16:00
Neues von hier
16:30
Gäste zum Kaffee
17:00
Neues von hier & Leichter leben
17:45
Hinter den Kulissen geht es wieder heiß her. Denn diese Nachrichtensendung berichtet nicht nur über das Aktuellste aus aller Welt, sondern auch über regionale Themen des MDR-Gebiets.
18:05
Die Wetterschau für Mitteldeutschland
18:10
Seit 1994 berichtet das vom Mitteldeutschen Rundfunk produzierte Boulevardmagazin über Prominente, die neueste Mode aus Paris und der Welt oder aktuelle Geschehnisse in den europäischen Königshäusern.
18:54
Dr. Brumm Dr. Brumm malt ein Bild
19:00
Topaktuell und stets gut recherchiert gibt es hier das Neueste und Spannendste aus Sachsen zu sehen. Die Beiträge zeigen, wie vielseitig und lebhaft dieses Bundesland tatsächlich ist.
19:30
anschl.: das MDR-Wetter
19:50
Auch wer keinen "grünen Daumen" besitzt, darf ab sofort zu Hacke und Gießkanne greifen. Detaillierte Tipps zu Hecke, Beet und Co. verhelfen nicht nur Hobby-Gärtnern zur eigenen Grünoase.
20:15
Der Ratgeber widmet sich verschiedenen Gesundheitsthemen. Hierzu werden Mediziner im Studio befragt und Beiträge aus Kliniken und Arztpraxen gezeigt. Auch Betroffene kommen zu Wort.
21:15
Fokusthema "Donauraum" Die Donau ist nach der Wolga der längste Fluss Europas. Auf einer Länge von knapp 3000 Kilometern passiert er zehn europäische Länder. Dieses Jahr stehen der Fluss und seine vielfältigen literarischen Stimmen von der Quelle bis zum Schwarzen Meer auf der Bühne der Leipziger Buchmesse. "artour" hat sich in diesen Strom danubischer Neuerscheinungen begeben und drei interessante Bücher herausgefischt: Der Erfurter Naturfotograf Christoph Robiller erkundet seit 30 Jahren das Donau-Delta und zeigt seinen neuen Bildband mit spektakulären Naturaufnahmen der dortigen Vogelwelt. Die Autorin Katharina Eismann erzählt die Geschichte der kaum bekannten Widerstandsgruppe der 'Salpeterer' im Schwarzwald des 18. Jahrhunderts, die nach Rumänien deportiert wurde. Und schließlich widmet sich "artour" dem neuen Roman der Dichterin Ulrike Almut Sandig "Im Orkan", in dem das Leben in einer ukrainischen Küstenstadt von heftigen Sandstürmen bedroht wird. Rundgang am ersten Tag der Leipziger Buchmesse Die Leipziger Buchmesse steht in diesem Jahr unter dem Eindruck tiefgreifender globaler Veränderungen. In Europa und im Nahen Osten wüten brutale Kriege, während grundlegende Vorstellungen von Völkerrecht, Bündnissen und Demokratie zunehmend ins Wanken geraten. Gleichzeitig steht auch die Buchbranche in Deutschland unter dem Eindruck schwieriger Zeiten: Mit KI generierte Bücher treten in direkte Konkurrenz zu kleinen Verlagen, viele unabhängige Häuser schließen sich großen Konzernen an oder müssen aufgeben. Hinzu kommen schwer nachvollziehbare Entscheidungen aus dem Kulturministerium. So hat Staatsminister Wolfgang Weimer der Deutschen Nationalbibliothek, die seit 1913 alle auf Deutsch erschienenen Publikationen archiviert, die Mittel für einen dringend benötigten Neubau in Leipzig gestrichen. Bereits zuvor hatte er die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises abgesagt - offenbar auch, um Konflikten um seine umstrittene Entscheidung vorzubeugen, drei Buchhandlungen vom Wettbewerb auszuschließen. "artour" besucht die Deutsche Nationalbibliothek zur Eröffnung der Ausstellung "Buchumschlag als Waffe" - und begibt sich am Eröffnungstag auf einen Rundgang durch die Messehallen, um die Stimmung auf dem Buchmarkt bei Verlagen und Händlern einzufangen. Lukas