20:15
MDR-Magazin
21:00
Dieses Spielzeug hat vielen Generationen von Kindern leuchtende Augen beschert - der Baukasten "VERO construc", die Programme "VERO elementar" und "VERO scola" - die kleinen Werkbänke für Kinder, die Holzfahrzeuge, die Puppenhäuser und Mini-Tankstellen sowie das gewaltige Sortiment für den Eisenbahn-Modellbau. Hergestellt wurde alles im Erzgebirge, im VEB Vereinigte Spielwarenwerke VERO Olbernhau, dem größten Spielwarenhersteller der DDR. Das Erzgebirge kann wie kaum eine andere Region in Deutschland auf eine einzigartige Tradition in der Herstellung von Holzspielzeug verweisen. Aus der Not der Bergleute von einst geboren, entwickelte sich die Holzkunst zu einem bedeutenden Kapitel ostdeutscher Industriegeschichte. VERO entsteht ab 1966 durch die Zwangskollektivierung unzähliger kleiner Familienbetriebe. Zwanzig Jahre später sind es 82 Produktionsstätten, in denen rund 3.300 Mitarbeiter mehr als 1.000 Artikel herstellen. Bis 1990 gibt es kein Kinderzimmer ohne VERO - in beiden Teilen Deutschlands. Aber nur ein Jahr später ist das einst so erfolgreiche Kombinat vollständig liquidiert. Einige Betriebe können reprivatisiert werden und nur deshalb lebt die lange Tradition der Spielzeugproduktion in Sachsen bis heute weiter. Mut und Glaube an das eigene Können haben den Handwerkern aus dem Erzgebirge das Überleben ermöglicht. So erzählen die zahlreichen Miniaturen, die in Kerstin Drechsels Manufaktur entstehen, von einem bedeutenden Erbe. Ihr Vater, Dr. Helmut Flade, war einer der Mitbegründer von VERO Olbernhau und leitete mehr als 20 Jahre die Entwicklungsabteilung der legendären Spielzeugfabrikation. Viele Ideen der DDR-Kreativ-Schmiede gehen auf ihn zurück. 1987 sieht Helmut Flade zunehmend sein Lebenswerk demontiert und verlässt VERO - in eine ungewisse Zukunft. Nach dem Mauerfall nutzten Vater und Tochter ihre Chance und bauen gemeinsam ein eigenes Unternehmen auf. Heute beschäftigt die kleine Olbernhauer Manufaktur 15 Mitarbeiter. Die klingenden Bausteine Barbara Seidlers haben es sogar bis ins japanische Kaiserhaus geschafft, in die Kinderhände der Prinzessin Aiko. Ein Erfolg, für den Familie Seidler viele Jahre kämpfen musste und der Firmengründer Werner Seidler fast das Leben kostete. Der Werkzeugbauer und erfolgreiche VERO-Konstrukteur Günter Reichel steht heute mit 67 Jahren immer noch selbst an der Drehbank, wenn es darum geht, für seine Schutzengel das nötige Rüstzeug zu drechseln. Auch Ute Hofmann-Auhagen blickt auf eine lange Tradition zurück. Ihre Familie nimmt bereits 1885 eine Holzstoff- und Pappenfabrikation in Betrieb. Sie ist gerade 15 Jahre alt, als sie miterleben muss, wie das Lebenswerk ihres Vaters 1972 enteignet und in das Kombinat VERO eingegliedert wird. Gemeinsam mit ihrem Vater setzt sie ab 1990 die Reprivatisierung des einstigen Familienunternehmens durch. Heute gehört die Firma Auhagen zu den erfolgreichsten Modellbau-Herstellern Europas.
21:45
anschl.: das MDR-Wetter
22:10
Sie hat 17 Kurven, 15 Prozent Gefälle und ist eine der anspruchsvollsten Bahnen der Welt - die Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg. Seit 1987 ist die 1.413 Meter lange Eisröhre im Kohlgrund zwischen Oberbärenburg und Hirschsprung Wettkampf- und Trainingsstätte der Kufensportler. 13 Weltmeisterschaften im Bob, Rennrodel und Skeleton fanden bisher hier statt. Der Eiskanal blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Und er hat ein gut gehütetes Geheimnis: Er wurde gebaut, teilweise gesprengt und wieder gebaut. Die Kosten dafür kennt niemand so ganz genau. Von bis zu 250 Millionen DDR-Mark ist die Rede. Ihre Entstehung verdankt die Betonröhre angeblich einer Rivalität zwischen dem damaligen Armeegeneral Heinz Hoffmann und dem Chef des Ministeriums für Staatssicherheit, Erich Mielke. Ob diese Gerüchte stimmen? Der Film geht dieser Frage nach. Und er erzählt auch über das zu DDR-Zeiten streng abgeschirmte Trainingszentrum am Rande der Bahn. Wolfgang Hoppe, sechsmaliger Weltmeister und zweifacher Olympiasieger, kommt ebenso zu Wort, wie der Eismeister Ralf Mende. Er ist die Seele der Anlage und seit 33 Jahren dabei. Auch wenn die Eisschicht nur zwei bis drei Zentimeter stark ist, dauert es mehrere Tage, bis sie perfekt und sicher ist für Wettkämpfe und Training. Geschildert wird der Überlebenskampf der Bahn nach der Wende. Mit welchen Problemen, Hürden, Hindernissen hatte man in Altenberg zu kämpfen? Konnte sich ein so kleiner Ort eine solch teure Bahn überhaupt leisten, fragte sich manch Altenberger. Anekdoten rund um die Bob-WM 1991 erzählen vom schwierigen Neuanfang nach der Wende.
