg mit vielen Hindernissen. Der Bienenfresser stopft seiner Erwählten nicht nur Bienen, sondern die halbe Insektenpracht des Kaiserstuhls in den Schnabel, bis sie ihn endlich erhört. Und für das Männchen der Gottesanbeterin ist die Paarung eine lebensgefährliche Mission. Doch auf dem Kaiserstuhl leben auch Tiere, die Hitze gar nicht mögen: Eine Familie Rotfüchse hat einen kühlen Bau in eine Lösswand gegraben und verlagert ihr Leben im Sommer ganz in die Nacht. Mit dem Klimawandel wird die Sommerhitze im Kaiserstuhl unerbittlich. Die Feldwespen kämpfen darum, dass ihre Larven im offenen Nest nicht gegrillt werden. Und die Zebraschnecken tun alles, dass sie am heißen Boden nicht vertrocknen. Wie leben und überleben die Tiere des Kaiserstuhls an einem so heißen Ort?
21:00
Yared Dibaba ist, wie schon sein Vorgänger Hubertus Meyer-Burckhardt, mit rund 100 Jahre alten Reiseführern, Postkarten und Fotos sowie historischen Filmen im Norden unterwegs, immer auf der Suche nach Menschen und ihren Geschichten, nach Schauplätzen und Merkwürdigkeiten, die schon damals erwähnt wurden und deren Spuren noch heute zu finden sind. Yared Dibabas Stationen sind so vielfältig wie der Norden selbst: "unsittliches Treiben" am Hamburger Elbstrand, Schirme schwingende Tanten in Flensburg und ein Diktator in Bremen. Yared Dibabas Stationen sind so vielfältig wie der Norden selbst: Auf seiner ersten Reise stößt er auf eine Beschwerde der Christusgemeinde Othmarschen von 1928 über "unsittliches Treiben" am Strand von Hamburg- Oevelgönne. Yared begibt sich mit einem alten Reiseführer, dem "Krögers Führer durch die Elbgegend", auf Spurensuche des wilden Strandlebens und lässt sich von Historikerin Viktoria Urmersbach vom Geschichtsverein Ottensen erklären, wie es am Elbstrand zu einer Art "Ballermannisierung" in den 1920er-Jahren kam. Im Harz spürt Yared dem Wirken von Adolf Just nach, der nicht nur Heilerde erfand, sondern auch eine der größten Naturheilanstalten Deutschlands gegründet hat: den Jungborn. Hier entspannten Promis wie Marika Rökk und Hans Albers bei vegetarischer Kost und spartanischer Unterbringung in zwang- und hüllenloser FKK-Atmosphäre. Auch Franz Kafka genoss schon 1912 seine Zeit im Jungborn und echauffierte sich im Tagebuch über "nackte Männer, die über Heuhaufen springen". Ein besonderer Slang in Flensburg Yareds Liebe zum Plattdeutschen führt ihn nach Flensburg, wo es einen ganz besonderen Stadt-Slang geben soll: Petuh, seit dem 19. Jahrhundert überregional bekannt durch die sogenannten Petuh-Tanten. Gut situierte Damen, die sich eine Dauerkarte, ein Partout-Billet, für die Fördedampfer leisten konnten und dort eine feste Institution waren. Mit Hilke Rudolph, studierte Frisistin und als Stadtführerin ganz Petuh-Tante, spricht er über das strenge Regiment der alten Damen damals und erfährt, wo die Petuh-Sprache bis heute überlebt hat, zum Beispiel in den "Werner"-Comics. In Bremen entdeckt Yared in einer alten Vereinszeitschrift des SV Werder Bremen einen "Diktator". So wurde der Kaufhausbesitzer Fritz Schlotte in den 1920er-Jahren genannt, als er von den Vereinsmitgliedern des SV Werder Bremen für ein Jahr zum uneingeschränkten Herrscher über die Geschicke des Vereins gewählt wurde. Wie es zu dieser Situation kam, erfährt Yared vom Archivar des SV Werder Bremen, Hans-Joachim Wallenhorst. Auch sonst war Fritz Schlotte eine faszinierende Persönlichkeit. Als ihm, dem Besitzer eines Luxuskaufhauses, dennoch der Zutritt zum edlen Tennisverein Club zur Vahr verweigert wurde, gründete er kurzerhand seinen eigenen Tennisclub, der bis heute existiert. Im Bremer Bürgerpark sucht Yared nach den Kängurus, die laut seinen alten Reiseführern hier gehalten wurden. Parkdirektor Tim Großmann klärt ihn bei einer Bootstour darüber auf, warum es bis ins 20. Jahrhundert exotische Tierarten im Bürgerpark gab.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
Markus Gellert muss einen Mordfall in der Familie klären. Seine Ex-Frau Maja soll ihren Lebensgefährten erschlagen haben. Kommissar Hansen präsentiert auch ein Motiv: Das Opfer war ein aktenkundiger Heiratsschwindler, der bereits mehrere Frauen mit der gleichen Masche um hohe Summen betrogen hat und deswegen schon im Gefängnis saß. Während Gellert sich darum bemüht, Majas Unschuld zu beweisen, indem er mit anderen geschädigten Frauen Kontakt aufnimmt, verschafft sich Gudrun widerrechtlich Zugang zur Wohnung des Betrügers und kommt damit einer ganz anderen Geschichte auf die Spur. Yasmin bewährt sich währenddessen als Eheberaterin und Mediatorin. Im Auftrag Gellerts kümmert sie sich um ein junges Paar, das sich gerade getrennt hat und um das "Sorgerecht" für den gemeinsamen Hund streitet. Isa von Brede verbringt währenddessen glückliche Tage mit ihrem Ex-Mann Robert Seebacher, dessen frühe Gemälde in einer Ausstellung präsentiert werden sollen. Der Abend der Eröffnungsausstellung nimmt aber eine ungeahnte Wendung.