Rietzschels neuer Roman "Sanditz" Pünktlich zur Leipziger Buchmesse meldet sich Lukas Rietzschel zurück - mit seinem knapp 500seitigen Roman, "Sanditz". In den letzten Jahren sorgte der Görlitzer Autor vor allem mit Arbeiten für das Theater für Aufsehen. In Dresden, Zittau, Bautzen, Heilbronn und weiteren Städten sind seine Stücke zu sehen. Am Schauspiel Leipzig etwa läuft gerade erfolgreich seine Tschechow-Adaption "Der Girschkarten". Wir sprechen mit Rietzschel, dem "Ost-Beauftragten der Herzen", über seinen neuen Roman, der sich erneut mit den Umbrüchen in den immer noch "neu" genannten Ländern beschäftigt und von der DDR der 70er Jahre bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Woran liegt es, dass viele Ostdeutsche so "anders" ticken und die Debatten darüber kein Ende nehmen? Wie schreibt man in so aufgeregten Zeiten, in denen Kriege die Welt und Wahlen das Land erschüttern, einen Roman? Wie findet man eine künstlerische Sprache, die zugleich der scheinbar polarisierten Gesellschaft gerecht wird? Eine Begegnung mit einem, dem es gelingt. Zum Beispiel mit Sätzen wie diesem: "Mit Großmutter war auch das zwanzigste Jahrhundert gestorben, in dessen schwachen Schatten er hineingeboren war. Ihr Leben hatte drei deutsche Staatsformen u?berdauert, einen Krieg, die Vertreibung aus Schlesien und später durch den Tagebau, vier Währungen und das Internet. Sie war der einzige Mensch gewesen, den er kannte, der noch nie mit einem Flugzeug geflogen war." Der New-Adult-Boom in der Literatur Von romantischen Liebesgeschichten bis zu hartem Sex - New-Adult-Literatur boomt. Während die Branche in der Krise steckt, wächst die Unterhaltungsliteratur: 15 Prozent mehr Umsatz in den letzten drei Jahren. In Jugendzimmern türmen sich pastellfarbene Buchstapel; Serien wie "Maxton Hall" und "Bridgerton" sind Streaming-Hits. Das Geschäft mit der Selbstfindung und dem Erwachsenwerden ist ein Milliardenmarkt. Das klassische Feuilleton spricht von "Softpornos in Pastell" oder "Hirnpest in Buchform". Die jungen Leserinnen fühlen sich hingegen in diesen Geschichten zum ersten Mal ernst genommen. Die Bücher zeigen ihre Lebensrealität: Das erste Mal von zu Hause ausziehen, der erste Job, die erste Liebe und das erste Mal Sex. Die sogenannte "spicy" Literatur ist dabei besonders erfolgreich. Der Umsatz mit der sogenannten "Dark Romance" wuchs im vergangenen Jahr um 200 Prozent. Hier geht es um expliziten Sex und dunkle Fantasien, die von Stalking bis hin zu Unterdrückung reichen. Einige Passagen wirken wie Vergewaltigungen, weil Frauen beim Sex erpresst oder bedroht werden. Der Literaturkritiker Volker Weidermann warnt vor problematischen Frauenbildern und brutalen Unterwerfungsfantasien in einigen Büchern. J. S. Wonda, eine der erfolgreichsten Dark-Romance-Schriftstellerinnen Deutschlands, kontert: Im Internet seien ohnehin weitaus extremere Inhalte frei zugänglich. Während sich Erotikfilme an ein erwachsenes Publikum richten, stehen "spicy" New-Adult-Bücher in einigen Buchhandlungen in der Nähe der Kinderabteilung - teilweise mit harmlosen Covern und Titeln wie "Icebreaker". Die meisten Eltern wissen nicht, was ihre Töchter wirklich lesen. "artour" über die dunkle Seite der "Dark Romance". Gespräch mit der Gewinnerin/dem Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse Kulturkalender * Nationaltheater Weimar: Oper "Die tote Stadt" von Erich Wolfgang Korngold, Premiere am 21.03.2026 * Kreismuseum Bitterfeld: Ausstellung "Frauen im geteilten Deutschland", bis 24.05.2026 * Filmtipp: "Hola Frida!" Animationsfilm über die Kindheit der Malerin Frida Kahlo, ab 19.03. im Kino