22:55
Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts. Joseph Ferdinand Cheval (Jacques Gamblin) ist Briefträger und Eigenbrötler. Er genießt die Einsamkeit auf seiner täglichen Postroute entlang der Drôme. Sein Leben verändert sich jedoch schlagartig, als er die junge Philomène (Laetitia Casta) heiratet und seine Tochter Alice (Zelie Rixhon) geboren wird. Als Beweis seiner abgöttischen Liebe zu ihr sammelt er 33 Jahre lang Tag für Tag auf seiner Postroute Sandsteine und baut daraus eigenhändig einen unglaublichen Palast. Inspiriert von hinduistischer und christlicher Architektur und mit Mörtel, Leim und Zement zusammengehalten, wird er bald als der "Ideale Palast" bekannt und ist ein Bauwerk, von dem Cheval bereits sein ganzes Leben lang geträumt hat. Nichts hält ihn von diesem Unterfangen ab, nicht einmal der Spott und die Verachtung seiner Mitbürger und sogar seiner Familie. Doch mit der Zeit stellen sich auch Journalisten und Kunstinteressierte ein, und der Palast entwickelt sich zur Touristenattraktion.
00:35
MDR-Magazin
01:20
Dieses Spielzeug hat vielen Generationen von Kindern leuchtende Augen beschert - der Baukasten "VERO construc", die Programme "VERO elementar" und "VERO scola", die kleinen Werkbänke für Kinder, die Holzfahrzeuge, die Puppenhäuser und Mini-Tankstellen sowie das gewaltige Sortiment für den Eisenbahn-Modellbau. Hergestellt wurde alles im Erzgebirge, im VEB Vereinigte Spielwarenwerke VERO Olbernhau, dem größten Spielwarenhersteller der DDR. Das Erzgebirge kann wie kaum eine andere Region in Deutschland auf eine einzigartige Tradition in der Herstellung von Holzspielzeug verweisen. Aus der Not der Bergleute von einst geboren, entwickelte sich die Holzkunst zu einem bedeutenden Kapitel ostdeutscher Industriegeschichte. VERO entsteht ab 1966 durch die Zwangskollektivierung unzähliger kleiner Familienbetriebe. Zwanzig Jahre später sind es 82 Produktionsstätten, in denen rund 3.300 Mitarbeiter mehr als 1.000 Artikel herstellen. Bis 1990 gibt es kein Kinderzimmer ohne VERO - in beiden Teilen Deutschlands. Aber nur ein Jahr später ist das einst so erfolgreiche Kombinat vollständig liquidiert. Einige Betriebe können reprivatisiert werden - und nur deshalb lebt die lange Tradition der Spielzeugproduktion in Sachsen bis heute weiter. Mut und Glaube an das eigene Können haben den Handwerkern aus dem Erzgebirge das Überleben ermöglicht. So erzählen die zahlreichen Miniaturen, die in Kerstin Drechsels Manufaktur entstehen, von einem bedeutenden Erbe. Ihr Vater, Dr. Helmut Flade war einer der Mitbegründer von VERO Olbernhau und leitete mehr als 20 Jahre die Entwicklungsabteilung der legendären Spielzeugfabrikation. Viele Ideen der DDR-Kreativ-Schmiede gehen auf ihn zurück. 1987 sieht Helmut Flade zunehmend sein Lebenswerk demontiert und verlässt VERO - in eine ungewisse Zukunft. Nach dem Mauerfall nutzten Vater und Tochter ihre Chance und bauen gemeinsam ein eigenes Unternehmen auf. Heute beschäftigt die kleine Olbernhauer Manufaktur 15 Mitarbeiter. Die klingenden Bausteine Barbara Seidlers haben es sogar bis ins japanische Kaiserhaus geschafft, in die Kinderhände der Prinzessin Aiko. Ein Erfolg, für den Familie Seidler viele Jahre kämpfen musste und der Firmengründer Werner Seidler fast das Leben kostete. Der Werkzeugbauer und erfolgreiche VERO-Konstrukteur Günter Reichel steht heute mit 67 Jahren immer noch selbst an der Drehbank, wenn es darum geht, für seine Schutzengel das nötige Rüstzeug zu drechseln. Auch Ute Hofmann-Auhagen blickt auf eine lange Tradition zurück. Ihre Familie nimmt bereits 1885 eine Holzstoff- und Pappenfabrikation in Betrieb. Sie ist gerade 15 Jahre alt, als sie miterleben muss, wie das Lebenswerk ihres Vaters 1972 enteignet und in das Kombinat VERO eingegliedert wird. Gemeinsam mit ihrem Vater setzt sie ab 1990 die Reprivatisierung des einstigen Familienunternehmens durch. Heute gehört die Firma Auhagen zu den erfolgreichsten Modellbau-Herstellern Europas. Holzfiguren, Baukästen, Lernspielzeug, Lichthäuser,... - was im Erzgebirge gefertigt wird, ist nach wie vor ein Markenzeichen und wird weit über Europas Grenzen hinweg geschätzt.
02:05
Ungewöhnliche, sinnvolle, innovative und kreative Erfindungen kommen ans Tageslicht. Welche Köpfe und Geschichten stecken hinter den genialen Einfällen?
02:30
MDR hilft
02:55
Geschichten aus dem Leipziger Zoo
03:20
04:05
Topaktuell und stets gut recherchiert gibt es hier das Neueste und Spannendste aus Sachsen zu sehen. Die Beiträge zeigen, wie vielseitig und lebhaft dieses Bundesland tatsächlich ist.
04:35
In Sachsen-Anhalt kommt nicht so schnell Langeweile auf. Dies verdeutlichen die Beiträge aus den Rubriken "Wir für Sie", "Sportevent der Woche" oder auch die "Freizeitchecker".