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TV Programm für MDR Sachsen am 18.08.2026

Jetzt

Einfach genial 19:50

Einfach genial: Bruchsicheres Glas

Infomagazin

Der 37-jährige Martin Groß aus Freiberg in Sachsen hat ein Verfahren zur Herstellung von bruchsicherem Glas in jahrelanger Tüftelarbeit wiederbelebt und weiterentwickelt. Das gab es nämlich bereits in der DDR. In der Mangelwirtschaft mussten Produkte wie Gläser langlebig sein. Nach der Einführung der Marktwirtschaft in Ostdeutschland - einer Wirtschaftsform, die von Verschleiß und Konsum lebt - wurde die Produktion eingestellt. Zudem war sie langwierig und teuer. Beim weiterentwickelten Verfahren aus Freiberg wird das alte chemische mit einem anderen Verhärtungsverfahren kombiniert. Laut Martin Groß soll das behandelte Glas dadurch eine vierfach höhere Festigkeit haben, als herkömmliches Glas. Wie groß das Potenzial dieses Verfahren ist und ob es künftig am Markt bestehen kann, testen Jacob Herenz, Content Creator und angehender Glasmacher, und Ingenieur Matthias Seel von der TU Darmstadt.

Danach

Umschau extra 20:15

Umschau extra: Alles auf Zukunft - Sachsen-Anhalt im Umbruch

Infomagazin

Die 45-minütige Extra-Ausgabe der "Umschau" zeigt, wie drei junge Menschen in Sachsen-Anhalt sichere Lebenswege verlassen haben und sich beruflich neu positionieren. Im Mittelpunkt stehen die angehende Zimmerin Johanna Wex (26) aus Halle, die aus Albanien stammende Pflegkraft Mikela Toçka (34) aus Dessau und der Windradtechniker Philipp Schmidt (33) aus Farnstädt (Saalekreis). Ihre Geschichten zeigen unterschiedliche Facetten gesellschaftlicher Veränderungen: Arbeitswelt im Handwerk, Integration von ausländischen Arbeitskräften auf dem hiesigen Arbeitsmarkt und persönliche Neuorientierung in der Energiewende. Die Porträts bieten einen differenzierten Blick auf gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Entscheidungen. Der Film macht sichtbar, wie viel Mut es braucht, eingefahrene Wege zu verlassen und Verantwortung zu übernehmen. Die gebürtige Hamburgerin Johanna Wex (26) aus Halle hat sich nach dem Geografie-Studium gegen eine Arbeit in diesem Bereich entschieden. Stattdessen hat sie eine Ausbildung zur Zimmerin begonnen. Trotz anfänglicher Skepsis in Betrieben und Vorbehalten auf der Baustelle arbeitet sie sich in einem Team, in dem Leistung zählt und nicht das Geschlecht, Schritt für Schritt in den Beruf hinein. Ihre Geschichte steht exemplarisch für junge Menschen, die sich nach Studium oder Abitur für eine praktische Ausbildung entscheiden, um am Ende des Tages konkret sehen zu können, was sie geschaffen haben. Mikela Toçka (34) kam vor zweieinhalb Jahren aus Albanien nach Sachsen-Anhalt und arbeitet seit dem als Pflegekraft im Städtischen Klinikum Dessau. In Albanien war sie Pflegedienstleiterin in einer Notaufnahme. In Deutschland muss sie sich trotz großer Erfahrung, wegen fehlender Anerkennung ihrer Abschlüsse und Bürokratie neu beweisen. Den Schritt, die Heimat mit der Familie zu verlassen, ist sie gegangen, um ihren Kindern Sicherheit und Bildung zu bieten. Ihre Geschichte zeigt ein Beispiel für gelungene Integration durch Familienzusammenhalt, Hilfe von Kolleginnen und Kollegen sowie starken Willen. Philipp Schmidt (33) aus Farnstädt (Saalekreis) wiederum symbolisiert den Wandel im Energiesektor. Nach einer Ausbildung im traditionellen Tagebau kündigt er seinen sicheren Job, reist nach Australien und arbeitet heute als Techniker in der Windkraft. In seiner Heimat Farnstädt, in der 22 Windräder für Diskussionen sorgen, kennt er sowohl die Bedeutung der Kohle für die Region als auch die Chancen der Energiewende. Seine Perspektive macht deutlich, dass Zukunft und Heimat kein Widerspruch sein müssen, wenn Menschen bereit sind, neue Wege zu gehen.

