04:50
3. Dezember 1984: Als die Nacht über der indischen Industriestadt Bhopal heranbrach, ahnte keiner der etwa eine Million Einwohner, welche Katastrophe ihre Heimat wenige Stunden später heimsuchen würde: In einem Werk des US-Chemiekonzerns Union Carbide kam es durch eine Fehlfunktion in den Tanks zur Freisetzung von 40 Tonnen Methylisocyanat - einer hochgiftigen Substanz, die zur Produktion von Schädlingsbekämpfungsmitteln eingesetzt wird. Eine Gaswolke trieb über die angrenzenden Elendsviertel hinweg, der etwa eine halbe Million Menschen ausgesetzt waren.
05:35
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges galt das deutsche Schlachtschiff "Bismarck" als das weltweit größte seiner Art. Seit seiner Indienststellung im Sommer 1940 griff der schwimmende Gigant im Atlantik immer wieder britische Konvois an. Insofern stellte die "Bismarck" eine ständige Bedrohung für Großbritannien dar, denn die Versorgungsschiffe aus Nordamerika waren für das von Hitlers Truppen belagerte Königreich buchstäblich überlebenswichtig. Eine Niederlage Englands hätte den weiteren Verlauf des Krieges massiv zugunsten Nazideutschlands beeinflusst.
06:40
Die Arbeit der Spezialisten gleicht einem kniffligen Riesenpuzzle: Bei schlechter Sicht streift die Maschine des Frachtfluges UPS Flug 1354 im August 2013 bei einem nächtlichen Landeanflug auf einen Flughafen in Alabama die Baumwipfel und stürzt rund eine Meile vor der Landebahn ab. Die Unfallermittler sind rasch vor Ort. Und dennoch: Sie müssen zunächst akribisch die mitgeschnittenen Gespräche im Cockpit des Flugzeuges auswerten und schließlich den Landeanflug im Flugsimulator nachstellen. Erst dann sind sie in der Lage, herauszufinden, was die eigentliche Absturzursache dieses fatalen Nachtfluges war.
07:25
Die McDonnell Douglas-Maschine des Alaska-Airlines-Fluges 261 befindet sich am 31. Januar 2000 auf dem Weg vom mexikanischen Puerto Vallarta nach Seattle. Unweit von Los Angeles verliert der Pilot plötzlich die Kontrolle. Offenbar gibt es Probleme mit der Trimmung: Die Abstimmung zwischen Höhen-, Seiten- und Querruder funktioniert nicht mehr. Mit purer Muskelkraft versucht die Crew, die Katastrophe zu verhindern. Vergeblich - die MD-83 stürzt kopfüber in den Pazifik. Alle 88 Menschen an Bord kommen ums Leben. Nun gilt es, die Wrackteile aus dem Meer zu bergen und die Ursachen des Unglücks aufzuklären.
08:10
September 1944: Nachdem die Alliierten große Teile von Frankreich, Luxemburg und Belgien aus der Hand der deutschen Besatzer befreit haben, ist es Zeit für die nächste Phase von General Bernard Montgomerys ehrgeizigem Plan: Er will den Krieg noch 1944 beenden. "Operation Market Garden" ist die bis dahin größte Luftlandeoperation des Krieges, doch Selbstüberschätzung und Fehlkalkulationen gefährden ihren Erfolg. Den weit hinter den feindlichen Linien abgesetzten alliierten Truppen gelingt es nicht, die vorgesehenen Brückenköpfe zu erobern. Vom Nachschub abgeschnitten, geraten sie selbst in Lebensgefahr.
08:55
Dezember 1944: Hitler ist fest entschlossen, die einen Monat zuvor von den Alliierten aus deutscher Kontrolle befreite belgische Hafenstadt Antwerpen zurückzuerobern - zu wichtig erscheint Antwerpen als Nachschubhafen für die Gegner des Reiches. Die deutsche Ardennenoffensive richtet sich gegen schlecht verteidigte alliierte Stellungen. Der Erfolg der Operation hängt davon ab, Antwerpen in einem schnellen Vorstoß zu erobern, bevor die Alliierten reagieren können. Bei der belgischen Kleinstadt Bastogne gelingt es US-Truppen in verlustreichen Kämpfen, den Vormarsch der Wehrmacht zum Erliegen zu bringen.
09:45
Im Mai 1991 gerät die Boeing 767 des Lauda Air-Fluges 004 ins Trudeln und fällt wie ein Stein vom Himmel. Dabei kommen alle 223 Passagiere um. Niki Lauda spricht über die folgenschwere Katastrophe.
10:30
Auf einem Routineflug von Surabaya nach Hongkong häufen sich an Bord von Cathay-Pacific-Flug 780 rätselhafte Triebwerkswarnungen. Schließlich verlieren beide Triebwerke an Leistung, und die Maschine gleitet nahezu ohne Schub weiter. Kapitän Malcolm Waters steuert den Airbus Richtung Hongkong und verhindert eine Notwasserung. Kurz vor der Landung liefert ein Triebwerk wieder mehr Schub, lässt sich jedoch nicht mehr richtig regulieren. Es folgt eine riskante Hochgeschwindigkeitslandung mit anschließender Evakuierung. Ermittler stoßen schließlich auf die Ursache des Vorfalls: verunreinigter Treibstoff.
