20:45
Im Januar legte ein Sabotageakt großflächig das Stromnetz in Berlin lahm. 100.000 Menschen hatten im tiefsten Winter keinen Strom. Nur einer von zahlreichen Anschlägen. Dahinter stehen mutmaßlich lose organisierte Öko?Anarchisten, die sich in anonymen Bekennerschreiben "Vulkangruppen" nennen und im Netz Bauanleitungen für Brandsätze teilen. Ist das die neue Öko-RAF? Die Reportage folgt Ermittlern, Insidern und Experten und zeigt, wie sich klimaideologische Motive radikalisieren - und warum die Behörden seit Jahren im Dunkeln tappen. Sie stellt die Frage: Entsteht in Deutschland ein neuer Ökoterrorismus, dem der Staat kaum gewachsen ist?
21:15
Seit einigen Jahren erlebt der Nachtzug eine leise Renaissance. Zwischen Ost und West entsteht ein Netz, geprägt von Idealismus, wirtschaftlichem Risiko und wachsendem Druck, klimaschonender zu reisen. Michal Jaros (29), ein junger Steward aus Prag, schaute schon als Kind sehnsüchtig den Zügen hinterher. Inzwischen arbeitet er für das tschechische Bahn-Unternehmen CD Night und fährt regelmäßig mit dem Nachtzug Canopus von Prag nach Zürich. CD Night arbeitet in Kooperation mit der deutschen Bahn, die 2016 alle ihre Nachtzüge als unrentabel abgestoßen hat. Michal und seine Kollegen sind voll Idealismus in ihrem Glauben an die Zukunft der Nachtzüge. "Prag ist ein Knotenpunkt zwischen Ost und West", sagt er begeistert. "Unsere Züge verbinden Europa - das macht diesen Job so spannend." Gegen Abend erwacht der Bahnhof zum Leben: Nachtzüge rollen in alle Richtungen - nach Österreich, in die Ukraine, nach Polen und Richtung Norden nach Deutschland. Aber die unterschiedlichen nationale Regelungen und die Verspätungen durch die Baustellen der Deutschen Bahn machen ihnen sehr zu schaffen. Europa brauche ein vereintes Netz an Nachtzugverbindungen und keinen Flickenteppich, meint Bernhard Knierim vom Bahn Netzwerk Back on Track. Er organisiert eine Pyjamademo in Berlin, bei der Menschen in Schlafanzügen mehr Schlafwagen und bezahlbare Nachtzugverbindungen fordern. Das Besondere an der Demo: sie findet auf 20 Bahnhöfen in ganz Europa gleichzeitig statt. Ein Symbol! Auch in Malmö, Paris, Stockholm oder Lissabon fordern Menschen, dass Reisemöglichkeiten auf der Schiene ausbaut werden.
21:45
anschl.: das MDR-Wetter
22:15
Die 16-jährige Amanda wird nachts verwirrt und verletzt mitten in Dresdens Innenstadt aufgefunden. Sie hat ein blutiges Skalpell bei sich und wiederholt immer wieder aufgelöst, ihr Vater würde sie verfolgen. Bei der Befragung im Kommissariat Dresden fleht sie Kommissarin Leonie Winkler um Hilfe an: Sie sei eingesperrt in einem Keller aufgewachsen. Ihr Vater lasse sie hungern, wenn sie nicht "artig" sei. Und noch immer sei ihre Schwester im Verlies gefangen, ohne Nahrung. Amanda wirkt verwirrt und ist gewaltbereit. Kommissariatsleiter Schnabel zweifelt die Geschichte der jungen Frau an, ebenso wie die erfahrene Psychologin der Jugendanstalt, in der Amanda untergebracht wird. Leo Winkler glaubt ihr, obwohl Amanda sie angreift, doch Amanda kann nicht beschreiben, wo sich der Keller befindet. Von der Großstadt, durch die sie stundenlang irrte, ist sie überfordert. Verletzungen zeigen, dass Amanda versucht hat, sich umzubringen. Am Skalpell, das sie bei sich trug, befindet sich das Blut von Personen, die mit ihr verwandt sein müssen. Amandas Vater wird mithilfe eines DNA-Abgleichs gefunden - und behauptet, er kenne das Mädchen gar nicht. Fieberhaft fahnden die Kommissare nach Amandas Mutter. Für die Ermittler beginnt die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Kleinste Details, Geräusche, Gerüche in Amandas Schilderungen helfen. Das Verfolgen ihrer Erinnerungsfetzen wird zur Schnitzeljagd. Vieles deutet bald auf einen anonymen Wohnblick in einem Neubaugebiet hin. Als Schnabel in der Nähe eine Ärztin erstochen auffindet, wird Amanda vom Entführungsopfer zur Hauptverdächtigen in einem Mordfall.
23:45
Comedy and more und mehr