Von wegen Kuh-Kaff Köthen! Die unterschätzte Bachstadt 21:00

Von wegen Kuh-Kaff Köthen! Die unterschätzte Bachstadt

Dokumentation

Die Dokumentation widerlegt charmant Vorurteile, denn wer bei Köthen nur an den abfälligen Beinamen "Kuh-Kaff" denkt, verpasst einen der geschichtsträchtigsten und gleichzeitig lebendigsten Orte Mitteldeutschlands. Autorin Katja Herr begleitet vier außergewöhnliche Persönlichkeiten, die das Gesicht des modernen Köthen prägen: Martin Olejnicki, der eigentlich nur seine drei Pflichtjahre als Pfarrer absitzen wollte - und nach 13 Jahren feststellt, dass er eine neue Heimat gefunden hat, die er nie wieder verlassen möchte. Nadine Baer, die nach zehn Jahren in den Niederlanden als neue Musikschulchefin zurückkehrte und nun Kultur als gelebte Demokratie feiert. Christian Ratzel wird vorgestellt, der leidenschaftliche Universalhistoriker, der die geheimen Schätze der Stadt hütet. Und Folkert Uhde, der Berliner Klassik-Rebell und Intendant der Bachfesttage, der Bachs Erbe so radikal modernisiert, dass es im wahrsten Sinne des Wortes im Schloss spukt. Köthen ist der Ort, an dem Johann Sebastian Bach seine weltberühmten Brandenburgischen Konzerte erschuf und Samuel Hahnemann die Homöopathie begründete. Es ist die Stadt, in der vor 400 Jahren die deutsche Schriftsprache kultiviert wurde - ein Erbe, das heute von der Computerlinguistin Prof. Uta Seewald-Heeg mit internationalen Studierenden aus fast 100 Nationen in die Zukunft getragen wird. Doch die Dokumentation blickt auch auf die Schattenseiten: die rechten Aufmärsche von 2018 kommen zur Sprache und den tagtägliche Kampf für Toleranz durch den jungen Organisator des CSD in Köthen, Julian Miethig. Ein Film voller überraschender Perspektivwechsel, emotionaler Höhepunkte und einer großen Portion Humor. Nach diesen 45 Minuten steht fest: Beim nächsten Mal steigen Sie in Köthen aus!

MDR aktuell 21:45

MDR aktuell

Nachrichten

anschl.: das MDR-Wetter

Verharmlost und vergessen 22:10

Verharmlost und vergessen: Rechte Gewalt vor Rostock-Lichtenhagen

Zeitgeschichte

Die Anschläge in Rostock-Lichtenhagen im Sommer 1992 stehen auch mehr als 30 Jahre später bundesweit für einen Höhepunkt an rassistischer Gewalt. Doch es gibt eine Vorgeschichte, die bis heute kaum zur Kenntnis genommen worden ist. Angriffe auf Migranten und Unterkünfte für Geflüchtete gab es schon zuvor, und zwar flächendeckend. Mit der Wiedervereinigung wurden auch nationalistische Stimmen lauter, mit der Ankunft der ersten Asylbewerber organisierte sich wütender Protest. Zudem verübten Gruppen von Jugendlichen Brandanschläge auf Asylunterkünfte in Ueckermünde, Schwerin, Ribnitz-Damgarten und Greifswald, sogar zeitgleich an einem Tag. Auch Vertragsarbeiter aus Vietnam und ausländische Studierende wurden frühe Opfer. Mehr als 100 solcher Angriffe gab es vor dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen allein in Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten davon sind heute kaum beachtet und nicht aufgearbeitet. Filmaufnahmen geben Aufschluss über Täter und Opfer von damals. Die NDR-Autorinnen Carolin Kock und Jette Studier recherchieren die Zeit vor dem Fanal. Sie rekonstruieren das Erstarken der rechten Jugendkultur, treffen auf damals hilflose Polizisten in neuen Strukturen, eine erkennbar überforderte Justiz, wütende Anwohnerinnen und Anwohner und die Opfer dieser gewalttätigen Zeit. Der Film trifft sie mehr als 30 Jahre später und zeigt das, was damals kaum jemand sehen wollte.

Ein Gauner und Gentleman 22:55

Ein Gauner und Gentleman

Biografie

Forrest Tucker (Robert Redford) ist alles andere als ein gewöhnlicher Bankräuber: Der stilvolle ältere Herr muss nur seinen Revolver zeigen, um geräuschlos die Barbestände ausgehändigt zu bekommen. Als höflicher Vollprofi, der niemanden mehr als nötig verängstigen oder unnötigerweise in Gefahr bringen möchte, bleibt er selbst beim überrumpelten Bankpersonal in bester Erinnerung. Mit seinen ebenfalls betagten Komplizen Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) geht Tucker Ende der 1970er-Jahre auf Beutezug. Erst als sich der Provinzpolizist Hunt (Casey Affleck), zufällig Zeuge eines Überfalls in Dallas, auf die Spur der Altherrengang heftet, wird das Ausmaß der erstaunlichen Raubserie sichtbar: mehr als 70 Banküberfälle in mindestens fünf US-Bundestaaten! Obwohl FBI-Captain Calder (Keith Carradine) den spektakulären Fall an sich zieht, ermittelt Hunt auf eigene Faust weiter. Schon bald kommt er Tuckers Identität auf die Spur und findet heraus, warum dieser bis ins hohe Alter eine Bank nach der anderen ausraubt. Auch die verwitwete Farmbesitzerin Jewel (Sissy Spacek), die Tucker auf der Flucht nach einem seiner Coups kennengelernt hat, ist von dem charismatischen Ganoven fasziniert. Um mit ihr einen Neuanfang zu wagen, müsste sich der passionierte Berufsverbrecher allerdings zur Ruhe setzen.