11:20
Drei reale Katastrophen werden mit modernster 3D-Technik, forensischer Präzision und wissenschaftlicher Expertise rekonstruiert: Warum kam es im japanischen AKW Fukushima nach einem gewaltigen Erdbeben zum Super-GAU? Wie konnte ein 60 Meter hoher Baukran mitten in Manhattan in die Tiefe stürzen? Und weshalb verwandelte sich der US-Flugzeugträger "USS Forrestal" nach einer Explosion in eine tödliche Falle, die 134 Menschen das Leben kostete? Schritt für Schritt deckt "Anatomie einer Katastrophe" die wahren Ursachen hinter den Tragödien auf - von winzigen Materialfehlern bis zu fatalen Entscheidungen.
12:05
Der Hadrianswall, zwischen 122 und 128 n. Chr. an der Nordgrenze der römischen Provinz Britannia inferior errichtet, bildete eine rund 118 Kilometer lange Befestigungsanlage aus Mauern, Gräben, Türmen und Kastellen. Die Forschung geht heute davon aus, dass das Bauwerk sowohl gegen Überfälle schottischer und irischer Stämme aus dem Norden schützen als auch die Erhebung von Zöllen auf den Warenverkehr erleichtern sollte. Diese bildeten eine wichtige Einnahmequelle für das Reich. Heute rekonstruieren Wissenschaftler anhand archäologischer Funde den Alltag der Menschen am äußersten Nordrand des Imperiums.
12:55
Neben Pompeji, das 70 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs unter Asche begraben wurde, traf die Katastrophe auch das Küstenstädtchen Herculaneum. Eine glühend heiße Mischung aus Gas- und Feststoffen - ein sogenannter pyroklastischer Strom - wälzte sich als schwarze Wolke aus dem explodierenden Vulkankrater hangabwärts und begrub Häuser und Menschen unter sich. Heute ist die Ascheschicht über Herculaneum etwa fünfmal dicker als die über dem weiter entfernt gelegenen Pompeji. Die gut erhaltenen Überreste - insbesondere die der menschlichen Opfer - liefern der Forschung auch heute noch neue Erkenntnisse.
13:40
Lange galt Maria Stuart als impulsive Herrscherin, die durch eigene Fehlentscheidungen ins Verderben geriet. Doch Historiker Dan Snow und Professorin Suzannah Lipscomb zeichnen mithilfe neuer Erkenntnisse ein differenzierteres Bild der schottischen Königin. Ihre Spurensuche führt sie durch Frankreich, Schottland und England, wo sie seltene Dokumente und erst kürzlich entschlüsselte Geheimbriefe auswerten. War Maria Stuart tatsächlich selbst für ihr tragisches Ende verantwortlich - oder besiegelten politische Intrigen, mächtige Gegner und das Handeln ihrer Cousine Elisabeth I. schließlich ihr Schicksal?
14:30
1491 erhebt ein elegant gekleideter junger Mann Anspruch auf den englischen Thron. Er gibt sich als Richard, Duke of York, aus - einer der beiden verschwundenen Prinzen im Tower. Schon bald gewinnt er die Unterstützung europäischer Herrscher und wird zur ernsthaften Bedrohung für König Heinrich VII. Dan Snow und Suzannah Lipscomb rekonstruieren das politische Katz-und-Mausspiel zwischen dem Tudor-Herrscher und seinem Rivalen. Mithilfe neuer Hinweise gehen sie der Frage nach, ob Perkin Warbeck tatsächlich nur ein Hochstapler war - oder der rechtmäßige Erbe der englischen Krone.
15:15
Bis in die letzten Kriegstage hinein waren hunderttausende Soldaten und Zivilisten bereit, für "Führer und Vaterland" zu sterben. Doch was motivierte sie, selbst in auswegloser Lage weiter zu kämpfen? Drakonische militärische Disziplin und der allgegenwärtige Terror der SS waren dabei wichtig - doch nicht zuletzt die NS-Propaganda hatte seit 1933 alles getan, um blinden Gehorsam zu fördern und vermeintliche wie tatsächliche Gegner als entmenschlichte Kreaturen zu diffamieren. Erdacht und umgesetzt wurden die Strategien dazu im "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" unter Joseph Goebbels.
16:05
Nachdem die deutsche Wehrmacht im Juni 1940 Norwegen besetzt hatte, ließ Hitler das Land in eine gigantische Festung verwandeln. Entlang der knapp 2.400 Kilometer langen Küstenlinie entstand ein gewaltiges Verteidigungsbollwerk inklusive einer der größten Artilleriestellungen der Welt. Ziel war es, eine Invasion der Alliierten zu verhindern. Norwegen auf alle Fälle zu halten, hatte für die Nazis vor allem deshalb höchste Priorität, weil von hier aus die Sowjetunion angegriffen werden konnte - und weil ein norwegisches Wasserkraftwerk für die Verwirklichung von Hitlers Atombombenplänen unverzichtbar war.
