Jetzt 20:15 22:30
Zeit auswählen
Datum auswählen
Mo Di Mi Do Fr Sa So 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 01 02 03 04

TV Programm für MDR Sachsen am 17.09.2026

Jetzt

MDR Garten 19:50

MDR Garten

Pflanzen

Auch wer keinen "grünen Daumen" besitzt, darf ab sofort zu Hacke und Gießkanne greifen. Detaillierte Tipps zu Hecke, Beet und Co. verhelfen nicht nur Hobby-Gärtnern zur eigenen Grünoase.

Danach

Visite 20:15

Visite

Magazin

Der Ratgeber widmet sich verschiedenen Gesundheitsthemen. Hierzu werden Mediziner im Studio befragt und Beiträge aus Kliniken und Arztpraxen gezeigt. Auch Betroffene kommen zu Wort.

artour 21:15

artour

Magazin

Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.

MDR aktuell 21:45

MDR aktuell

Nachrichten

anschl.: das MDR-Wetter

Maikes Drama - ohne Insulinpumpe droht der Tod 22:10

Maikes Drama - ohne Insulinpumpe droht der Tod

Menschen

Ein Brief stellt das Leben von Maike Neuschulz auf den Kopf. Vielleicht bedeutet er sogar ihr Ende. "Wir bedauern die Konsequenzen", heißt es da, aber für die lebenswichtige Insulinpumpe, die Maike braucht, würden ab Ende 2025 keine Ersatzteile mehr verfügbar sein. "Das war ein Schock für mich", sagt die 54-Jährige, "ich habe es zunächst gar nicht verstanden." Maike leidet an einer äußerst seltenen Insulin-Unverträglichkeit und ist seit den 1990er-Jahren auf einen kleinen Kasten angewiesen, etwa so groß wie ein Walkman. Weil ihr Insulin direkt in die Bauchhöhle abgegeben wird, kann sie mittlerweile ein nahezu normales Leben führen. Nach Jahren voller Leiden: immer wieder Komplikationen bei Operationen infolge ihrer Diabeteserkrankung. Mehr als 200 Mal wurde sie bereits unter Vollnarkose operiert, berichtet Maike. Auch die Schläuche des Accu-Chek DiaPort-Systems, so heißt ihre Pumpe, müssen regelmäßig gewechselt werden. Bis Ende 2025 ist das kein Problem, solange gibt es noch Ersatzteile. Doch danach braucht sie eine Alternative, erfährt sie am Telefon. Maike macht sich auf die Suche: Gibt es weitere Geräte, die für ihre Behandlung geeignet sind? Oder vielleicht eine andere Möglichkeit, Insulin in ihren Körper zu bringen? In einer Spezialklinik in Bayern erhält sie die Gewissheit: Fällt ihre Pumpe aus, gibt es nur eine Überlebenschance - eine Bauspeicheldrüsentransplantation. "Das ist eine der gefährlichsten Transplantationen überhaupt. Als ich das erfuhr, bekam ich zum ersten Mal Angst", erzählt Maike. Die riskante Operation ist das eine, dass Betroffene bis zu fünf Jahre auf ein neues Organ warten müssen, das andere. Zeit, die Maike nicht mehr bleibt. Dabei liebt sie das Leben, die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann Dirk und die Hunde, die sie in ihrer Hundepension betreut, wenn die Besitzer im Urlaub sind. Damit ist jetzt Schluss: zu groß ist das Risiko, nach einer Transplantation mit geschwächtem Immunsystem krank zu werden. Ein Filmteam begleitet Maike und Dirk, während sie Abschied von ihrem alten Leben nehmen: Sie verkaufen ihr großes Haus in Hagen in Niedersachsen, ziehen nach Haselünne in die Nähe der möglichen Transplantationsklinik, verabschieden sich von Freunden und schließen die Hundepension. Auch Dirk ändert alles: Er hängt seinen IT-Job an den Nagel, um so viel Zeit wie möglich mit Maike verbringen zu können. Zum Abschied erfüllt sich Maike den Wunsch, das Leben zu spüren - sie reist, springt Fallschirm und möchte neu anfangen. Sie glaubt bis zuletzt fest daran, den Wettlauf um ihr Leben zu gewinnen.

Holt - Der Windkraft-Schwindler 22:40

Holt - Der Windkraft-Schwindler

Dokumentarfilm

Im Alter von nicht mal dreißig Jahren gilt Holt als Visionär. Seine Firma, die Holt Holding, wird als modernes Familienunternehmen präsentiert, Holt ist politisch bestens vernetzt und scheinbar prädestiniert, große Windkraftprojekte in Deutschland durchzusetzen - selbst dort, wo Widerstand von Bürgern und Kommunen herrscht. Energiekonzerne investieren in das Versprechen, frühzeitig Zugriff auf genehmigungsreife Großprojekte zu erhalten. Doch dieses Versprechen basiert auf Fälschungen. Projektunterlagen samt Unterschriften, Bestätigungen und vollständige Dokumentenketten werden systematisch manipuliert - teils schlicht am Rechner erstellt. Zustimmungserklärungen von Eigentümern, Gemeinden und Behörden existieren nur auf dem Papier. So entsteht der Anschein realisierungsfähige Windkraftprojekte und die Grundlage für einen geplanten Milliarden-Deal - auf einem Fundament aus Täuschungen. Erst als eine Kommunalbeamtin Anzeige erstattet, gerät das System ins Wanken. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt, arbeitet sich durch Akten, Verträge und gefälschte Dokumente - und deckt Schritt für Schritt die Dimension des Schwindels auf. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und einem Mann, der weiter an seine eigene Legende glaubt. Holt selbst spricht immer wieder davon, unbedingt Milliardär werden zu wollen. Am Ende folgt der Zugriff: Im April 2020 wird Holt im Berliner Hotel Adlon festgenommen. 2022 wird er gemeinsam mit weiteren Beteiligten wegen bandenmäßigen Betrugs zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Holt befindet sich derzeit im offenen Vollzug. Der Film zeigt, wie dieses System funktionieren konnte: getragen von Holts charismatischer Selbstdarstellung, dem Image eines erfolgreichen Familienunternehmens und einem Umfeld, das lieber an den großen Wurf glaubt, als genau hinzusehen. Mehrere Familienangehörige sind aktiv in die Geschäfte eingebunden und werden später ebenfalls zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Betrug zerstört nicht nur das Vertrauen von Investoren und Partnern, sondern auch eine Familie. "Holt - Der Windkraft-Schwindler" zeigt Hendrik Holt ausführlich selbst vor der Kamera - ebenso seine Ehefrau und seine Großmutter, frühere Weggefährten, aber auch Ermittler, Staatsanwälte und Journalisten, die den Fall über Jahre begleitet haben. Der Film legt offen, wie Betrug entstehen kann, wenn Image, Machtversprechen und familiäre Loyalitäten einander verstärken - und wie schwer es ist, ein solches System zu stoppen. Und so ist der Film mehr als die Chronik eines spektakulären Wirtschaftsstrafverfahrens: Er ist ein dokumentarischer Wirtschaftsthriller über Selbstinszenierung, Größenwahn und die blinden Flecken eines Systems, das großen Versprechen oft zu lange glaubt. Zugleich ist er das Porträt eines Mannes, der seine eigene Rolle immer weiter steigert - bis sie ins Absurde kippt.