21:45
anschl.: das MDR-Wetter
22:10
Zuerst war da nur ein schwarzer Punkt im Auge. Doch bald war klar: Philipp hat eine schwere Nierenkrankheit. Die Diagnose: IgA-Nephropathie. Der schwarze Punkt stellte sich als gequetschter Sehnerv aufgrund von Bluthochdruck heraus, eine Folge der eingeschränkten Nierenleistung. 2024 sinkt seine Nierenleistung unter zehn Prozent. Der erfolgreiche Leiter eines Unternehmenscontrollings muss dreimal pro Woche zur Dialyse. Er beginnt, sich mit dem Thema Transplantation auseinanderzusetzen. Da es in Deutschland im Schnitt acht bis zehn Jahre dauert, die Organspende eines Verstorbenen zu bekommen, sucht er nach Lebendspendenden. Sowohl seine Eltern als auch seine Schwester kommen nicht in Frage. Einzige Chance ist seine Frau Kirsten. Gegen alle Ängste, auch um die drei gemeinsamen Kinder, entscheidet sich Kirsten, ihrem Mann eine Niere zu spenden. Für die Familie eine mentale Achterbahnfahrt mit ungewissem Ausgang.
22:40
Lukas Rietzschel ist noch keine 30 Jahre alt und hat zwei Romane sowie zwei Theaterstücke veröffentlicht. Vielen gilt er bereits als einer der bedeutendsten Schriftsteller des Ostens. Mehr noch: der Görlitzer ist mittlerweile eine Art Ostbeauftragter. Er wird in Talkshows eingeladen und von Zeitungen in West und Ost befragt, sobald es um den Osten geht. Weil er die Ostdeutschen erstaunlich gut kennt, sie verteidigt, sie zu verstehen sucht. Dabei scheut er sich sowohl in seinen Werken als auch in Interviews dennoch nicht davor, die eigenen Problemzonen der Ostdeutschen zu thematisieren. Beispielsweise in seinem Debütroman "Mit der Faust in die Welt schlagen", der gerade für das Kino verfilmt wird: die Erfolge der AfD, das Wiedererstarken des Rechtsradikalismus. Ihm missfällt das, keine Frage, aber es zu verurteilen genügt ihm nicht - er möchte auch die Menschen verstehen, die sich für die AfD entscheiden. Der Film porträtiert Rietzschel und geht zugleich mit ihm auf die Suche nach der ostdeutschen Seele und ihren Traumata: zum Beispiel in der Lausitz, wohin Rietzschel nach einem Studium in Kassel zurückgekehrt ist. Aber auch im Westen, wo er regelmäßig Lesungen gibt und den Osten zu erklären gebeten wird. Zusätzlich begleiten wir Rietzschel zu Begegnungen mit Politikern sowie Künstlern mit Ost-Expertise und verfolgen ihren Schlagabtausch (Marco Wanderwitz, ehemaliger Ostbeauftragter der Bundesregierung, Schriftstellerin Juli Zeh). Bevor Rietzschel im April ein Stipendium in den USA antritt (Villa Aurora), sind wir für den Film auch bei einem seiner bislang größten Auftritte dabei - am 2. März spricht er in der Dresdner Frauenkirche mit seinem Kollegen Uwe Tellkamp über das Thema Meinungsfreiheit.
23:25
23:55
"Longreads" ist die Literatursendung mit der Schriftstellerin Helene Hegemann - ein Format für intensive Gespräche über Bücher. Schauspielerin Lena Klenke bringt Miranda Julys Roman "Auf allen vieren" mit und trifft Helene Hegemann im verlassenen Kulturpalast von Bitterfeld - einem Ort, der DDR-Utopien und zerfallene Kulturgeschichte atmet. Hegemann wählt Helga Schuberts "Die Welt da drinnen". Die beiden sprechen über Begehren, die DDR, Fantasie, Angst, weibliche Körper und politische Gewalt. Bitterfelds Vergangenheit wird zum Resonanzraum für heutige Kämpfe: Selbstbestimmung, Erinnerung, Widerstand.