16:50
Weihnachten 1944: Im Rahmen der sogenannten "Ardennenoffensive" stoßen deutsche Truppen durch Belgien vor, um die Hafenstadt Antwerpen einzunehmen. Nach Hitlers Kalkül sollen so die Nachschubwege der Alliierten blockiert und damit ihr Vormarsch verlangsamt werden. Am äußersten westlichen Rand der Ardennen kämpft das 517. US-Fallschirmjägerregiment darum, den deutschen Durchbruchsversuch aufzuhalten. Während der intensiven Gefechte wird ein junger amerikanischer Kundschafter von seinen Kameraden getrennt. Plötzlich befindet er sich hinter den feindlichen Linien und muss sich allein durchschlagen.
17:40
In einem dänischen Moor wird eine 2.400 Jahre alte Leiche entdeckt. Sie ist so gut erhalten, dass selbst Bartstoppeln sichtbar sind - ebenso wie ein Seil um den Hals. Handelt es sich um einen ungeklärten Mordfall aus der Antike? Außerdem geht es um eine vermeintlich bahnbrechende Maschine, die um 1900 von dem Arzt Albert Abrams entwickelt wurde. Sie soll mithilfe von Radiowellen Krankheiten erkennen. Tausende lassen sich untersuchen, doch die Fachwelt bleibt skeptisch. In Berlin wirft die Büste von Nofretete Fragen auf: War das Gesicht der Königin nicht so makellos, wie es die Skulptur vermuten lässt?
18:25
NATIONAL GEOGRAPHIC rekonstruiert und analysiert eine der verheerendsten Naturkatastrophen aller Zeiten: Die Tsunami-Flut Ende 2004 in Südostasien. Die Sendung sucht Antworten auf die zentralen Fragen: Wie konnte es zu einem solchen Unglück kommen? Was geschah wirklich am Unglückstag? Und wie leben die Menschen heute unter dem Erbe der Katastrophe?
19:20
10. Januar 1954: Kurz nach dem Start in Rom zerbricht eine Comet-Passagiermaschine im Steigflug über dem Mittelmeer in der Luft. Alle 35 Insassen finden den Tod. Die Opfer weisen seltsame Verletzungen auf, die Absturzursache bleibt schleierhaft. Nur drei Monate später verunglückt eine weitere Comet unter ähnlichen Umständen zwischen Sizilien und Sardinien. Diesmal sterben 21 Menschen. Wieder sind die Opfer von äußerst ungewöhnlichen Verletzungen gezeichnet. Erneut stehen die Ermittler vor einem Rätsel.
20:15
Was wäre, wenn wir mit Sicherheit wüssten, dass die Erde in wenigen Jahrzehnten zerstört würde, ohne dass wir etwas dagegen unternehmen könnten?
21:45
Ihrem Entdecker Galileo Galilei erschienen sie 1610 als massive Ausbuchtungen am Rande der Planetenscheibe des Saturn. Spätere Beobachtungen und die Forschungsmissionen des 20. Jahrhunderts enthüllten dann schrittweise den wahren Charakter des Rings. So besteht er aus Objekten, die die Größe eines Staubkorns aber auch mehrere Meter Durchmesser haben können. Von 2004 bis 2017 lieferte der Cassini-Orbiter - u.a. beim Durchflug des Ringsystems - neue, aufsehenerregende Messergebnisse: Offenbar sind die Ringe nicht nur weitaus jünger als bis dahin angenommen, sie könnten auch nach und nach verschwinden.
22:35
Im Golf von Mexiko werden nicht nur Wracks uralter Piratenschiffe gefunden. Auch die Spuren krimineller Handlungen aus jüngster Vergangenheit bleiben hier nicht verborgen. So widmet sich "Enthüllt: Geheimnisse der Meere" in dieser Folge u.a. einem mysteriösen Flugzeugwrack, das in den karibischen Gewässern entdeckt wurde. Dabei geht es auch um die geheimen Tunnelsysteme, die von Mexiko aus in die Vereinigten Staaten von Amerika führen und dazu dienen, Rauschgift zu schmuggeln. Sobald die Drogen die Grenze überwunden haben, sorgen die Kartelle dafür, dass der Stoff über die USA weltweit exportiert wird.
23:20
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte Alaska als "Russisch-Amerika" zu Russland. Vitus Bering und Alexei Tschirikow hatten bereits 1741 die Südküste und Teile der Aleuten erforscht. Bering war es auch, der im Auftrag des Zaren, die nach ihm benannte Meeresstraße durchsegelte. Die Besitzverhältnisse änderten sich erst 1867, als Russland das Gebiet für 7,2 Millionen Dollar an die USA verkaufte. Die Jagd nach einem legendären Geisterschiff führt ein Forschungsteam hierher und liefert nach 150 Jahren neue Hinweise zum Verbleib einer amerikanischen Flotte, von der viele glaubten, sie sei für immer verloren.