22:50
Isas Exmann Robert wird vorgeworfen, Bilder seines Lehrmeisters, eines berühmten Malers, nach dessen Tod gefälscht und teuer verkauft zu haben. Robert beteuert seine Unschuld, obwohl alles gegen ihn spricht. Isa von Brede und Markus Gellert spüren, dass er ihnen nicht die ganze Wahrheit sagt. Ohne Isa einzuweihen, sucht Gellert nach Antworten in Roberts Vergangenheit - und findet die Kunstlehrerin Antje Siebert, mit der Robert nach der Trennung von Isa zusammenlebte. Mit ihrer Aussage lässt sich der Fall lösen, aber für Isa bedeutet es auch, eine Entscheidung zu treffen. Mitten in diese Situation schlägt wie eine Bombe die Nachricht ein, dass Gellert und Isa von der Anwaltskammer vorgeladen werden. Ihnen wird vorgeworfen, zum Wohl ihrer Mandanten ungesetzliche Mittel genutzt zu haben. Es geht um Einbruch, Diebstahl und Manipulation. Das Verfahren, angestrengt von Intimfeind Gisbert Rottmann, könnte den Ausschluss der beiden aus der Anwaltskammer und damit das Ende der Kanzlei bedeuten. Bei allem Ärger müssen sie auch noch zwei FKKler vertreten, die sich während einer Wanderung auf einem Nacktwanderweg verirrt haben und auf einem Bauernhof gelandet sind. Der Hofbesitzer hetzte seinen Hund auf sie und zeigte sie wegen Belästigung der Allgemeinheit und Hausfriedensbruch an. Isa sucht nach Zeugen und begibt sich dafür ins Vereinshaus des Nacktwanderer-Vereins.
23:40
Leni Riefenstahl war im Nationalsozialismus gefeierte Filmemacherin und Symbolfigur für die Verstrickung von Kunst und Propaganda. Riefenstahls Werke wie "Triumph des Willens" und "Olympia" gelten als Meilensteine der Filmgeschichte. Ihre ikonografischen Bildwelten stehen für perfekt inszenierten Körperkult, für die Feier des Überlegenen und Siegreichen - und zugleich auch für das, was diese Bilder nicht erzählen: die Verachtung des Unvollkommenen, des vermeintlich Kranken und Schwachen, die Überlegenheit der einen über die anderen. Die Ästhetik ihrer Bilder ist präsenter denn je - und damit auch ihre Botschaft? In seinem Dokumentarfilm geht Andres Veiel dieser Frage anhand bislang unveröffentlichter Dokumente aus ihrem Nachlass nach: private Filmaufnahmen, Tonbandmitschnitte, Briefe und Fotografien zeichnen ein neues, vielschichtiges Bild. 700 Kisten sichteten das Team um Regisseur Veiel und Produzentin Sandra Maischberger. Dabei wurde deutlich: Die strikte Leugnung, die Wechselwirkung ihrer Kunst mit dem Terror des Regimes nach dem Krieg anzuerkennen, entpuppt sich als mehr als nur eine abgewehrte Schuld. In persönlichen Dokumenten trauert Riefenstahl ihren "gemordeten Idealen" nach. Damit steht sie für viele, die in Briefen und aufgenommenen Telefonaten ihres Nachlasses von einer "ordnenden Hand" träumen, die endlich mit dem "Scheißstaat" aufräumt. Produzentin Sandra Maischberger betont: "Leni Riefenstahls 100-jährige Lebens- und Wirkungsgeschichte ist ein Schlüssel zum Verständnis der Mechanismen von Manipulation, wie sie uns gerade wieder begegnen. Unser Film ist nicht nur eine Reise in die deutsche Vergangenheit, sondern bietet mit jedem weiteren Tag einen beunruhigenden Blick auf unsere Gegenwart und wird hoffentlich zur Warnung vor einer möglichen Zukunft. Seit der Premiere beim Filmfest in Venedig hat "Riefenstahl" eine unglaubliche und sehr erfolgreiche Reise um die Welt angetreten. Die Resonanz war überall groß und hat in jedem Land ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte für intensive Debatten geboten."